Schäden

Ein Parkmanager für den Stadtpark Steglitz

Die Grünanlage wurde saniert. Doch schon wieder rutschen die sandigen Steilufer der Teiche ab, die Wege sind Stolperfallen.

Kay Fischer am Ufer eines Teiches im Stadtpark Steglitz. Der Anwohner beschwert sich über den Zustand der Grünanlage

Kay Fischer am Ufer eines Teiches im Stadtpark Steglitz. Der Anwohner beschwert sich über den Zustand der Grünanlage

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Die Ufer sind saniert, die Hauptallee wurde neu gemacht, Teiche zum Teil entschlammt. Seit Jahren läuft die Sanierung im Stadtpark Steglitz, der vor mehr als 100 Jahren angelegt wurde und ein Gartendenkmal ist. Doch wenn Anwohner Kay Fischer durch den Park läuft, kann er sich nur ärgern. „Die Ufer am Teich sacken schon wieder ab“, kritisiert er die Arbeiten.

Statt der alten Steinplatten wurden kleine Schottersteine am Rand aufgeschüttet, die aber durch das steile Ufer wieder ins Wasser rutschen. „Oder die Kinder machen sich einen Spaß und werfen die kleinen Steine ins Wasser, sagt der Steglitzer.

Beschwerde beim Umweltamt

Die Ufer sind aber nur ein Problem für ihn. Bei einem Rundgang zeigt er die Trampelpfade quer über die Wiesen, die immer größer werden, fehlende Zaunteile am Spielplatz, auf den jeder Hund gelangen kann und die Stolperfallen auf den Wegen. Er hat sich beim Umweltamt des Bezirks beschwert, das jetzt über eine Lösung nachdenkt. „Der Stadtpark Steglitz ist eine Anlage im Bezirk, in der wir uns den Einsatz eines Parkmanagers vorstellen könnten“, antwortet Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) auf seine Beschwerde.

Mittler zwischen Mensch und Park

Die Nutzung des Parks habe sich geändert, heißt es in der Begründung. Dieser Aspekt erfordere verstärkte Kontrollen, die nicht durch das Personal des Fachbereichs Grünflächen erfolgen könne. Parkmanager seien „Mittler zwischen Menschen und Grünfläche (Park) beziehungsweise Mittler und Kommunikator zwischen Nutzer- und Interessengruppen“. Sie werden vor allem in stark genutzten Parks eingesetzt.

Jogger und Radfahrer auf den Wegen

Das trifft auf jeden Fall auf den Stadtpark Steglitz zu. Am späten Nachmittag nutzen viele die warmen Sonnenstrahlen. Sie sitzen auf den Bänken und Wiesen, an Teichen und Springbrunnen. Mütter schieben Kinderwagen über die Wege, die auch von Radfahrern und Joggern genutzt werden. Jugendliche lassen die Bässe wummern, der Konzertpavillon ist schon wieder mit Graffiti beschmiert.

Wege mit Kieselsteinen aufgeschüttet

An einer Weggabelung zeigt Kay Fischer ein Stück Restschlauch, das wie ein Knubbel aus dem Boden ragt. Das stamme noch von der Entschlammung der Teiche und sei eine Unfallquelle, sagt er. Aber auch die mit kleinen Kieselsteinen locker aufgeschütteten Wege passen seiner Ansicht nach nicht in das Bild des Stadtparks. Die Steine sollen Vertiefungen ausgleichen, in denen sich sonst das Regenwasser zu riesigen Pfützen sammelt. Es sei alles nur provisorisch saniert worden, so der Anwohner. Statt der kosmetischen Reparaturen fehle ein Gesamtkonzept.

Zaun auf dem Spielplatz ist offen

Am Spielplatz ist das rot-weiße Flatterband schon von weitem zu sehen. Es ersetzt einen fehlenden Zaun. Auf der gegenüberliegenden Seite sind gleich zwei Zaunteile zwischen den Pfosten herausgebrochen, eins liegt daneben auf dem Rasen. Eine Mutter geht nicht den Eingang des Spielplatzes, sondern nutzt das Loch im Zaun, um zu ihrem Kind zu gelangen. „Das kann nicht sein“, sagt Kay Fischer. Wozu gebe es schließlich ein Tor.

Verbogene Tiergartengitter

Auf dem Rückweg zeigt der Anwohner noch verbogene Tiergartengitter und den Rosenteich, an dem Teile der Steinumrandung fehlen. Fischer ist der Meinung, dass das so nicht bleiben kann. Soll es offenbar auch nicht: „Die Sanierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen und werden in diesem Jahr fortgesetzt“, verspricht Bezirksstadträtin Maren Schellenberg. Die Steilufer würden nochmals überarbeitet, fehlende Zäune und das defekte Tiergartengitter repariert werden. Es sei auch geplant, die Wege teilweise zu sanieren.

Neue Bäume und ein Trinkwasserbrunnen

Am Ende will Kay Fischer aber auch noch drei Dinge nennen, die ihm positiv im Stadtpark Steglitz aufgefallen sind: die neuen Bäume an der Hauptallee, die Installation eines Trinkwasserbrunnens und der Bach, der vom Drecke befreit wurde.