Freie Universität Berlin

"Debatte Dahlem" als neue Veranstaltungsreihe

Die Freie Universität lädt Vertreter aus Politik und Wirtschaft ein. Die Auftakt-Debatte mit Claudia Roth und Norbert Lammert

Einer der Gäste wird Claudia Roth (Grüne) sein

Einer der Gäste wird Claudia Roth (Grüne) sein

Foto: Karlheinz Schindler / dpa

Berlin. Es sind unruhige politische Zeiten. Etablierte Parteien verlieren an Einfluss, einst kleine Parteien gewinnen immer mehr Wähler. Mittlerweile liegen viele Parteien gleichauf in der Wählergunst. Die Freie Universität Berlin will diese angespannten Zeiten jetzt zum Thema der neuen Veranstaltungsreihe "Debatte Dahlem" machen.

In dem öffentlichen Diskussionsformat sollen Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammengebracht werden und über aktuelle Fragen diskutieren. Das können Streitpunkte aus Politik und Gesellschaft sein, wie die öffentliche Debattenkultur, die Rolle des deutschen Parlaments oder die Wahlen. Das Gesprächsforum wurde vom Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften sowie vom Osi-Club an der Freien Universität initiiert. Die Veranstaltungsreihe ist öffentlich, der Eintritt frei.

Die Auftakt-Debatte ist am 4. Februar 2019, 18.15 Uhr bis 20 Uhr, im Henry-Ford-Bau, Garystraße 35 in Dahlem. Zum Thema "Abschied vom Arbeitsparlament? Debattenkultur und Arbeitsweise in Zeiten wachsender Polarisierung" diskutieren Claudia Roth (Grüne), Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestages und der Präsident des Deutschen Bundestages a.D. Norbert Lammert (CDU) mit der Politologin Sabine Kropp von der Freien Universität. Moderiert wird die Veranstaltung von Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin des Hauptstadtbüros der Rheinischen Post.

Zwei Fragen im Mittelpunkt der Diskussion

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen zwei Fragen: Wie werden in Zeiten politischer Anspannung öffentliche Debatten geführt? Wie hat sich die eingespielte Arbeitsweise im Parlament seit dem Einzug der AfD im Oktober 2017 gewandelt? "Demokratie lebt von der lebendigen öffentlichen Auseinandersetzung über gegensätzliche Positionen", sagt Sabine Kropp. Dafür sei das Parlament einer der zentralen Austragungsorte im Verfassungsstaat.

Sechs Fraktionen sitzen derzeit im Deutschen Bundestag. Nicht nur innerhalb der Bundesregierung träten seither vermehrt Konflikte auf, so die Politologin. Auch die vier Oppositionsparteien stünden für höchst unterschiedliche Positionen und Politikstile. "Mit dem Einzug der AfD ist die Rhetorik in den Plenardebatten schärfer geworden, die Beziehungen zwischen den Fraktionen sind stärker polarisiert", betont Sabine Kropp.

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