Haushaltsabschluss 2018

Warum Steglitz-Zehlendorf das geringste Guthaben hat

Steglitz-Zehlendorf hat die geringste Geldsumme aller Bezirke auf der hohen Kante. Grund sind die Ausgaben für Hilfen zur Erziehung.

Cerstin Richter-Kotwoski (CDU) ist Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf. Sie erklärt den Haushalt.

Cerstin Richter-Kotwoski (CDU) ist Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf. Sie erklärt den Haushalt.

Foto: Joerg Krauthoefer/Funke Medien Gruppe

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotwoski (CDU) sitzt gerade im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses, als sie die Nachfrage zum Haushaltsjahr 2018 erreicht. Sie geht einen Moment vor die Tür, um die Zahlen am Telefon zu erklären. Erst am Vortag habe sie selbst die detaillierte Aufstellung der Bezirke bekommen, deshalb hätte sie sich zunächst nur eine grobe Übersicht verschaffen können, sagt sie der Berliner Morgenpost.

Nur 300.000 Euro an Überschüssen im Jahr 2018

Steglitz-Zehlendorf ist der Bezirk mit dem geringsten Guthaben. Das isolierte Jahresergebnis 2018 beträgt 300.000 Euro. Zum Vergleich: In Tempelhof-Schöneberg sind es 10,1 Millionen Euro. Werden die Überschüsse aus den Vorjahren addiert, hat Steglitz-Zehlendorf 4,2 Millionen Euro auf der hohen Kante, fast 20 Millionen Euro weniger als Lichtenberg. Woran liegt das? Wer hat schlecht oder gut gewirtschaftet? Darüber könne sie sich kein Urteil erlauben, sagt die Bezirksbürgermeisterin.

Allein 7,2 Millionen Euro Mehrausgaben

Was sie mit Sicherheit sagen kann: In Steglitz-Zehlendorf sind die Hilfen zur Erziehung der Posten, der dafür zuständig ist, dass kein höheres Sparguthaben auf dem Konto im Südwesten ist. Der Bezirk hat vom Land 24,1 Millionen Euro für die Hilfen zur Erziehung im Jahr 2018 zugewiesen bekommen. „Ausgegeben haben wir aber 31,3 Millionen Euro“, sagt Cerstin Richter-Kotowski. Die Überschreitung des Haushaltsansatzes um 7,2 Millionen Euro erklärt die Bezirksbürgermeisterin mit der besonderen Situation in Steglitz-Zehlendorf.

Angebote sind teurer im Südwesten

So bestehe eine höhere Bereitschaft in ihrem Bezirk, die Angebote überhaupt nachzufragen und anzunehmen. Zudem gebe es im Südwesten nicht so viele freie Träger, auf die sie zurückgreifen könnte. „Aus diesem Grund sind wir auf kostenintensivere Angebote an gewiesen“, sagt Richter-Kotwoski. Das Land habe aufgrund der Mehrausgaben von 7,2 Millionen Euro den Haushaltsansatz um zwei Millionen erhöht. Den restlichen Betrag von fast fünf Millionen Euro musste der Bezirk aus seinen eigenen Säckel ausgleichen. Andere Bezirke, so die Kritik von Cerstin Richter-Kotowski, hätten ihre Mehrausgaben bei den Hilfen zur Erziehung komplett vom Land erstattet bekommen, Steglitz-Zehlendorf nicht. Deshalb fielen die Ersparnisse geringer aus.