Wettbewerb

Ronnebypromenade am Wannsee wird umgebaut

Ab Ende des Jahres wird die Ronnebypromenade am Wannsee umgebaut. Sie soll neu in Szene gesetzt werden.

Der Siegerentwurf aus dem Büro huterreimann Landschaftsarchitektur zeigt den Blick von der Hafentreppe zum Hafenplatz.

Der Siegerentwurf aus dem Büro huterreimann Landschaftsarchitektur zeigt den Blick von der Hafentreppe zum Hafenplatz.

Foto: huterrreimann Landschaftsarchitektur

Berlin. Ein kleiner Platz, etwas Grün, ein Uferweg entlang der Anlegestege – das ist die Ronnebypromenade am Ufer des Großen Wannsees. Unscheinbar, unspektakulär, nutzwertorientiert. Es ist ein Ort, den Besucher nur ansteuern, wenn sie einen Ausflug mit dem Schiff machen oder die Fähre nach Kladow nehmen wollen.

Architektur-Wettbewerb für Neugestaltung

Die zwischen 1973 und 1984 von dem Landschaftsarchitekten Walter Rossow gestalteten Landungsbrücken sind nach 30 Jahren der intensiven Nutzung in die Jahre gekommen. Für die Neugestaltung hat das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf einen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben, der jetzt entschieden worden ist: Der Siegerentwurf kommt von dem Büro hutterreimann Landschaftsarchitekten, die den Ort neu inszenieren wollen.

Bezirk Steglitz-Zehlendorf will sich neu erfinden

Neu inszenieren – das passt derzeit in das Konzept von Steglitz-Zehlendorf. Der grüne Bezirk ist gerade dabei, sich neu zu erfinden und seine touristischen Stärken auszuspielen. Kunst, Wasser und Grün – das soll dabei kombiniert werden, denn davon hat der Südwesten genug.

Vom Sommer an wird es drei Radrouten geben, die zu den teilweise versteckten Sehenswürdigkeiten des Bezirks führen. Neu entbrannt ist auch wieder die Debatte, ob das Strandbad Wannsee ganzjährig genutzt werden kann für Wellness, Veranstaltungen und Gastronomie. Damit ist es auch an der Zeit, die Promenade am Wannsee umzugestalten und in die Zukunft zu holen.

Insgesamt 21 Büros haben sich an dem europaweiten Realisierungswettbewerb für die Umgestaltung der Ronnebypromenade und der Schiffsanlegestelle Wannsee beteiligt. Sie hatten die Aufgabe, für das etwa 4,6 Hektar große Gebiet mit Grünflächen, das sich an den Ufern des Großen Wannsees und des Kleinen Wannsees bis zur Königstraße beziehungsweise zur Wannseebrücke erstreckt, neue Ideen zu entwickeln. Erklärtes Ziel des Architektenwettbewerbs war es, den Ort zu einer touristischen Attraktion zu entwickeln.

Umbau-Projekt wird vom Land Berlin gefördert

Das Umbau-Projekt wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit Bundesmitteln und vom Land Berlin gefördert. Die Bauarbeiten, für die ein Kostenrahmen von 3,3 Millionen Euro vorgesehen ist, sollen noch im Winter 2019 beginnen.Grundlage für die Neugestaltung wird der Siegerentwurf der Architekten aus dem Büro hutterreimann sein. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf folgt damit dem Preisgericht.

Die Architekten des Siegerbüros finden, dass die kleine Parkanlage der Ronnebypromenade „wie ein etwas verstaubtes Kleinod am Übergang vom Großen zum Kleinen Wannsee“ liegt. Dabei besteche der Park in herausragender Wasserlage durch eine anspruchsvolle Topografie – den Hangabbruch der Grunewalddüne, der „reizvolle, weite Ausblicke über den See gewährt“. Genau diese Besonderheit wollten sie wieder herausarbeiten und mit gestalterischen Elementen unterstreichen.

Mauer entlang der Hangkante dient zur Orientierung

Damit die Besucher den Weg künftig leichter finden, soll der Park fließend mit dem vorhandenen Gehweg des Kronprinzessinnenwegs verbunden werden. Aus dem Gehweg soll der neue Dünenweg werden, der sich entlang der Hangkante und dann nach unten zur Uferpromenade schwingt.

