Hortbetreuung

Kein Platz für die Betreuung am Nachmittag

Der Containerbau musste an der Grundschule an der Bäke gesperrt werden. Eltern beschweren sich, weil Platz für die Betreuung fehlt.

Die Kinder an der Grundschule an der Bäke in Steglitz werden nachmittags in Klassenzimmern betreut.

Die Kinder an der Grundschule an der Bäke in Steglitz werden nachmittags in Klassenzimmern betreut.

Foto: Marijan Murat / dpa

Seit den Herbstferien 2018 ist der mobile Unterrichtscontainer (MUR) an der Steglitzer Grundschule an der Bäke aus Sicherheitsgründen geschlossen. Der Bau drohte einzustürzen. In dem Pavillon auf dem Schulhof werden die Kinder der Klassen eins bis sechs im Hort betreut. Das ist nun nicht mehr möglich. Stattdessen müssen Klassenräume und Flure genutzt werden. Elternvertreter der 1. und 2. Klassen haben sich jetzt mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Darin beschweren sie sich über die Zustände an der Schule und warnen vor Gefahren für die Sicherheit der Kinder.

„Infolge der Nutzung der Flure für den Hortbetrieb stehen Möbel, Ranzen und andere Utensilien des Hortbetriebs in den Fluren“, heißt es in dem Brief. Das gefährde den Brandschutz und die Fluchtmöglichkeiten. Da die Hortbetreuung auf zwei Stockwerke und den Pausenhof verteilt ist, könnten die Kinder nicht ausreichend beaufsichtigt werden. Die Eltern sprechen von einer Verletzungsgefahr, weil die Klassenräume überfüllt sind. Zudem bräuchten die Lehrer die Räume nach Unterrichtsende für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. „Wann stehen endlich die versprochenen Container zur Verfügung?“, wollen sie in ihrem Schreiben wissen.

Die Schule muss noch ein halbes Jahr improvisieren

Tatsächlich hatte Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) versprochen, dass der Abriss der mobilen Bauten so schnell wie möglich erfolgen soll, damit Platz für neue Containerbauten ist. Etwa drei Monate veranschlagte der Stadtrat für den Aufbau der neuen mobilen Klassenräume – das war vor einem halben Jahr. „Im Bereich Bauen gibt es immer wieder Unvorhersehbarkeiten“, sagt Mückisch, nach der Verzögerung befragt. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung sei gerade abgeschlossen worden und werde noch in dieser Woche in der Senatsverwaltung für Finanzen eingereicht. Geprüft wurden die Anmietung oder der Kauf von Containern. „Wir haben uns für den Kauf entschieden“, so der Stadtrat. Denn wenn die Container an der einen Stelle nicht mehr gebraucht würden, könnten sie an einem anderen Standort wieder aufgestellt werden.

Der Abriss des Pavillons an der Grundschule an der Bäke soll jetzt Anfang April erfolgen. Parallel wird der Wiederaufbau der neuen Container ausgeschrieben, das Verfahren läuft etwa bis Mitte Mai. Produktion, Lieferung und Montage sollten bis Anfang September abgeschlossen sein. „Das bedeutet für die Schule, dass das nächste halbe Jahr noch überbrückt werden muss“, sagt Stadtrat Mückisch.

An fünf Grundschulen mussten die Containerbauten gesperrt werden

Betroffen von den Schließungen der mobilen Klassenzimmer sind fünf Grundschulen in Steglitz-Zehlendorf. Neben der Grundschule an der Bäke müssen auch die Mercator-, Giesensdorfer-, Alt-Lankwitzer und Käthe-Kruse-Grundschule ohne ihre Zusatzbauten auskommen. An allen Standorten müssen die eingeschossigen Containerbauten auf dem Schulgelände wegen Statikproblemen abgerissen werden. An jedem Standort fallen pro Containerbau vier Klassenräume und die Toilettenanlagen weg. Alle Schulen mussten Übergangslösungen finden, was dazu führte, dass auch Unterrichtsräume als Mensa oder für die Hortbetreuung genutzt werden müssen.

Die Containerbauten aus den 1970-er Jahren sind mit sogenannten Wellstegträgern ausgestattet. Bereits vor drei Jahren hat Steglitz-Zehlendorf alle Gebäude dieses eingeschossigen Bautyps untersuchen lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Statiker vorsorglich angeordnet, dass die zulässige Schneelast zu reduzieren ist. Die Dächer mussten daraufhin bereits bei weniger starkem Schneefall geräumt werden. Erst nach dem Abriss der Containerbaus an der Grundschule am Stadtpark Steglitz im Jahr 2018 konnte ein spezielles Prüflabor die Wellstegträger untersuchen. Mit dem Ergebnis: Durch den Schneefall und die Einwirkung der Feuchtigkeit in den Wintermonaten werden die Dächer und die Konstruktion zusätzlich belastet. Dadurch reduziert sich das statisch vorgeschriebene Sicherheitsniveau der Gebäude. Aus diesem Grund mussten die Bauten gesperrt werden.