Wunschbaum

Wenn Wünsche mit der Berliner Morgenpost wahr werden

Zum ersten Mal steht ein Wunschbaum im Christmas Garden. Die Berliner Morgenpost hat Wünsche erfüllt und die Gewinner überrascht.

Millionen Lichter bringen den Botanischen Garten in Dahlem in der Vorweihnachtszeit zum Funkeln und laden zum Spaziergang durch den Christmas Garden ein.

Millionen Lichter bringen den Botanischen Garten in Dahlem in der Vorweihnachtszeit zum Funkeln und laden zum Spaziergang durch den Christmas Garden ein.

Foto: Joerg Krauthoefer

Liam kann sich an alles ganz genau erinnern. Der Fünfjährige hat die komplette Runde der Lichtershow „Christmas Garden“ im Botanischen Garten Dahlem im Kopf, so als hätte er sie auswendig gelernt. Flink zählt er auf, was er alles gesehen hat. Wolf, Fuchs, Bär, den Weihnachtsmann und einen Thron, auf den er sich gesetzt hat, damit Mama ein Foto machen kann. Und natürlich den Wunschbaum.

„Ein Müllauto mit Sirene, wo hinten eine Klappe aufgeht und wo ganz viele Autos reinpassen“ – diktierte er seiner Mutter und hängte die Karte an einen Ast. Während er davon zu Hause in Mariendorf erzählt, huscht sein Blick immer wieder auf das riesige Paket, das nicht weit entfernt schon vor dem Sofa im Wohnzimmer steht. Wenig später hat er die Gewissheit: Sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr ein sogenannter Wishing Tree im Christmas Garden installiert. Das Vorweihnachtsevent mit einem zwei Kilometer langen Rundweg und mehr als 30 Lichtinstallationen veranstaltet die Deutsche Entertainment AG (DEAG) bereits das dritte Mal im Botanischen Garten. Mehr als 250.000 Besucher sahen das Lichterspektakel in den ersten beiden Jahren.

An den Wunschbaum, der eine lange Tradition hat und in vielen Kulturen bekannt ist, können Besucher ihren ganz persönlichen Herzenswunsch anhängen. Die Berliner Morgenpost freut sich, dass sie ein paar Wünsche davon erfüllen konnte, und hat einige Gewinner zu Hause besucht, um die Geschenke persönlich zu überreichen. Unterstützt wurde die Aktion von myToys, „Cavalluna – Welt der Fantasie“ und dem „Restaurant am Steinplatz“.

Viele Wünsche aus aller Welt und ohne materiellen Wert

Von dem Wunschbaum waren schon nach einigen Tagen kaum noch die Äste zu sehen, so vollgehängt war er mit Wunschzetteln. Nicht nur in Deutsch, sondern auch in vielen anderen Sprachen wie Finnisch, Italienisch, Englisch, Tschechisch wurden die kleinen Kärtchen beschrieben. Viele wünschten sich etwas, was keinen materiellen Wert besitzt. „Ich wünsche mir, dass mein Wackelzahn rausfällt“, schreibt zum Beispiel Luise. Andere wollen, „dass Mama und Papa nie wieder rauchen und streiten“, „volles Haar“, „dass der Rundfunkbeitrag 2019 abgeschafft wird“, „Frieden auf der Welt“, „tolle schnelle Fahrradwege in Berlin“. Gesundheit und Liebe – das war wohl am häufigsten zu lesen.

Der kleine Liam gehörte zu den Gewinnern, die ihr Geschenk persönlich überreicht bekamen. Für ihn war das Müllauto ein echter Herzenswunsch. „In meiner alten Kita habe ich gesehen, wie ein anderer Junge das Auto den anderen vorgeführt hat“, berichtet er. Vergessen konnte er das Auto nie, obwohl er es nur im Vorbeilaufen gesehen hat. Mit dem Wunschbaum bot sich nun eine echte Chance, dem Auto ein Stück näher zu kommen. Er hatte Glück und ist nach der Geschenkübergabe auch nur noch mit dem Auto beschäftigt. Wie geht die Sirene? Und passen wirklich genug Autos in die Klappe rein? Liam und seine fast drei Jahre alte Schwester Maru waren damit erst einmal beschäftigt.

