Lichterfelde

Hoher Sachschaden bei Brand in Flüchtlingsheim

In einem Heim in Lichterfelde, in dem unter anderem minderjährige Flüchtlinge leben, brach am Dienstagabend ein Feuer aus. Verletzt wurde niemand, doch die Unterkunft ist nun unbewohnbar.

In einer Erstaufnahmestelle für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge an der Wupperstraße in Berlin-Lichterfelde ist am Dienstag gegen 17.15 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Rund 140 Personen mussten das Haus verlassen, darunter rund 70 Jugendliche.

Zwei Minderjährige mussten mit Fluchthauben gerettet werden. Zwei Personen sind wegen Verdacht auf Rauchgasvergiftung betreut worden, mussten aber nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Das Feuer brach den Angaben zufolge in einem Zimmer im ersten Stock des dreigeschossigen Hauses aus und griff dann auf ein anderes Zimmer und das Dach über. 800 Quadratmeter des Daches wurden durch die Flammen stark beschädigt. Ein Teil stürzte ein. Es waren 100 Einsatzkräfte vor Ort.

Brandursache bislang unklar

Mehr Details – etwa zur Brandursache – waren zunächst nicht bekannt. In dem Gebäude befindet sich neben der Unterkunft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zugleich ein Wohnheim für Alkoholiker und Obdachlose. Ein benachbartes anderes Flüchtlingsheim sei nicht betroffen, teilte eine Polizeisprecherin am Dienstagabend mit.

Um 19 Uhr hatte die Feuerwehr die Lage unter Kontrolle. Das Haus wurde für unbewohnbar erklärt. Am Dienstagabend blieb zunächst unklar, wo die jungen Flüchtlinge in Zukunft aufgenommen werden sollen. Denn die Aufnahmestelle in der Wupperstraße ist die einzige in Berlin.

Knapp 1100 junge Asylbewerber wurden 2014 in der allein für diesen Personenkreis bestimmten Erstaufnahmeeinrichtung in Zehlendorf aufgenommen. Die Einrichtung dient als temporäre Unterkunft. Bevor sie in die Obhut einer bezirklichen Jugendeinrichtung kommen, wird das Alter der Jugendlichen von erfahrenen Sozialpädagogen und Psychologen geschätzt.

Für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist die Jugendverwaltung zuständig, nicht das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), das alle anderen Asylbewerber in Berlin betreut. Wie berichtet, kämmen vergangenes Jahr mehr unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge nach Berlin als in den Jahren zuvor.

Weitere Brände in Heimen

Nach einem Brand in einem Berliner Flüchtlingsheim am Wochenende konnte am Montag ein Teil der Bewohner zurückkehren. 19 Menschen seien wieder in ihre Zimmer im Erdgeschoss eingezogen, sagte eine Sprecherin der Senatssozialverwaltung am Montag. Der 1. Stock in dem Gebäude in Treptow-Köpenick, in dem Samstagnacht das Feuer ausgebrochen war, müsse aber noch von Statikern und Baufachleuten untersucht werden. Dort war ein Zimmer komplett ausgebrannt.

Auch in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft ist am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Nach ersten Angaben von Feuerwehr und Polizei blieben alle 15 Bewohner unverletzt. Zuerst hatte es geheißen, fünf Menschen würden vermisst.

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