Debatte

Statt Flüchtlingsunterkünfte: Osteweg bleibt Schulstandort

Der Senat wollte 2019 mit dem Bau von Flüchtlingsunterkünften beginnen. Jetzt spricht er sich für eine Schule und Sporthalle aus.

Am Osteweg soll seit Jahren eine neue Schule entstehen. 

Am Osteweg soll seit Jahren eine neue Schule entstehen. 

Foto: Bürgerinitiative Osteweg

Berlin. Noch im Dezember 2018 hat der Senat den Baubeginn von Modularen Flüchtlingsunterkünften (MUF) am Osteweg 63 für das Jahr 2019 angekündigt. Jetzt folgt auf einer Informationsveranstaltung in der Mavuno Kirche am Osteweg die Kehrtwende. Der Senat habe sich, vertreten durch Bildungsstaatssekretär Mark Rackles, das erste Mal deutlich zum Schul- und Sporthallenstandort am Osteweg bekannt, sagte Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) nach der Debatte. Allerdings gibt es eine Bedingung: Wenn der Bezirk am Osteweg eine Schule und eine Sporthalle bauen will, muss er einen Ersatzstandort für das Flüchtlingsheim finden.

Breites Bildungsangebot soll realisiert werden

Mehr als 250 Anwohner und Interessierte waren zu der Podiumsdiskussion in die kleine Kirche gekommen. Eingeladen war auch Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), der sich aus Termingründen von Staatssekretär Rackles vertreten ließ. "Der Senat hat endlich erkannt, dass für das Einzugsgebiet Osteweg ein sehr hoher Bedarf für Schule und Sport existiert und gehandelt werden muss", so die Bezirsbürgermeisterin. Das Gelände sei schon immer für einen Schul- und Sporthallenstandort vorgesehen gewesen. Sie wolle am Osteweg zukünftig ein breites Bildungsangebot realisieren.

In der Veranstaltung sprach die Bezirksbürgermeisterin von zwei Ersatzstandorten, die sie bereits im Blick habe. Wo sich diese befinden, verriet sie nicht. Für die "Bürgerinitiative Schulstandort Osteweg" ist das Bekenntnis des Senats "auf alle Fälle ein Erfolg", so Sprecher Carsten Knorr. Zum ersten Mal sei überhaupt der Senat auf einer Bürgerveranstaltung vertreten gewesen, allein das sehe er schon als positives Signal. Die Bürgerinitiative hatte mehr als 2000 Unterschriften für den Erhalt des Schulstandortes gesammelt.

Der Bezirk entwickelt jetzt gemeinsam mit der Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule ein Konzept, um die zwei unterschiedlichen Standorte der Grund- und Oberschule auf dem Gelände der ehemaligen McNair Barracks mit seinen denkmalgeschützten Telefunkenwerken zusammenzuführen und nach Montessori-Konzept die Bildungsversorgung in Steglitz-Zehlendorf sicherzustellen. Gleichzeitig ist auf dem Osteweg 63 eine große Sechs-Feld-Sporthalle geplant.

Am Osteweg sollte ein viergeschossiges Gebäude für 220 Flüchtlinge entstehen. Seit fast zehn Jahren plant der Bezirk an diesem Standort jedoch eine neue Schule. Das Grundstück war für diesen Zweck reserviert. Die ersten Pläne, dort einen Ersatzstandort für die Kopernikus-Schule zu errichten, konnten nicht finanziert und damit nicht umgesetzt werden.

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