Umwelt

Holzhäuschen soll Enten vor dem Fuchs schützen

Auf dem so genannten Ententeich am Gustav-Mahler-Platz in Steglitz schwimmt seit kurzem ein Holzhaus für die Enten.

Das kleine Entenhaus treibt mitten auf dem Teich im Park am Gustav-Mahler-Platz in Steglitz

Das kleine Entenhaus treibt mitten auf dem Teich im Park am Gustav-Mahler-Platz in Steglitz

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Es ist ruhig geworden im Gustav-Mahler Park in Steglitz, der nicht weit entfernt vom Botanischen Garten an die Englerallee und Dahlem grenzt. In manchen Jahren war das Geschnatter der Enten schon von weiten zu hören, das hat dem kleinen Gewässer in der Grünanlage auch den inoffiziellen Namen Ententeich eingebracht. In letzter Zeit war nur noch eine Ente zu sehen, die am Ufer entlang watschelte. Möglich, dass sich andere im Schilf versteckt hatten.

Vielleicht hat sie aber auch der Fuchs geholt. Doch der hat jetzt keine Chance mehr: Die Enten haben ein kleines Haus bekommen, das mitten auf dem Teich schwimmt – sozusagen eine Schutzhütte.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes haben das Haus gebaut

Verantwortlich für das Haus ist das Umweltamt von Steglitz-Zehlendorf. Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) sagt, dass die Holzhütte auf Initiative des Pflegerreviers vom Werkhof des Fachbereichs Grünflächen entstand. Die Mitarbeiter hätten sie gebaut und in den Teich eingesetzt. Auf Nachfrage ergänzt eine Mitarbeiterin im Amt: „Das Haus ist hübsch anzusehen und die Enten können darin übernachten“. Sie fänden darin nicht nur Unterschlupf, sondern auch Schutz vor dem Fuchs.

Auch im Stadtpark gibt es Entenhäuschen

Im Stadtpark Steglitz gibt es schon seit längerem wieder zwei Entenhäuschen. „Manchmal brüten darin Teichhühner, wenn sie keinen anderen Platz, zum Beispiel unter einer Trauerweide im Wasser, finden“, sagt Kay Fischer, Entenexperte und Buchautor aus Steglitz. Die Enten würden diese Häuschen auch nutzen. „Schutz bieten solche Häuschen durchaus“, sagt Fischer. Solche Häuschen gehörten auf den Teich, jedoch nicht im Überfluss. Und das Grünflächenamt müsse diese auch pflegen. Tatsächlich aber brüten die Enten woanders, tief im Gebüsch oder auf Höfen, Balkonen, Terrassen.

Park ist schon älter als 100 Jahre

Den kleinen Gustav-Mahler-Park gibt es mehr als 100 Jahre. Schon damals war er als Grünfläche ausgezeichnet und damit von der Bebauung ausgenommen. Der Park wird nicht nur von Enten, sondern auch gern von Joggern und Senioren des benachbarten Pflegeheims gern genutzt.

Auf der Wiese am Teich picknicken ab und zu Familien, manche Besucher bringen ihre Klappliege mit, um sich in die Sonne zu legen. Sie alle haben jetzt einen neuen Blick auf den Teich. Sie können das Entenhaus beobachten, wie es sich im Wind dreht.