Wohnungsbau

Streit um Anzahl der geförderten Wohnungen in Lichterfelde

Verzögerung beim Bauprojekt zwischen Osdorfer Straße und den Bahngleisen in Lichterfelde Süd - Bausenatorin zieht das Projekt an sich.

Auf dem ehemaligen US-Militärgelände Parks Range in Lichterfelde Süd plant die Groth-Gruppe ein Bauprojekt.

Auf dem ehemaligen US-Militärgelände Parks Range in Lichterfelde Süd plant die Groth-Gruppe ein Bauprojekt.

Foto: Alexander Ware/ Archimation / ©Archimation 2017

Berlin. Der städtebauliche Vertrag für etwa 2000 Wohnungen und 420 Reihen- und Doppelhäuser in Lichterfelde Süd ist unterschrieben. Die Groth-Gruppe, die das Grundstück zwischen Osdorfer Straße und den Bahngleisen 2012 erworben hat, wollte in die Realisierung des Bauprojekts gehen. Jetzt kommt es offenbar zu neuen Verzögerungen. Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) wolle das Bauprojekt an sich ziehen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der CDU-Abgeordneten Cornelia Seibeld und Christian Gräff.

Das habe die Senatorin in der vergangenen Parlamentssitzung in der Fragestunde angekündigt, erläutert Gräff. Hintergrund sei ein Beschluss der Bezirksverordneten, die Zahl der Eigenheime auf 650 zu erhöhen. Das wolle die Senatorin nicht. „Frau Lompscher möchte dagegen eine an die Thermometersiedlung grenzende und für die Region nicht verträgliche zweite Hochhaussiedlung mit der Brechstange durchsetzen“, erklären Seibeld und Gräff.

500 Wohnungen sollen mietpreisgebunden sein

Bislang ist der Bezirk für das Projekt zuständig. Er hat mit dem Bauherren, der Groth-Gruppe, den städtebaulichen Vertrag ausgehandelt, in dem auch festgelegt ist, dass 500 Wohnungen nach dem Berliner Modell mietpreisgebunden sein sollen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung befürchte nun, dass die Erhöhung der Zahl der Eigenheime auf Kosten der mietpreisgebundenen Wohnungen gehe, sagte Pressesprecherin Petra Rohland.

„Damit berührt eine solche Änderung des Bebauungsplans durchaus gesamtstädtische Interessen und Ziele zum Wohnungsneubau“, so die Sprecherin. Wenn der Bezirk einen solchen Weg gehe, werde geprüft werden müssen, ob in Lichterfelde Süd ein Gebiet von gesamtstädtischem Interesse festzulegen ist. Vom Bauherren gibt es derzeit nur eine knappe Information: „Die Groth-Gruppe hat von dem Vorgang keinerlei Kenntnis“, so Geschäftsführer Thomas Groth.

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