Ehrung

In Nikolassee gibt es jetzt einen Platz für Pfitze

Anwohner freuen sich über die Würdigung des berühmten Berliner Schauspielers.

Bezirksstadtrat Frank Mückisch , Günter Pfitzmanns Frau Lilo und der frühere RIAS-Moderator Nero Brandenburg enthüllen in Berlin das Schild zum Günter-Pfitzmann-Platz.

Bezirksstadtrat Frank Mückisch , Günter Pfitzmanns Frau Lilo und der frühere RIAS-Moderator Nero Brandenburg enthüllen in Berlin das Schild zum Günter-Pfitzmann-Platz.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Noch hat es bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) nicht "gepfitzt". Auf die Frage nach der schnellsten Verbindung zum Günter-Pfitzmann-Platz schlägt die Fahrinfo die Günter-Litfin-Straße in Weißensee vor. Man sehe es dem BVG-Programm nach, ist der Platz in Nikolassee doch erst wenige Stunden: Am Sonnabend wurde das grüne Dreieck zwischen Palmzeile, Matterhorn- und Wasgenstraße dem Schauspieler und Mitgründer der Kabarett-Gruppe "Die Stachelschweine" Günter Pfitzmann gewidmet, der bis zu seinem Tod 2003 in der Nähe gelebt hatte.

Hier, in der beschaulichen Vorort-Idylle, war "Pfitze", der am Sonnabend 93 Jahre alt geworden wäre, bekannt und beliebt. Umgänglich, freundlich, gemütlich, erinnern sich Nachbarn. "Er lief hier durch, sprach mit den Menschen", erinnert sich ein Anwohner. Mit vier anderen genießt er den sonnigen Tag auf der einzigen Bank des kleinen Platzes. "Dit is hier gemütlich, passt doch, er war ja auch ein Gemütsmensch", freut sich eine der Frauen. "Man kann hier sitzen, über die Erinnerungen an ihn reden. Das finde ich sehr schön." Und die Frauenquote? Daran scheiterte schließlich der erste Versuch einer Namensgebung im Jahr 2014 im Bülowkiez in Schöneberg – erst sollte bei Straßennamen Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern herrschen.

Frauenquote! "Also, man muss die Kirche wirklich im Dorf lassen", empören sich die Frauen. "Er hieß nun einmal Günter", ein anderer. In Pfitzmanns alter Wohnstraße erinnert sich eine Nachbarin, wie der Schauspieler hier immer "mit so 'nem kleenen Klapprad" herumfuhr. "Eine richtige Type, gar nicht arrogant", fügt ihr Mann hinzu. Eine Passantin, hier wohnhaft seit 60 Jahren, schwärmt, wie sie bereits als Zehnjährige bei Pfitzmanns klingelte und um ein Autogramm bat, sie bekam es natürlich. "Es ist eine schöne Geste gegenüber einem alten Nikolasseer."

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