Der Dünenweg wird künftig den S-Bahnhof und die Bushaltestellen barrierefrei mit dem Park und dem Schiffsanleger verbinden. Entlang der Hangkante soll eine Mauer zum Schutz an der steilen Böschung gebaut werden, sie dient aber auch gleichzeitig als Leitelement. Mit großen Schriftzügen steht darauf, wo es zum Schiffsanleger oder zum Borussiadenkmal geht. Damit wird die Orientierung erleichtert.

Auf der höchsten Stelle des Dünenweges – dem Bellevue – haben die Besucher einen perfekten Blick über den Wannsee. Vom Dünenweg zum Hafenplatz wird eine Treppe führen, auf der die Ausflügler auch in Ruhe sitzen können. Die Hafentreppe ist auch das entscheidende Detail für die neue Inszenierung der Promenade. Beim Hinabschreiten eröffnet sich das Wannseepanorama in seiner gesamten Breite.

Hafenplatz und die Hafenwiese werden auch umgestaltet

Umgestaltet werden auch der Hafenplatz und die Hafenwiese. Die Treppe führt auf den erweiterten Hafenplatz mit seinen Gebäuden für Ticketverkauf, Gastronomie und WC. Der Sitzbereich des Gastronomie-Kiosks soll erweitert werden. Die Hafenwiese wird sich in eine maritime Spielwiese unter alten Bäumen verwandeln. Passend zum Thema sollen neue Spielgeräte aufgebaut werden. Tischtennisplatten und Boulebahn könnten das Angebot ergänzen.

Die Jury lobte an dem Siegerentwurf, „dass sich durchgehend ein Dünenweg mit Blick auf das Wasser entlang des Hanges entwickelt“. Dadurch werde dem Ort eine neue Inszenierung des Hangs gegeben. Gewürdigt wird zudem, dass der Entwurf die Bestandsgebäude inte-griert und die schon bestehenden geschwungenen Mäuerchen fortgeführt und mit neuen Materialien aufgewertet werden.

Für den Bezirk wird die neue Promenade am Wannsee zugleich ein neuer Ort sein, der mehr Touristen in den Südwesten zieht. „Die Besucher sollen nicht nur direkt zum Schiffsanleger gehen und die Fähre nach Kladow nehmen, sondern Spaß daran haben, sich dort aufzuhalten“, sagt die Umweltstadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Es sei eine große Chance, diesen in die Jahre gekommenen Bereich jetzt neu gestalten zu können. Allein am Wasser zu sitzen und auf die Weite des Wannsees zu sehen, wird den Ausflug lohnen. Und Dünenwege gibt es sonst nur am Meer.

Promenade

Die Ronnebypromenade wurde nach der Stadt Ronneby im Südosten Schwedens genannt. Die Stadt mit 40.000 Einwohnern ist seit 1976 Partnerstadt des Bezirks, zunächst von Zehlendorf, heute von Steglitz-Zehlendorf.

Die Promenade ist eine städtische Grünanlage mit einem öffentlichen Zugang zum Wannseeufer. Dort befinden sich die Anlegestellen der Fährverbindung zwischen Wannsee und Kladow sowie der Stern- und Kreisschifffahrt, die verschiedene Rundfahrten über Seen und Flüsse anbietet.

Das Preisgericht unter Vorsitz des Landschaftsarchitekten Harald Fugmann empfahl den Entwurf mit dem ersten Preis von hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin zu realisieren. Den zweiten Preis erhielt das Büro Planorama Landschaftsarchitektur aus Berlin. Der dritte Preis ging an das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten GmbH aus Berlin.

Wettbewerbsergebnisse

Die Wettbewerbsergebnisse sind bis zum 10. Juni, wochentags von 8 bis 18 Uhr, im Rathaus Zehlendorf an der Kirchstraße im ersten Obergeschoss zu sehen. Alle eingereichten Arbeiten werden anschließend vom 8. August bis 5. September in der Senatsumweltverwaltung, Am Köllnischen Park 3, von 10 bis 17 zu sehen sein