Rettungshubschrauber

„Christoph 31“ bekommt einen neuen Landeplatz auf Stelzen

Der Rettungshubschrauber bekommt ein Plateau. Während der Bauarbeiten zieht er nach Schönefeld um.

Der Hubschrauber „Christoph 31“ landet auf dem Charité-Campus „Benjamin Franklin“ in Berlin (Archivbild)

Der Hubschrauber „Christoph 31“ landet auf dem Charité-Campus „Benjamin Franklin“ in Berlin (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Britta Pedersen / picture alliance / Britta Peders

Berlin. Jeden Tag hebt er ab und rettet Leben: Der Rettungshubschrauber Christoph 31 verlässt etwa zehn Mal pro Tag seinen Landeplatz am Charité-Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz, um zu Menschen in akuter Not – etwa bei schweren Unfällen – zu fliegen. Mitte Mai soll der Hubschrauber für eine Übergangszeit nach Schönefeld umziehen und von dort aus für mehr als ein Jahr zu seinen Einsätzen abheben. Der Grund sind Bauarbeiten am Steglitzer Klinikum. Der alte Landeplatz wird abgebaut, dafür entsteht ein neuer, größerer, direkt am Teltowkanal.

Der alte Landeplatz entspricht nicht mehr den veränderten EU-Verwaltungsvorschriften und muss verlagert werden. „Es geht dabei nicht um den Ausbau des Flugbetriebs oder die Stationierung eines zweiten Hubschraubers“, sagt Uwe Dolderer, Leiter der Unternehmenskommunikation. Die Vorschriften führten dazu, dass die An- und Abflugflächen verändert werden müssten.

Plateau, das auf 2,50 Metern hohen Stelzen steht

Die ersten vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen, im September 2019 soll der Bau fertig sein. Finanziert wird das 2,5 Millionen-Euro-Projekt mit Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt (Siwa). Bei den Bauarbeiten sind zunächst die Berliner Wasserbetriebe gefragt. Der neue Landeplatz ist ein Plateau, das auf etwa 2,50 Meter hohen Stelzen steht. Es wird sich über die Paul-Schwarz-Promenade – ein Uferweg am Teltowkanal – ziehen und zum Wasser hin offen sein. Unter dem Plateau verläuft ein ein Meter starkes Abwasserdruckrohr der Berliner Wasserbetriebe. Dieses muss gesichert werden.

„Wenn so ein großes Druckrohr platzt, dann fließt sehr viel Wasser “, sagt Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe. Das sei unter dem Plateau zu gefährlich. Da das Rohr ohnehin erneuert werden müsse, nutze man das Bauvorhaben der Charité, um das Rohr auf einer Länge von 270 Metern auszutauschen. Im Bereich des Landeplatzes werde auf einer Länge von 90 Metern zusätzlich ein Schutzrohr um die Leitung montiert. Die Wasserbetriebe können Ende Juli, Anfang August mit den Arbeiten beginnen, wenn Christoph 31 bis dahin seine vorübergehende Basis auf dem Flughafen Schönefeld bezogen hat. Die Arbeiten dauern etwa ein halbes Jahr.

Bäume wurden bereits auf der Promenade gefällt

Um Platz für die Arbeiten zu schaffen, mussten bereits etliche Bäume auf der Paul-Schwarz-Promenade gefällt werden. Anwohner hatten sich über die Fällarbeiten gewundert und auch beschwert, weil der Bereich der Promenade ein beliebter Weg für Spaziergänger und Radfahrer ist und fortan komplett gesperrt bleiben muss. Auch eine eingeschränkte Nutzung der Promenade wird im Bereich der Bauarbeiten nicht möglich sein. Die Anwohner wunderten sich vor allem darüber, warum nur an der öffentlichen Promenade Bäume gefällt wurden und nicht auf dem Gelände der Charité. „Die Baumfällarbeiten erfolgen etappenweise“, sagt Kliniksprecher Uwe Dolderer. In einem ersten Arbeitsschritt seien zunächst die Bäume im Verlauf der Promenade auf dem Grundstück des Bezirks Steglitz-Zehlendorf gefällt worden. Die Auswahl der zu fällenden Bäume hätte sich dabei nach den anstehenden Arbeiten der Wasserbetriebe und den neuen An- und Abflugsektoren für den Neubau des Hubschrauber-Sonderlandeplatzes gerichtet. Aber auch auf dem Charité-Campus seien Bäume gefällt worden, allerdings im Rahmen des Denkmalschutzes, der für den Gesamtcampus gilt.

Eine Umgehung der Paul-Schwarz-Promenade für die Zeit der Bauarbeiten ist geplant. Aktuell wird die genaue Führung noch mit dem zuständigen Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf abgestimmt. Geplant ist, dass der Weg, der dafür eingerichtet wird, am Campusgelände vorbeigeht und wieder auf die Promenade führt.

Pro Jahr hebt der Rettungshubschrauber bis zu 4500 Mal ab. Nachts ist er nie unterwegs, das soll so bleiben. Auf dem neuen Landeplatz sind noch zusätzliche Stellplätze vorgesehen. Hintergrund ist, dass das Klinikum von Hubschraubern anderer Städte angeflogen wird. Die können dann auch landen, wenn Christoph 31 auf seiner Parkposition steht.

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