Hilfsaktion

Leidenschaftliche Köchinnen helfen in der Suppenküche

Erstmals kochen Geflüchtete für Bedürftige und Obdachlose. Die Mahlzeiten werden in der Zehlendorfer Paulusgemeinde ausgegeben.

Mustalifa, Heike Erpel und Wafaa (v.l.) kochen in der Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreußendamm für Bedürftige.  

Mustalifa, Heike Erpel und Wafaa (v.l.) kochen in der Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreußendamm für Bedürftige.  

Foto: Katrin Lange

Berlin. Auf dem Speiseplan stehen an diesem Tag Spaghetti Bolognese. 60 Portionen sollen am Mittag in der Zehlendorfer Pauluskirche an Bedürftige und Obdachlose ausgegeben werden. Mustalifa und Wafaa schneiden eifrig Zwiebeln, der beißende Geruch treibt ihnen keine einzige Träne in die Augen. „Die sind doch nicht scharf“, sagt die 28-jährige Mustalifa. Sie zeigt auf rote Zwiebeln in einem Körbchen. Ja, die seien scharf, sagt sie, lacht und schnippelt weiter.

Seit 25 Jahren gibt es die „Aktion warmes Essen“


Die beiden Frauen sind aus ihren Heimatländern geflüchtet und wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreußendamm. Dort stehen sie in der Küche und kochen für Bedürftige. Seit 25 Jahren gibt es an der Paulus-Kirchengemeinde die „Aktion warmes Essen“. Bis Ende März werden montags, mittwochs und freitags von 12 bis 14 Uhr warme Mahlzeiten in der Kirche am Teltower Damm ausgegeben.


Erstmals wird die Suppenküche von Geflüchteten organisiert

Heike Erpel ist die Projektleiterin bei der milaa gGmbH, die auch die Unterkunft am Ostpreußendamm betreibt. Die 38-Jährige Hauswirtschafterin macht den Speiseplan, rechnet die Mengen aus und unterstützt die Frauen beim Kochen. „Die beiden haben in ihren Heimatländern als Sekretärinnen gearbeitet“, sagt Heike Erpel. Sie seien es gewöhnt zu arbeiten und wollten auch hier etwas tun.

Die beiden Frauen wollen nun anderen Menschen helfen


Vor drei Jahren sind die Frauen nach Deutschland gekommen – Mustalifa mit drei Kindern und Mann aus dem Irak und die 58-jährige Wafaa mit einem kranken Sohn aus Syrien. Beide wollen hier bleiben, sie besuchen Deutschkurse, die Kinder gehen in die Schule. „Als wir nach Deutschland kamen, hat man uns geholfen, jetzt wollen wir anderen helfen“, sagt Wafaa. Sie wollten etwas zurückgeben, ergänzt Heike Erpel. Und da passe es gut, dass sie leidenschaftlich gern kochen.

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