Schulbauten

Mobile Klassenräume drohen einzustürzen

An fünf Grundschulen müssen die Containerbauten abgerissen werden, weil sie nicht mehr die Anforderungen an die Statik erfüllen.

Foto: Frank Molter / dpa

Berlin. Nach den Herbstferien wird es eng an fünf Grundschulen in Steglitz-Zehlendorf. Die Kinder müssen zusammenrücken, weil die Räume in den Containerbauten auf dem Schulgelände nicht mehr genutzt werden können. Die sogenannten mobilen Unterrichtseinheiten (MUR) drohen einzustürzen. Betroffen sind die Grundschule an der Bäke sowie die Mercator-, Giesensdorfer-, Alt-Lankwitzer und Käthe-Kruse-Grundschule.

An allen Standorten müssen die eingeschossigen Containerbauten auf dem Schulgelände wegen Statikproblemen abgerissen werden. Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) hat jetzt auf Anfrage der SPD-Fraktion die Bezirksverordneten darüber informiert, wie es in den betroffenen Schulen nach den Ferien weitergehen soll.

Ersatzräume werden gesucht

An jedem Standort fallen pro Containerbau vier Klassenräume und die Toilettenanlagen weg. Ab dem 5. November müssen dafür Ersatzräume zur Verfügung stehen, was nach Aussagen des Stadtrates zu einer „Vielzahl von Problemen“ führt. „Es wird voller in den restlichen Räumen, teilweise werden Unterrichtsräume genutzt, die vorher für bestimmte Fächer zur Verfügung standen, wie zum Beispiel für Englisch oder Religion“, sagt Mückisch.

Bis auf die Käthe-Kruse-Grundschule haben aber alle offenbar eine Übergangslösung auf dem Schulgelände gefunden. So sollen nach Auskunft des Stadtrates die Mensaräume nach den Essenszeiten oder Turnhallen genutzt werden, bevor die Vereine kommen. In der Käthe-Kruse-Schule sind die Kapazitäten jedoch so gering, dass für die 250 Kinder, die den Hort in den mobilen Bauten besucht haben, Ausweichquartiere außerhalb des Schulgrundstückes gefunden werden müssen.

Gespräche mit anderen Schulen

„Derzeit laufen Gespräche mit der Kronach-Grundschule und mit dem Jugendfreizeithaus Albrecht Dürer in der Memlingstraße, um dort einige Räume nutzen zu können“, erläuterte Mückisch. Beide Einrichtungen hätten schon früher mit der Käthe-Kruse-Schule zusammengearbeitet. Noch sei man in Gesprächen, aber eine „praktikable und pragmatische Lösung“ deute sich an. Alle Eltern sind nach Auskunft des Stadtrates in Elternbriefen vom Schulamt unterrichtet worden. An der Ludwig-Bechstein-Grundschule musste das mobile Unterrichtsgebäude bereits vor einigen Monaten geschlossen werden. Dort hat sich das Problem von allein gelöst, da die Schülerzahlen geringer als vorher sind.

Die Containerbauten aus den 1970-er Jahren sind mit sogenannten Wellstegträgern ausgestattet. Bereits vor drei Jahren hat Steglitz-Zehlendorf alle Gebäude dieses eingeschossigen Bautyps untersuchen lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Statiker vorsorglich angeordnet, dass die zulässige Schneelast zu reduzieren ist. Die Dächer mussten daraufhin bereits bei weniger starkem Schneefall geräumt werden.

Erst in diesem Jahr, nach dem Abriss der Containerbaus an der Grundschule am Stadtpark Steglitz, konnte ein spezielles Prüflabor die Wellstegträger untersuchen. Mit dem Ergebnis: Durch den Schneefall und die Einwirkung der Feuchtigkeit in den Wintermonaten werden die Dächer und die Konstruktion zusätzlich belastet. Dadurch reduziert sich das statisch vorgeschriebene Sicherheitsniveau der Gebäude. „Aus diesem Grund wurde entschieden, alle baugleichen, mobilen Unterrichtseinheiten vor dem Winter vorsorglich aus Sicherheitsgründen zu sperren und zeitnah zu entfernen“, sagte Stadtrat Mückisch.

Der Abriss soll jetzt so schnell wie möglich erfolgen, damit Platz für neue Containerbauten ist. Man sei schon in Gesprächen mit den Herstellern, so Mückisch. Etwa drei Monate würde der Aufbau der neuen mobilen Klassenräume dauern.

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