Nachwuchs

Sechs kleine Turmfalken in der Spitze der Markuskirche

Die Küken sind vor vier Wochen in der Steglitzer Kirche geschlüpft. Vielleicht verlassen sie in der nächsten Woche schon das Nest

Die sechs Turmfalkenküken im Turm der Kirche der Markusgemeinde in Steglitz, knapp eine Woche alt.

Die sechs Turmfalkenküken im Turm der Kirche der Markusgemeinde in Steglitz, knapp eine Woche alt.

Foto: Stefan Kupko

Berlin. Es ist wieder soweit: Ganz oben im Turm der Kirche der Evangelischen Markusgemeinde an der Steglitzer Albrechtstraße sind sechs kleine Turmfalkenküken geschlüpft. Wie kleine Flauschbälle lagen sie anfangs in ihrem Nest, noch hilflos und auf Futter wartend. Jetzt sind die bereits vier Wochen alt. In der nächsten Woche könnten sie das Nest verlassen.

Nistkasten für die Falken gebaut

Schon bevor es eine „Landeeinrichtung“ und ein Nistkasten für die Vögel gab, sind Turmfalken in der Nähe der Kirche gesichtet worden. Daraufhin hat die Gemeinde beschlossen, alles für den Verbleib und die Aufzucht der Vögel zu tun.

Der Gemeindekirchenrat hat die Idee, Turmfalken in der Markuskirche anzusiedeln, „vehement unterstützt“, sagt Mitglied Günter-Henning Tarun. Auch der Freundeskreis der Markusgemeinde hilft bei dem Projekt mit und unterstützt die Arbeit des Greifvogelschützers durch eine jährliche Spende. „Der Nistkasten wurde sofort angenommen – bis zum heutigen Tag“, sagt Tarun.

Falkner kümmert sich um die Jungtiere

Um die kräftigen Jungfalken kümmert sich Stefan Kupko. Der Hobby-Ornithologe, der in der Notaufnahme eines Krankenhauses arbeitet, setzt sich für den Greifvogelschutz ein. Kupko hat die sechs Jungtiere am vergangenen Dienstag beringt. Damit sind sie jederzeit wieder zu identifizieren. „Die meisten verlassen nach 30 bis 35 Tagen das Nest“, sagt Kupko. Manche flögen in die Ferne und seien schon in Dänemark wieder gesichtet worden. Andere wiederum blieben in der Nähe des Brutplatzes. „Es kann sein, dass ein Tier nur ein paar Kirchen weiter wieder auftaucht“, sagt der Vogel-Experte.

Viele Turmfalken auf dem Tempelhofer Feld

Besonders wohl würden sich die Greifvögel auf dem Tempelhofer Feld fühlen. Er habe mal an einem Tag 30 Turmfalken gezählt, so Kupko. Dass sie in Kirchtürmen brüten sei nicht so selten. Gerade in Steglitz-Zehlendorf habe man viel für die Falken getan und Nistplätze geschaffen.