Straßenbau

Ausbau der Hildburghauser Straße geht erst Ende 2020 weiter

Die Arbeiten müssen für 1,5 Jahre unterbrochen werden. Das Bezirksamt sucht eine neue Firma.

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) berichtet in der Bürgerversammlung über den weiteren Ausbau der Hildburghauser Straße in Lichterfelde

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) berichtet in der Bürgerversammlung über den weiteren Ausbau der Hildburghauser Straße in Lichterfelde

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Erst im Oktober 2020 soll der Ausbau der Hildburghauser Straße in Lichterfelde weitergehen. Das erfuhren Anwohner und Interessierte auf einer Bürgerversammlung am Mittwochabend in der Clubgaststätte des BTTC Grün-Weiß, zu der das Bezirksamt eingeladen hatte. Für fast 1,5 Jahre müssen die Arbeiten unterbrochen werden. Damit geht die unendliche Geschichte des Bauvorhabens weiter. Im Jahr 2000 war der Ausbau des Straßenzuges Blanckertzweg-Hildburghauser Straße beschlossen worden. 16 Jahre später konnten die ersten Arbeiten beginnen. 1400 Meter sind bis heute fast fertig, 900 Meter fehlen immer noch.

Wasserbetriebe sanieren Leitungen

Der Leiter des Tiefbauamtes, Martin Müller-Ettler, nennt verschiedene Gründe für Verzögerung und die Unterbrechung des Ausbaus. So habe die beauftragte Firma nicht die Erwartungen erfüllt und vor allem Zeitvorgaben nicht eingehalten. Als kein weiterer Baufortschritt zu sehen war, hat das Bezirksamt der Firma gekündigt. Jetzt muss der Auftrag neu ausgeschrieben und eine neue Firma beauftragt werden. Die Zeit wollen die Berliner Wasserbetriebe nutzen, um ab dem ersten Halbjahr 2020 Leitungen in der Hildburghauser Straße zu sanieren. Ein weiterer Grund sei der Personalmangel in der Abteilung, sagt Müller-Ettler. Wichtige Mitarbeiter hätten das Straßen- und Grünflächenamt verlassen.

Sporthalle kann zu Ende gebaut werden

Es gibt aber auch einen positiven Aspekt, denn die neuerlich Verzögerung mit sich bringt. So hat der Bau der Sporthalle an der Grundschule am Karpfenteich an der Hildburghauser Straße 135-145 begonnen – in einem noch unsanierten Straßenabschnitt. Der Bauzaun blockiert schon jetzt den Gehweg und einen Teil der Straße. „Die Sporthalle kann jetzt ohne Behinderung durch den Straßenbau gebaut werden“, sagt der Amtsleiter. Auf Nachfrage aus dem Publikum versicherte er, dass die Sporthalle bis Ende 2020 fertig sein sollte.

Straße wird provisorisch ausgebessert

Um die Zeit bis zum Weiterbau zu überbrücken, sollen ab April die gravierendsten Straßenschäden ausgebessert werden. Betroffen davon sind auch die Lorenz- und die Mariannenstraße. Damit gibt es ein weiteres Provisorium. Die Hildburghauser Straße wurde 1953 im Rahmen des Notstandstandsprogramms bereits nur provisorisch gebaut. Erst mehr als 50 Jahre später kam der Beschluss, die Hauptverkehrsstraße endlich richtig auszubauen. Die Planungen hatten 2004 begonnen und wurden 2006 durch die Verabschiedung des Straßenausbaubeitragsgesetz unterbrochen. Daraufhin hätten die Bezirksverordneten eine Vorzugsvariante verabschieden müssen – verweigerten aber ihre Zustimmung.

Straßenausbaubeitragsgesetz wurde wieder abgeschafft

Erst nach der Abschaffung des Gesetzes 2012 konnten die Planungen weitergehen. Sie mussten jetzt noch einmal überarbeitet werden. Aus diesem Grund konnten die Arbeiten erst 2016 beginnen. Fertig sind die Abschnitte von der Osdorfer Straße bis zur Straße Am Pfarracker (550 Meter) und das anschließende Stück bis zum Steilheilpfad (700 Meter). Noch Restarbeiten müssen in dem 150 Meter langen Bereich vom Steilheilpfad bis zum Oberhofer Weg erledigt werden. Was noch fehlt, sind die Abschnitte vom Oberhofer Weg bis zur Mariannenstraße (400 Meter) und dann weiter bis zur Bezirksgrenze (500 Meter).

Überbrückungshilfe für Geschäfte

Gernot Mann von der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf verwies darauf, dass Geschäfte, die aufgrund der Straßenbauarbeiten einen existenzbedrohenden Umsatzrückgang haben, eine Überbrückungshilfe bei der Senatswirtschaftsverwaltung beantragen können. Nach der Fertigstellung, daran wurde in der Bürgerversammlung kein Zweifel gelassen, wird wieder Tempo 50 in der Hildburghauser Straße gelten. Wegen der Straßenschäden war teilweise eine Begrenzung auf 30 Kilometer in der Stunde angeordnet worden. Einige Besucher der Informationsveranstaltung plädierten dafür, Tempo 30 beizubehalten. Da es aber eine Hauptverkehrsstraße ist, kann die Geschwindigkeit nicht ohne Grund reduziert werden. Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) versprach jedoch, zu prüfen, ob vor Kitas und Schulen in der Straße Tempo 30 angeordnet werden kann.

Lastkraftwagen fahren weiter durch die Straße

Auch dem Wunsch, die Straße künftig für Lastkraftwagen zu sperren, erteilte das Bezirksamt eine Absage. „Wo sollen sie sonst fahren“, fragte Martin Müller-Ettler zurück. Es gebe keinen Grund, den Schwerlastverkehr aus der Hildburghauser Straße herauszuhalten. Busse und LKW werden weiterhin durchfahren.

Radfahrer dürfen Gehwege nutzen

Eine Besonderheit wird es aber für Radfahrer geben. Da die Straße nicht an allen Stellen breit genug ist, um einen Radweg anzulegen, werden die Gehwege für Fahrradfahrer freigegeben. „Wer nicht mutig genug ist, auf der Straße zu fahren, kann also den Bürgersteig nutzen“, so Müller-Ettler.