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Berühmte Bankfiliale

Nach dem Tunnel-Coup: Berliner Volksbank plant Neubau

Vor fünf Jahren wurde die Filiale der Berliner Volksbank an der Schloßstraße ausgeraubt. Jetzt soll der Flachbau ersetzt werden.

Flachbau mit Geschichte: Nun soll die Filiale der Berliner Volksbank durch einen Neubau ersetzt werden

Foto: Katrin Lange

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Steglitz-Zehlendorf. Es ist die wohl berühmteste Bankfiliale in Berlin - bekannt durch den spektakulären Tunnel-Coup. Im Januar 2013 hatten Täter einen 45 Meter langen Tunnel unter der Filiale der Berliner Volksbank an der Schloßstraße 46, Ecke Wrangelstraße gegraben und mehr als 300 Schließfächer aufgebrochen. Nach polizeilichen Schätzungen haben die Täter rund neun Millionen Euro erbeutet. Sie wurden bis heute nicht gefasst, die Beute bleibt verschwunden.

Jetzt soll der alte Flachbau durch einen Neubau ersetzt werden. Im Stadtplanungsausschuss des Bezirks Steglitz-Zehlendorf hat das Architekturbüro Axthelm Rolvien erste Ideen vorgestellt. Die Planer haben dabei versucht, einen Bezug zu den umliegenden Denkmälern und der Matthäuskirche an der Rothenburgstraße zu schaffen. "Die Kirche soll man immer wahrnehmen", erläuterte Annette Axthelm ihre Pläne. Etwa 20 Gestaltungsvarianten für den Neubau hat das Büro entwickelt, mit verschiedenen Fassaden, wie Stahl, Holz und Glas. Allerdings - und das war eine Überraschung - ist der Neubau wesentlich höher als der derzeitige zweigeschossige Flachbau. In einer Variante hatte das Gebäude sogar sieben Stockwerke. In allen Vorschlägen ist ein hohes Haupthaus mit einem flachen Anbau geplant. Neben der Filiale der Berliner Volksbank, die dort wieder einziehen wird, soll es auch Platz für einen Kindergarten und Gewerbe geben.

"Das ist besser als der Bestand", war die erste Reaktion von Torsten Hippe, Vorsitzender des Stadtplangsausschusses. Für Irritationen sorgt jedoch die neue Höhe des Gebäudes. "Es ist ja schön, wenn ich die Kirche sehe", sagt Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU). Aber was sei mit dem Blick in Richtung Gutshaus Steglitz und Schlosspark-Theater? Auch der müsste berücksichtigt werden.

Laut Bebauungsplan sind an diesem Standort nur zwei Geschosse erlaubt. Sollte der Bau höher werden, muss der Bebauungsplan für das Vorhaben geändert werden. Die Architekten werden jetzt weitere Gespräche mit dem Stadtplanungsamt führen.

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