Wahlkampfauftritt

Rechte stören Angela Merkels Rede am Kranoldplatz

Die Kanzlerin unterstützte CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel bei einem Wahlkampfauftritt. Etwa 30 Rechte störten mit „Hau ab“-Rufen.

Etwa 1500 Menschen hatten sich am Kranoldplatz versammelt

Etwa 1500 Menschen hatten sich am Kranoldplatz versammelt

Foto: Thomas Peise

- Begleitet von Protesten rechter Störer hat die Berliner CDU am Mittwoch mit einer großen Kundgebung ihren Wahlkampf für die Wahl zum Abgeordnetenhaus beendet. Kanzlerin Angela Merkel und Spitzenkandidat Frank Henkel warben dabei für eine starke politische Mitte in Berlin. Nur die CDU könne diese Mitte garantieren, betonten beide. „Wir brauchen Lösungen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“, sagte Merkel. „Zusammenhalt, das ist das Credo der bürgerlichen Mitte und der Christlichen Demokratischen Union.“

Die CDU hatte zu der Kundgebung in Steglitz-Zehlendorf eingeladen, eine Hochburg der ansonsten in Berlin schwächelnden Union. Sie liegt in Umfragen zwischen 17 und 20 Prozent. Rund 1500 Leute hatten sich auf und um den Kranoldplatz versammelt. Mitten auf dem Platz störten rund 30 Leute - offenbar Sympathisanten der AfD und Pegida - mit andauernden Pfiffen, Buh- und „Hau ab“-Rufen die Veranstaltung.

Auf Transparenten stand „Merkel muss weg“ und „Mutti gib den Führerschein ab“. Am Ende der Veranstaltung riefen einige „Afd, AfD“. Andere in der Störergruppe betonten, sie gehörten keiner Partei an. Sie protestierten nur gegen die Politik der etablierten Parteien und machten so ihrem Ärger Luft.

Henkel grenzte sich scharf von der AfD ab, die er mit aller Macht bekämpfe. „Ich kann keine Partei ertragen, die Rassisten an ihrer Spitze duldet und überhaupt kein Problem hat, auf Frauen und Kinder zu schießen, pfui Deibel“, rief der Innensenator unter dem Beifall der CDU-Anhänger. Mit Blick auf die Störer sagte Henkel: „Diese Krakeeler geben einen Vorgeschmack darauf, was uns erwarten würde, wenn wir Berlin dem rechten oder linken Pöbel überlassen.“

Der CDU-Spitzenkandidat warnte auch vor einer Stimmabgabe für die AfD, die nur eine Stimme für Rot-rot-Grün wäre. „Rot-Rot-Grün wäre ein Alptraum für Berlin und diesen Alptraum gilt es am 18. September zu verhindern. Das geht nur mit Stimmen für die CDU.“

Merkel verteidigte erneut ihre Flüchtlingspolitik als „humanitäre Verantwortung“ gegenüber Menschen, die vor Krieg und Not fliehen würden. Genauso klar sei aber auch die Linie der Union, die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen und diejenigen konsequent nach Hause zu schicken, die hier keinen legalen Aufenthaltsstatus bekämen.