Stadtplanung

Neue Fußgängerzone am S-Bahnhof Zehlendorf eröffnet

Ein erster Schritt zur Umgestaltung der alten Dorfaue: Der kleine Abzweig am Teltower Damm ist ab sofort für den Autoverkehr gesperrt.

Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde des Bezirks entfernen die Folie von den neuen Schildern am „Kleinen Teltower Damm“.

Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde des Bezirks entfernen die Folie von den neuen Schildern am „Kleinen Teltower Damm“.

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Seit Jahren wird über die Neugestaltung des alten Dorfangers in Zehlendorf diskutiert. Rund um den Teltower Damm und das Rathaus Zehlendorf soll wieder ein Ortskern entstehen, an dem sich Anwohner und Passanten treffen und gern Zeit verbringen.

Ein erster Schritt ist dafür jetzt getan: Am Dienstagmittag wurde eine kleine Fußgängerzone am S-Bahnhof Zehlendorf eröffnet.

Der so genannte „Kleine Teltower Damm“ – ein Abzweig des Teltower Damm, der zur Martin-Buber-Straße und zum Platz vor der alten Post führt – ist ab sofort für den Autoverkehr gesperrt.

Fußgängerzone soll Verkehr sicherer machen

„Wir wollten etwas verändern und etwas verbessern“, sagt Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) zur Eröffnung der Fußgängerzone am Dienstag. Diese Ecke sei schon immer gefährlich gewesen, deshalb solle nun der Durchgangsverkehr herausgehalten werden. Viele Schüler, die zum Droste-Hülshoff-Gymnasium müssen, würden diesen Weg nutzen. Für sie werde der Schulweg jetzt sicherer.

Die Fußgängerzone zwischen dem Bettengeschäft und der Martin-Buber-Straße ist nicht nur für Fußgänger, sondern auch für Radfahrer frei. Von acht bis elf Uhr darf zudem der Lieferverkehr passieren. In dieser Zeit können die anliegenden Läden und das Restaurant beliefert werden.

Geschäftsleute protestieren gegen Zeitbegrenzung des Lieferverkehrs

Gegen die Zeitbegrenzung des Lieferverkehrs hat die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Zehlendorf-Mitte protestiert. Das sei „absolut inakzeptabel“, heißt es in einem Schreiben der Geschäftsleute an das Bezirksamt.

„Die Zehlendorfer Geschäfte werden bereits durch den samstags stattfindenden Wochenmarkt an diesem umsatzstarken Tag erheblich eingeschränkt, da ein Be- und Entladen nicht möglich ist und sich die schon im allgemeinen schlechte Parksituation noch verschärft“, sagen die Geschäftsinhaber Florian Herz und Mark Schmidt. Da es sich aber nur um einen Tag in der Woche handle, könne man damit leben. Denn der Wochenmarkt sei auch eine Bereicherung.

Sonderlösung für Gewerbetreibende angestrebt

„Aber wie sollen die anliegenden Geschäfte außerhalb dieses Zeitfensters beliefert werden?“, fragen die Händler. Aufgrund der bestehenden Lieferkette sei es teilweise nicht möglich, die Anlieferzeiten der Speditionen und Lieferanten zu ändern.

„Wir sind mit den Inhabern im Gespräch“, so Stadträtin Schellenberg zum aktuellen Stand der Debatte. Wahrscheinlich werde die Lösung auf Sondergenehmigungen für die Gewerbetreibenden hinauslaufen.

In der Martin-Buber-Straße ist zudem eine neue Lieferzone geschaffen worden. Diese erstreckt sich über zwei Parkplätze und wird für die Anlieferung frei gehalten. „Wir werden uns ein bis zwei Monate ansehen, wie die neue Fußgängerzone funktioniert und dann nachsteuern“, sagt Schellenberg. In der ersten Zeit wird die Straße noch mit Pollern gesichert, um ein unerlaubtes Einbiegen von Autos zu verhindern.

Wochenmarkt bleibt am Sonnabend am kleinen Teltower Damm

Der Wochenmarkt wird auch weiterhin am Sonnabend auf dem kleinen Teltower Damm stattfinden. Dafür hat das Straßen- und Grünflächenamt die Genehmigung erteilt. Marktbetreiber Farshad Goja würde den Markt gern auf den Mittwoch ausweiten.

Noch hat er keine Antwort vom Bezirksamt. „Der Antrag liegt uns vor und wird geprüft“, bestätigt Bezirksbürgermeisterin Cerstin-Richter-Kotowski (CDU). Am Sonnabend sei es kein Problem, den Lieferverkehr herauszuhalten. Anders mitten in der Woche. Da werde der Postplatz, auf dem die Marktstände aufgebaut sind, für die Anlieferung gebraucht.

Zahlreiche Konzepte und Vorschläge für die Dorfaue

Mehr Sicherheit, mehr Attraktivität – das verspricht sich das Bezirksamt von der Einrichtung der Fußgängerzone für das Zentrum von Zehlendorf. Seit Jahren gibt es immer wieder neue Konzepte und Ideen für die Neugestaltung der alten Dorfaue. Das Bezirksamt hat schließlich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Umgestaltung der historischen Mitte am Teltower Damm von der Dorfkirche bis zum S-Bahnhof Zehlendorf beschäftigen sollte. Mehr Leben in diesem Bereich – das war das Ziel.

In einem ersten Konzept, das in einer Bürgerversammlung 2017 vorgestellt wurde, gab es verschiedene Schwerpunkte: So sollten der historische Winkel rund um die alte Schule und die Dorfkirche, das Rathausumfeld, der Postplatz und die Kreuzung Kirchstraße und Martin-Buber-Straße weiterentwickelt, umgebaut oder verschönert werden werden.

Anwohner wünschen sich einen Rosengarten

Aber auch die Anwohner brachten in der Debatte einige Ideen ein. Sie könnten sich auf dem grünen Anger auch einen Rosengarten, Schachfelder oder einen Bouleplatz vorstellen. Weitere Vorschläge: Skattische oder einen Spielplatz. Im Gespräch war ebenfalls, wieder einen kleinen Teich auf dem Anger anzulegen, dort wo es vor 100 Jahren bereits einen Löschteich gegeben hat.

Die Fußgängerzone, die jetzt ausgeschildert ist, war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon im Gespräch. Die wichtigsten Diskussionsthemen rund um das Zentrum von Zehlendorf werden aber die Parkplätze und der Verkehr auf dem Teltower Damm sein. Daran wird weiterhin gearbeitet.