Bauprojekt

Diakonieverein baut Service-Wohnungen für Senioren

Das neue Haus entsteht in der Glockenstraße in Zehlendorf. Mittagessen, Pflege und Reinigung – für alles ist gesorgt.

Vollziehen den ersten Spatenstich auf dem Diakonie-Gelände in Zehlendorf: Architekt Siegmund Rahl, Oberin Constanze Schlecht, Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) und Jan Dreher, kaufmännischer Vorstand Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. (v.l.)

Vollziehen den ersten Spatenstich auf dem Diakonie-Gelände in Zehlendorf: Architekt Siegmund Rahl, Oberin Constanze Schlecht, Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) und Jan Dreher, kaufmännischer Vorstand Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. (v.l.)

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Bevor überhaupt der erste Spaten im Sand versinkt, hat der Fuchs schon einmal den seltsamen Haufen inspiziert. Deutlich sind seine Spuren auf der noch glatten Oberfläche zu sehen. In Zehlendorf ist er längst kein seltener Gast mehr. Doch während sich die Wiese auf dem Gelände des Diakonievereins an der Glockenstraße 8 langsam mit Gästen füllt, hat sich der schlaue Fuchs natürlich zurückgezogen. Kurz darauf wirbeln die Spaten den Sand auf und die Spuren verwischen: Mit dem ersten Spatenstich wurde am Freitag symbolisch der Baubeginn für die „Glockenvilla“ gefeiert. Bereits in einem Jahr sollen die ersten Mieter einziehen.

Gemeinschaftsraum für Feiern im Erdgeschoss

Es ist ein besonderes Haus, das in dem weitläufigen Garten entsteht. Die 14 seniorengerechten Wohnungen sind verteilt auf vier Etagen und zwischen 36 und 80 Quadratmeter groß. Es gibt eine Wohnung mit einem Zimmer, zwölf mit zwei Zimmern und eine Drei-Raum-Wohnung. Zusätzlich ist ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss für Familienfeiern, Veranstaltungen, gemeinsame Mahlzeiten und andere Freizeitaktivitäten geplant. Alle Wohnungen sind barrierefrei.

Verschiedene Serviceleistungen im Angebot

Über eine Grundpauschale können die Mieter verschiedene Leistungen in Anspruch nehmen. Dazu gehören ein Hausnotruf, ein Medikamentenservice, Beratungen zu sozialrechtlichen und pflegerischen Themen sowie ein Hausmeisterservice für kleine Reparaturen. Dazu können verschiedene Wahlleistungen gebucht werden, wie Mittagessen und Reinigung.

Bei einer Pflegebedürftigkeit kann der Kontakt zum Pflegedienst auf dem Gelände aufgenommen werden. „Mit der Glockenvilla wollen wir dem großen Bedarf an Wohnraum für für ältere Menschen nachkommen“, sagt Jan Dreher, Kaufmännischer Vorstand des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf.

Neubau soll Diakonieverein wirtschaftlich stärken

Die Glockenvilla ist das letzte Projekt an der Glockenstraße. „Damit sind die Baumaßnahmen auf unserem Heimathausgelände abgeschlossen“, so Dreher. Mit dem aktuellen Bauprojekt und dem bereits beendeten Bau und Umbau der Wiesenvilla und der Gartenvilla solle der Diakonieverein wirtschaftlich gestärkt werden. „In der ersten Hälfte des kommenden Jahres soll alles fertig sein“, sagt Dreher. Er hoffe auf einen nicht zu langen Winter.

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) hob die Verbundenheit des Diakonievereins mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf hervor. Seit 125 Jahren ist der Verein auf dem Zehlendorfer Gelände ansässig – das soll am 11. April gefeiert werden. Zu einem Jubiläum mache man sich ein Geschenk, so die Bezirksbürgermeisterin, dafür habe man jetzt den ersten Spatenstich getan.

Gäste- und Tagungshaus in Zehlendorf

Etwa 2100 Mitglieder gehören zum Zehlendorfer Diakonieverein, der gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke verfolgt. Mit 1800 Schwestern und Pflegern ist der Verein Träger der größten evangelischen Schwesternschaft in Deutschland. Auf dem Gelände an der Glockenstraße betreibt der Diakonieverein ein Gäste- und Tagungshaus, ein Haus für betreutes Wohnen sowie eine ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaft. In mehreren Wohnhäusern leben junge Familien ebenso wie pensionierte Schwestern.