Brückenabriss

Brücke, die Breitenbachplatz zerschneidet, könnte weichen

Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus fordert jetzt, den Abriss der Brücke zu prüfen. Die Alternative wäre eine Sanierung.

Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann: "Die Brücke muss weg".

Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann: "Die Brücke muss weg".

Foto: Anikka Bauer

Berlin. Sanierung oder Abriss der Brücke am Breitenbachplatz – diese Frage ist wieder offen. Nachdem sich die Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf für einen Abriss ausgesprochen haben, fordert jetzt auch die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus eine neue Qualität für den Breitenbachplatz. Dafür soll der „Rückbau des Brückenbauwerks zugunsten einer ebenerdigen Verkehrsführung über den Platz geprüft werden“.

Die Brücke, die den Breitenbachplatz zerschneidet, sei ein „unschönes Erbe unvollendeter Verkehrs- und Stadtplanung“, begründet die Fraktion ihren Antrag, der Anfang Januar behandelt wird. Der vorgesehene Lückenschluss an der Schildhornstraße zwischen dem Autobahnzubringer A100 und der Westtangenten A103 werde seit Jahrzehnten nicht verfolgt.

Damit schließen sie an die Kritik von Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann an. Der Architekt und Stadtplaner hatte bereits in seiner Promotion 1977 öffentlich gemacht, dass der Brückenbau ein Kompromiss zwischen zwei konkurrierenden Abteilungen in der Bauverwaltung war. Da die Strecke nie insgesamt als Autobahn ausgebaut worden sei, mache die Brücke keinen Sinn, argumentierte Stimmann und erklärt: Die Brücke muss weg.

"Verkehrsplanerischer Stillstand des rot-rot-grünen Senats"

Längst hatte er ein Handeln der rot-rot-grünen Koalition erwartet. Aber: „Nicht etwa die SPD, unter deren politischer Verantwortung das Brückenbauwerk vor über 40 Jahren gebaut wurde und auch nicht die Grünen, die im Senat für den Rückbau zuständig wären, sondern die oppositionelle konservative CDU verabschiedet sich nicht nur verbal, sondern mit einem konkreten Vorschlag vom Leitbild der autobahngerechten Stadt“, sagt Stimmann. Sie übernehme damit eine Forderung, die die Alternative Liste – die Vorgänger der Grünen – und die Bürgerinitiative gegen die Westtangente bereits 1980 aufgestellt haben.

„Diese Rollenverteilung wirft ein grelles Licht auf den verkehrsplanerischen Stillstand des rot-rot-grünen Senats“, sagt Stimmann. Der Skandal heute sei die Unfähigkeit, sich von Positionen zu verabschieden. Die Angst, dass nach einem Brückenabriss der Verkehr durch die Wohnstraßen fließen könnte, zerstreut Stimmann. Seiner Ansicht nach sollten Autofahrer auf der A100 bis Innsbrucker Platz oder bis zum Kreuz Schöneberg bleiben und sich dort verteilen.

Der Breitenbachplatz wurde 1913 als Gesamtkunstwerk angelegt. Mit dem Bau der Autobahnbrücke wurde der Platz an der Grenze zwischen Steglitz und Wilmersdorf geteilt und damit ein unwirtlicher Ort. Geschäfte mussten schließen, die Aufenthaltsqualität litt. Seit sieben Jahren kämpft eine Bürgerinitiative für den Abriss der Brücke und die Wiederbelebung des Platzes.

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