Sanierung

Ein neues Dach für St. Peter und Paul

Die Evangelische Kirche auf Nikolskoe wird noch bis zum Frühjahr 2020 saniert. Solange finden auch keine Gottesdienste statt.

Die Evangelische Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe ist wegen der Sanierungsarbeiten eingerüstet und geschlossen

Die Evangelische Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe ist wegen der Sanierungsarbeiten eingerüstet und geschlossen

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Keine Konzerte, keine Gottesdienste, keine Trauungen – in der Evangelischen Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe gehen derzeit nur die Handwerker ein und aus. Das Bauwerk ist eingerüstet und muss saniert werden. Bis zum Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Eigentümer sind die Berliner Forsten

Die Berliner Forsten sind als Eigentümer der Waldflächen im Bereich des Weltkulturerbes zwischen Glienicker Park und der Pfaueninsel auch verantwortlich für die Gebäude: Dazu gehören neben der denkmalgeschützten Kirche St. Peter und Paul, das Wirtshaus zur Pfaueninsel, das Wirtshaus Moorlake und das Blockhaus Nikolskoe. „In einem ersten Schritt wird die aufwändige Sanierung des Kirchendaches durchgeführt“, erläutert Dorothee Winden, Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr. Geplant seien ebenfalls die Instandsetzung der Balustrade und die Erneuerung der Heizungsanlage. „Die Gesamtkosten der denkmalgerechten Sanierung belaufen sich voraussichtlich auf etwa 1,3 Millionen Euro“, so Winden.

Untersuchungen seit knapp zwei Jahren

Es habe sich seit mehreren Jahren abgezeichnet, dass Baumaßnahmen in Angriff genommen werden müssten, insbesondere an der Heizungsanlage, berichtet Alice von Podbielski-Stellpflug, Vorsitzende des Kuratoriums von St. Peter und Paul. Seit knapp zwei Jahren seien Handwerker, Statiker und Architekten auf dem Gelände unterwegs, um den Zustand des Bauwerks zu untersuchen. Im Winter 2018/19 habe sich der nahende Baubeginn angekündigt. Ein weiterer Betrieb der Kirche mit einem komplett gesperrten Vorplatz, Bauzaun, Gerüsten, Bauplanen, demontierten Kirchenbänken, aufgerissenem Kirchenfußboden und Sandbergen vor dem Portal wäre nicht möglich gewesen. Aus diesem Grund sei beschlossen worden, die Kirche ganz zu schließen.

Ausweichtermine in der Kirchengemeinde Berlin-Wannsee

Überrascht davon waren nicht nur die Mitarbeiter in der Küsterei sondern auch Brautpaare und Taufeltern, die bereits Termine hatten. Ihnen wurden Ausweichtermine in der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Wannsee angeboten. Das habe fast immer am selben Tag und zu der gewünschten Uhrzeit geklappt, sagt die Kuratoriums-Vorsitzende. Vier Fünftel aller Paare hätten das Angebot angenommen.

Morsche Balken werden ausgetauscht

Die Kirche bekommt jetzt ein komplett neues Zinkdach. Dabei würden auch die zum Teil morschen und feuchten Balken darunter ausgetauscht werden, so Alice von Podbielski-Stellpflug. Auch die Glockentürme müssen abgedichtet und das Vordach saniert werden. Der Vorplatz wird aufgegraben, um eine neue Drainage für die Entwässerung zu legen. In der halbrunden Stützmauer werden herausgebrochene Steine erneuert und die Fugen restauriert. Die alte Heizung in der Kirche wird ausgebaut, die neue Heizungsanlage im Anbau montiert. Künftig gibt es unter jeder Kirchenbank einen neuen Heizkörper, auch auf der Empore befinden sich Heizkörper.

Fehlende Abstimmung mit anderen Kirchen

„Da wir nicht Eigentümer der Kirche St. Peter und Paul sind, konnten wir uns leider auch nicht abstimmen mit den Bauausführenden der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und des Domes“, sagt Alice von Podbielski-Stellpflug. Das sei bedauerlich. Es zeige aber auch, dass zum einen die Kirchen „in die Jahre“ gekommen und bauliche Maßnahmen erforderlich seien. Zum anderen werde deutlich, wie wichtig der ganzen Gesellschaft der Glaube und Kirche, sichtbar in ihren Gebäuden, immer noch sei, allen schwindenden Mitgliederzahlen zum Trotz. Kirchen seien als „steinernes Evangelium“ ein Ort für Rückzug, Einkehr, Besinnlichkeit, Stille und Gebet. „Die genannten Kirchen werden den Besucher hoffentlich bald und in vollem Umfang wieder zur Verfügung stehen“ so die Vorsitzende des Kuratoriums.