John-F.-Kennedy-Schule

Antisemitischer Vorfall: Drei Schüler verlassen die Schule

An der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf war Ende Juni ein antisemitischer Vorfall bekannt geworden.

Drei Schüler haben die Schule verlassen

Drei Schüler haben die Schule verlassen

Foto: picture alliance/Robert Schlesinger

Berlin. Nach einem antisemitischen Vorfall an der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf, der Ende Juni bekannt geworden war, haben die zwei mutmaßlichen Täter und das Opfer die Schule verlassen. Darüber informierte Heike Waldschütz, Leiterin der Schulaufsicht der Region Steglitz-Zehlendorf, den Bildungsausschuss der Bezirksverordneten.

Während die beiden Neuntklässler, die ihren Mitschüler antisemitisch gemobbt haben, „gehen mussten“, so Waldschütz, habe man versucht, den Betroffenen zur Rückkehr an die Schule nach den Ferien zu bewegen. „Wir haben mit den Eltern Gespräche geführt und versucht, eine Brücke zu bauen, um ihn zur Rückkehr zu bewegen“, so Waldschütz. Der Schüler habe sich dann aber doch entschieden, zu gehen.

Antisemitische Übergriffe seien meldepflichtig

Kritik übt die Schulaufsichtsleiterin noch einmal am Verhalten der Schule. „Der Vorfall ist von der Schule verkannt worden“, so Waldschütz. Antisemitische Übergriffe seien meldepflichtig, das habe die Schule versäumt. Zudem sprach sie ein Problem der Kommunikation an. „Wenn sich die Eltern besser aufgehoben gefühlt hätten, wäre es nicht so weit gekommen“, so Waldschütz. Die Schule hätte anders reagieren und den Eltern Gehör verschaffen sollen.

Tatsächlich hatten sich die Eltern des betroffenen Jungen schließlich an die Antidiskriminierungsstelle des Senats und an die Medien gewandt und damit den Fall einen Tag vor den Sommerferien öffentlich gemacht. Ereignet hat er sich in einer neunten Klasse der deutsch-amerikanischen Schule. Einem Schüler wurden von zwei Mitschülern Klebezettel zugeschoben und auf den Rücken geklebt, auf denen Hakenkreuze gemalt waren. Zudem hatten sie ihm in der Umkleidekabine den Qualm einer E-Zigarette ins Gesicht geblasen mit der Bemerkung: „Das soll dich an deine vergasten Vorfahren erinnern.“

Heike Waldschütz betonte aber im Ausschuss, dass bei dem Vorkommnis Religion keine Rolle gespielt habe. „Es gibt keinen muslimischen Hintergrund“, so Waldschütz. Der Vorfall sei aber nicht zu entschuldigen und müsse jetzt aufgearbeitet werden.

So ist für die Schüler unter anderen ein Workshop zum Thema Antisemitismus mit dem Jüdischen Forum für Demokratie geplant. Auch das Kollegium soll fortgebildet werden, um mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Diskriminierungen zu haben.

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