Nach Weihnachtsferien

Holpriger Schulstart: Kalte Räume, Bauschutt und lange Wege

Die Weihnachtsferien sind vorbei. Für einige Schüler gab es am Montag trotzdem noch einen freien Tag.

Am Gymnasium Steglitz gab es am Montag kältefrei.

Am Gymnasium Steglitz gab es am Montag kältefrei.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Der erste Schultag nach den Weihnachtsferien begann für die Schüler am Gymnasium Steglitz mit „Kältefrei“. So stand es auf der Schulhomepage. „Der Heizungskessel ist nicht angesprungen“, erklärt Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU). In den Klassenräumen seien Temperaturen von zwölf bis 14 Grad erreicht worden. Bereits im Dezember war die Heizungsanlage in der Schule ausgefallen. Offenbar gibt es ein Problem beim Hoch- und Herunterfahren der Anlage in den Ferien und an den Wochenenden. Eine Wartungsfirma war am Montag vor Ort, am heutigen Dienstag soll wieder Unterricht stattfinden. Ein Problem gab es auch am Paulsen-Gymnasium in Steglitz: Dort funktionierte nach den Ferien der Fahrstuhl nicht mehr. In dem Gymnasium lernen zwei Schüler, die im Rollstuhl sitzen. Der Hausmeister arbeite bereits an der Behebung des Problems, hieß es am Montag aus der Schule.

Auch in anderen Bezirken verlief der Start ins neue Jahr nicht überall ganz rund. In der Hausburg-Grundschule in Friedrichshain beschwerten sich Eltern am Montag über nicht beseitigte Reste von Sanierungsarbeiten. Die Schüler fanden am ersten Schultag neben Bauschutt auch Hinterlassenschaften der Arbeiter, etwa Kuchenreste. Auch die versprochenen Seifenspender in den Toiletten seien noch nicht installiert worden, kritisierte der Bezirkselternausschuss. Auf saubere Klassenräume, geruchsfreie Toiletten und weniger bauliche Mängel hoffte am Montag auch Nodjinan Nimindé-Dundadengar, Vorsitzender des Bezirkselternausschusses Tempelhof-Schöneberg. Die Eltern hätten schlechte Erfahrungen mit der Qualität der Reinigungsarbeiten gemacht, begründet er seine Bedenken. An der Spreewaldschule in Schöneberg blieb es am ersten Tag nach den Ferien ruhig: Auch weil die Bauarbeiter am Morgen nicht erschienen waren. Die Arbeiten am Freizeitgebäude mit Mensa sollen zum Schuljahr 2019/2020 beendet werden. Der Wasserschaden in der Tempelherren-Grundschule wurde behoben, die Dixi-Toiletten sind nicht mehr nötig.

Kinder der Grundschule am Weißen See müssen pendeln

In Pankow prägt das Baugeschehen ohnehin an vielen Lernorten den Alltag. Ganz besonders den von den Kindern der Grundschule am Weißen See. Für sie begann das neue Schuljahr so, wie das alte endete: in einem Shuttlebus. Weil die Grundschule noch drei Jahre lang ein Sanierungsfall bleibt, sind die Tore dauerhaft verschlossen. So müssen die Kinder jeden Tag zum Ausweichstandort in der Falkenberger Straße pendeln. Gleiches trifft laut Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) auch auf die Rudolf-Dörrier-Grundschule in Rosenthal zu, wo der Betrieb ebenfalls an einen Ersatzstandort verlagert wird. Zu kurzzeitigen Einschränkungen kommt es auch an der Heinrich-Roller-Grundschule in Prenzlauer Berg, wo Fassaden und Fenster erneuert werden, sowie an der Grundschule am Falkplatz. Hier gilt es, zeitweise auf Aula und Sporthalle zu verzichten. Die größten Sorgen bereitet Stadtrat Kühne die Situation des Baugewerbes insgesamt. Personelle und materielle Engpässe bei den Firmen gefährdeten immer wieder den Zeitplan. „Es kommt regelmäßig zu Verzögerungen bei Baumaßnahmen, weil Ausschreibungen wiederholt werden müssen oder Baufirmen bestehende Aufträge nicht erfüllen können oder zurückgeben.“

In Reinickendorf hat Schulstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) sogar erfreuliche Nachrichten zum neuen Schulstandort am Waidmannsluster Damm: „Staatssekretär Mark Rackles hat angekündigt, dass aller Voraussicht nach dort auf den Bau von Modularen Unterkünften für Flüchtlinge (MUF) verzichtet wird und der Schulstandort gehalten werden kann“, so Dollase.