Umbau

Bau des Gründerzentrums Fubic beginnt im Juni

In dem einstigen US-Militärkrankenhaus an der Fabeckstraße sollen sich ab 2022 bis zu 80 Start-ups ansiedeln.

In dem ehemaligen Pförtnerhäuschen des Krankenhauses können sich Anwohner über den Bau informieren

In dem ehemaligen Pförtnerhäuschen des Krankenhauses können sich Anwohner über den Bau informieren

Foto: Katrin Lange

Im Juni werden die ersten Bagger an der Fabeckstraße in Dahlem rollen. Dann beginnt der Bau des neuen Technologie- und Gründerzentrums „Fubic“. Ab 2022 sollen dort die ersten Start-ups einziehen. Bis zu 80 Unternehmen werden sich mit etwa 1000 Beschäftigten auf dem Gelände ansiedeln. Doch „bevor die ersten Staubwolken der Bagger zu sehen sind“ – so Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) – sollten die Anwohner über das Bauvorhaben informiert werden. Etwa 50 Zuhörer waren zu der Debatte in das Foyer des ehemaligen US-Hospitel gekommen. Sie hatten vor allem Fragen zu Parkplätzen, zum Lkw-Verkehr, zur Höhe der Gebäude, zu Abriss, Einzäunung und Zuwegung.

Ein Ort für junge Unternehmen

50 Millionen Euro investiert die Senatsverwaltung für Wirtschaft in den Standort an der Fabeckstraße. Fubic steht für „Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus“. Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände in direkter Nachbarschaft zur Freien Universität (FU) wird ein Ort geschaffen, an dem sich technologieorientierte Start-ups und junge Unternehmen aus den Bereichen Life-Science, Gesundheitswirtschaft sowie Informatik ansiedeln können. „Die Freie Universität mit ihren 35.000 Studierenden gehört zu den gründungsstärksten Hochschulen in Deutschland“, sagte die Kanzlerin der FU, Andrea Bör. Ein neues Gründerhaus, das ganz in der Nähe Anfang des Jahres eröffnet wurde, sei nach einer Woche ausgebucht gewesen. „Mit jeder Ausgründung, die aus Dahlem weggeht, gehen Forschung, Arbeitsplätze und Kooperationen verloren“, so Bör. Deshalb sei es wichtig, diesen Gründercampus zu errichten.

Café und Coworking-Spaces

Bau und Betrieb werden von der landeseigenen Wista Management GmbH übernommen, die bereits den Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof entwickelt hat. In einem ersten Schritt werden Teile des 1974 erbauten Militärkrankenhauses sowie einige alte Gebäude abgerissen. Die Klinik wird entkernt und um zwei Etagen aufgestockt. Die Technikaufbauten auf dem Dach sollen abgebaut und in den Untergeschossen eingebaut werden. In den einzelnen Etagen befinden sich künftig Labore, Büros, Coworking-Spaces und ein Café. In einer Tiefgarage stehen 180 Stellplätze zur Verfügung, auf der Straße noch einmal 120.

Sechs Neubauten von privaten Investoren

Rund um das Haupthaus entstehen sechs Neubauten, die von privaten Investoren gebaut und betrieben werden. 60 Prozent der Betriebsfläche soll Gründern von Start-ups vorbehalten bleiben, insbesondere Ausgründungen der FU. Sie ziehen zunächst in das umgebaute Krankenhaus. Die übrigen 40 Prozent können bereits am Markt etablierte technologieorientierte Unternehmen nutzen. Sie sollen in die Neubauten ziehen.

Leben mit einer Dauerbaustelle?

Die Anwohner interessierten sich vor allem, wie lange sie mit Belästigungen durch den Bau rechnen müssen. In einem ersten Schritt wird zunächst nur die alte Klinik umgebaut. Erst nach der Fertigstellung soll der Bau der sechs anderen Häuser starten. Zuhörer vermuteten daher, jahrelang eine Dauerbaustelle ertragen zu müssen. Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski, die zu dem Informationsabend eingeladen hatte, versuchte die Anwohner zu beruhigen. „Bereits während das Krankenhaus umgebaut wird, laufen die Verhandlungen mit potenziellen Investoren“, so die Bezirksbürgermeisterin. Interessen gäbe es jetzt schon genug.

Zufahrt bleibt an der Fabeckstraße

Auch die Abwicklung des Baustellenverkehrs war für die Anwohner interessant. Sie erfuhren, dass die einzige Zufahrt an der Fabeckstraße bestehen bleibt. Lkw können auf dem Gelände eine Schleife drehen und auch wieder an der Fabeckstraße rausfahren. Das gesamte Gelände wird künftig offen sein. Eine Querung ist von der Fabeckstraße durch das Haus zur Kamillenstraße künftig zu Fuß möglich.