Schwimmbäder

Bädersanierung: Schulschwimmen fällt wohl doch aus

Der Schwimmunterricht wird wegen Bädersanierung teilweise gestrichen. Einzelne Hallen sind bereits ab dem 4. Juni geschlossen.

Geschlossen vom 4. Juni bis zum 16. September: die Schwimmhalle Hüttenweg

Geschlossen vom 4. Juni bis zum 16. September: die Schwimmhalle Hüttenweg

Foto: Berliner Bäder-Betriebe

Berlin.  Die Information von Staatssekretärin Sabine Smentek, dass es trotz der Sanierungen in den Bädern während der Sommermonate zu keinen Ausfällen beim Schulschwimmen komme, kritisiert die CDU-Fraktion als falsch. „Besorgte Eltern haben uns das Gegenteil berichtet“, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU, Stephan Standfuß, dieser Zeitung am Mittwoch. Aufgrund der Bauarbeiten im Schwimmbad Hüttenweg sei dort bereits ab dem 4. Juni kein Schwimmunterricht mehr möglich. Vielen Kindern sei es deshalb nicht mehr möglich, ihr angestrebtes Schwimmabzeichen zu absolvieren.

Betroffen von der Schließung sind auch Schüler der Dreilinden-Grundschule. „Meine achtjährige Tochter besucht dort die dritte Klasse. Jeden Donnerstag werden sie und ihre Mitschüler mit dem Bus zur Schwimmhalle am Hüttenweg gefahren. Erst vor Kurzem wurde der Zettel im Unterricht verteilt, dass es ab dem 4. Juni dort wegen Bauarbeiten keinen Unterricht mehr geben wird“, sagte die 44-jährige Zehlendorferin der Berliner Morgenpost. Ihre Tochter habe sich so darauf gefreut, ihr Abzeichen zu machen. Und schwimmen zu lernen, sei doch auch angesichts der vielen Berliner Schüler, die nicht schwimmen könnten, sehr wichtig.

Schule auf Schließung vorbereitet

Wie berichtet, stellt die Senatssportverwaltung den Berliner Bäderbetrieben (BBB) fast 2,4 Millionen Euro für Sanierungen in elf Hallenbädern zur Verfügung. Etliche Arbeiten erfolgen in den Sommermonaten. Nach Auskunft von BBB-Sprecher Matthias Oloew wurde der Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Februar über die Schließung des Bades am Hüttenweg ab 4. Juni informiert. Gleichzeitig seien als Ersatz Wasserzeiten im Bad an der Finckensteinallee in Lichterfelde und im Stadtbad Wilmersdorf angeboten worden. Weshalb die Schule sich offensichtlich dagegen entschied, könne er nicht sagen.

Für Britta Ullrich, Schulleiterin der Dreilinden-Grundschule, ist die ganze Angelegenheit kein Anlass, ein Fass aufzumachen, wie sie dieser Zeitung mitteilte. Die Schwimmkolleginnen seien seit etwa vier Wochen über die Schließzeit informiert. Am 5. Mai habe die Fachbereichsleiterin Sport eine Elterninformation dazu herausgegeben. Der Unterricht werde ersatzweise auf dem Sportplatz der Schule stattfinden. Über Ersatzzeiten seien sie nicht informiert worden. Längere Fahrzeiten hätten das aber sowieso unmöglich gemacht.

Zur weiteren Kritik der CDU, aufgrund des Personalmangels würden kurzfristig Bäder geschlossen, über die nicht online informiert werde, sagte BBB-Sprecher Oloew: „In den ersten vier Monaten des Jahres haben wir 98 Prozent der Wasserzeit zur Verfügung gestellt. 50.000 Stunden sollten es sein, 49.000 Stunden haben wir erbracht. Die Zeiten, die bei der Schwimmhalle in Buch seit Februar entfallen, haben andere Hallen fast komplett kompensiert, also zusätzlich erbracht.“

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