Strandbad

Grüne fordern Sanierung des Lido im Strandbad Wannsee

Das Strandbad soll ganzjährig genutzt werden. Ein Konzept dafür stellte Unternehmerin Antje Lange vor. Jetzt legen die Grünen nach.

Rost und Verfall: Das ehemalige Restaurant Lido im Strandbad Wannsee soll wieder aufgebaut werden.

Rost und Verfall: Das ehemalige Restaurant Lido im Strandbad Wannsee soll wieder aufgebaut werden.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Gerade erst hat Unternehmerin Antje Lange ihr neues Konzept für eine ganzjährige Nutzung des Strandbades Wannsee vorgestellt, da legen die Grünen im Bezirk mit einem Antrag nach. In der nächsten Sitzung der Bezirksverordneten am 19. Juni soll er auf der Tagesordnung stehen. Was die Fraktion fordert, steht schon in der Überschrift: „Strandbad Wannsee: Nutzungsmöglichkeiten erweitern – Lido wiederherstellen“.

Die Grünen wollen das Strandbad Wannsee für kulturelle Aktivitäten und andere Freizeitmöglichkeiten öffnen und deshalb die gegenwärtigen Tages- und saisonalen Öffnungszeiten erweitern. Das ehemalige Strandrestaurant Lido am südlichen Rand des Strandbades soll denkmalgerecht saniert und für den gastronomischen Betrieb wiederhergestellt werden. In den Gebäuden, die teilweise nicht genutzt werden, könnten Angebote für Wellness und Sport untergebracht werden. Und schließlich schlagen die Grünen vor, das Gelände des Strandbades für weitere soziale Zwecke, wie zum Beispiel eine Kita oder kulturelle Veranstaltungen, zu öffnen.

Binnenseebad ist ein einzigartiges Denkmal

Ihren Forderungen lassen die Grünen eine ausführliche Begründung folgen. „Das größte Binnenstrandbad Europas am Wannsee ist ein einzigartiges Denkmal und eine architektonische Perle im Südwesten Berlins, das mit guter Verkehrsanbindung weit über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf hinaus Berliner und Touristen anzieht“, heißt es zum Beispiel. Das Potenzial für Freizeit, Erholung und Kultur sei aber nicht erschöpft. So würde das Strandbad auch in der Hochsaison zwischen Anfang Juni und Mitte August bereits um 20 Uhr schließen. Außerhalb der Badesaison sei es nicht zugänglich und im Winter gar nicht nutzbar. Die Grünen kritisieren ebenfalls den Verfall des ehemaligen Strandrestaurants Lido, das unbedingt ertüchtigt werden müsste.

Übereinstimmende Konzepte

Damit stimmt das Konzept der Grünen mit dem von Antje Lange weitestgehend überein. Die Unternehmerin hatte vorgeschlagen, im Strandbad eine Sauna und einen Fitness-Club einzurichten, das Lido mit Biergarten wiederzueröffnen und eine Mehrzweckhalle für Veranstaltungen auszubauen. Auch die Idee einer Kita steht in ihrem Konzept. Die Geschäftsfrau kann sich in den Hallen A und B zum Beispiel eine Wellnessanlage vorstellen, dafür rechnet sie mit einer Investitionssumme von zehn Millionen Euro und einer Bauzeit von zwei Jahren. Um mehr Besucher in das Strandbad zu ziehen, soll es ganzjährig Veranstaltungen geben, wie zum Beispiel Weihnachtsmarkt, Kunstevents, Gourmetwochen.

Die Fraktion der Grünen mahnt in ihrem Antrag zur Eile: „Jetzt ist die Zeit, aus den Ideen wirtschaftlich tragfähige Konzepte und realistische Optionen für eine denkmalgerechte Instandsetzung und Ertüchtigung der baulichen Substanz zu entwickeln.“ Der Ort und das 100 Jahre alte Denkmal seien es wert.