In Falkensee (Havelland) wird Luna überrascht. Die Neunjährige mag Pferde. Seit sie vier Jahre alt ist, geht sie zum Voltigieren. „Ich kann zum Beispiel im Trab auf dem Pferd stehen“, erzählt sie zu Hause am Esstisch von den Kunststücken, die sie erlernt. Luna war zum ersten Mal im Christmas Garden und hat dort den Wunschbaum „eher zufällig entdeckt“. Karten für die Pferdeshow „Cavalluna“ in der Mercedes-Benz Arena – das war ihr größter Wunsch, der nun in Erfüllung ging. Sie habe die Show schon zweimal gesehen, sagt Luna. Sie finde die Musik so toll und die Geschichten, die in der Pferdeshow erzählt werden.

In Tegelort im Ortsteil Konradshöhe wohnt Tamara. Sie sei eine kleine Forscherin, erzählt ihre Mutter Birgit Ehlers, die das Geschenk für ihre neunjährige Tochter entgegennimmt. Bislang habe sie immer nur Kästen mit Einzelexperimenten gehabt. Deshalb sei ihr großer Wunsch gewesen, endlich einen richtigen Chemiebaukasten mit vielen Experimenten zu bekommen. Der versteckt sich nun unter dem goldenen Geschenkpapier. Dass sie gewonnen hat, weiß Tamara schon. Aber das Geschenk wird sie erst unter dem Weihnachtsbaum öffnen dürfen.

Tochter hat für die Eltern einen Wunsch an den Baum gehängt

Extra in die Morgenpost-Redaktion am Kurfürstendamm ist Lucy gekommen, um sich ihren erfüllten Wunsch abzuholen. „Ich wünsche mir, dass ich an der Ski-Reise teilnehmen darf und ein Mädchenbuch“, hatte die Zehnjährige auf ihr Wunschkärtchen geschrieben. Beides ist in Erfüllung gegangen.

Sie wurde in der Schule als Teilnehmerin für die Ski-Reise ausgelost und bekam in der Redaktion einen Mädchenratgeber überreicht. Lucy konnte einen kleinen Rundgang durch die Redaktionsräume machen, sich den Konferenzbereich und die Online-Redaktion ansehen. Lesen, Zeitung, Medien – das interessiert sie. Schon heute denkt sie sich kleine Geschichten aus und schreibt sie auf. Später will sie unbedingt ein richtiges Buch herausgeben.

Dass Olaf und Silke Pusakowski zusammen bei einem Candle-Light-Dinner im „Restaurant am Steinplatz“ in Charlottenburg sitzen, haben sie ihrer großen Tochter Maya zu verdanken. Die 14-Jährige war mit ihrer Freundin allein im Christmas Garden unterwegs. Als sie nach Hause zurückkam, informierte sie ihre Eltern: „Ich habe einen Wunsch für euch aufgeschrieben, den darf ich euch aber nicht verraten, sonst geht er nicht in Erfüllung.“ Er ging in Erfüllung.

Maya, die noch eine elfjährige Schwester hat, hat sich für ihre Eltern ein Candle-Light-Dinner gewünscht, „damit sie mal wieder Zeit nur für sich haben“. Damit hat sie die Eltern echt überrascht. „Es ist schon etwas Besonderes, einmal wieder nur zu zweit essen zu gehen“, sagt Silke Pusakowski. Sonst seien sie ja immer zu viert am Tisch. Das Paar aus Rudow freut sich deshalb auf den Abend und lässt zum Start die Sektgläser klingen.

Christmas Garden

Zum dritten Mal ist die Lichtershow „Christmas Garden“ im Botanischen Garten zu sehen. Auf einem zwei Kilometer langen Rundweg verteilen sich mehr als 30 Lichtinstallationen.

Der Christmas Garden bleibt bis zum 6. Januar 2019. Besucher nehmen die Eingänge Königin-Luise-Platz oder Unter den Eichen. Täglich geöffnet von 16.30 bis 22 Uhr, Karten 17 Euro (Mo.–Do.), 19 Euro (Fr.–So.), erm. ab 12,50 Euro, an der Kasse, unter myticket.de und an allen Vorverkaufskassen.