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Endstation Krumme Lanke wird neu gestaltet

Blaue Strahlen und ein "Unplatz", der zum "echten Platz" wird, dies plant die Künstlerin Simone Elsing für den U-Bahnhof Krumme Lanke. Die Initiatoren der Neugestaltung finden die Pläne "genial".

Foto: soe_fd / dpa-Zentralbild

Der Platz vor dem U-Bahnhof Krumme Lanke soll erstrahlen. Mit blau leuchtenden Streifen, die unmittelbar an den Toren des halbrunden Bahnhofsgebäudes beginnen und sich über den gesamten Platz ziehen – strahlenförmig. Das geht aus dem neuen Konzept für die Umgestaltung des Platzes hervor, das von der Krummen Lanke Interessengemeinschaft (Klig) und der Künstlerin Simone Elsing vorgestellt wurde.

Neu ist auch die Idee, "dass aus dem Unplatz ein echter Platz mit einem echten Namen wird", so Christian Zech, Optiker und Vorsitzender der Klig. Der Platz soll den Namen des schwedischen Architekten Alfred Grenander (1863-1931) erhalten, der den Großteil der Berliner U-Bahnhöfe gestaltet hat, darunter auch die Endstation der Linie 3 an der Krummen Lanke.

Die Wannseer Künstlerin Simone Elsing will mit ihrem Konzept Grenanders Gestaltungsgedanken aufnehmen und Platz und Gebäude als Einheit verbinden. Sie hat sich von den Menschen, die aus den Bahnhofstoren in alle Richtungen strömen, inspirieren lassen. Ihr Weg soll symbolisch mit blauen, in den Boden eingelassenen Streifen nachgezeichnet werden. Parallel zu den Strahlen werden Bänke, Blumenbeete und ein Podest für Kunstobjekte angeordnet, an denen sich ein Wasserlauf vorbeischlängelt.

Christian Zech von der Interessengemeinschaft hält es für "ein geniales Konzept". Seit knapp vier Jahren arbeiten etwa 40 Geschäftsleute, Ärzte, Therapeuten und Anwälte aus dem Kiez zusammen an der Verschönerung des Platzes. Den schmückten lange Zeit nur ein marodes Hochbeet und einige Fahrradständer. Etwa 150.000 Euro wird die Umgestaltung des Platzes kosten. Um das Geld zusammenzubekommen, hat die Klig schon mehrere Benefiz-Straßenfeste veranstaltet, bei denen die Apothekerin Sushi, die Physiotherapeuten Kuchen und Pizza und die Zahnärzte Cocktails verkauft haben. Knapp 10.000 Euro konnten sie beim letzten Fest einnehmen, die sofort dem Platz zugutekamen. "Er sieht schon viel aufgeräumter und gepflegter aus", sagt Zech. Jetzt setzt er auf Sponsoren. Vielleicht, so seine Hoffnung, fühlen sich schwedische Firmen davon angesprochen, dass ihr Landsmann Alfred Grenander einen Platz bekommt.

Hilfe kommt auch vom Bezirksamt. Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) sieht in dem Konzept "einen spannenden Ansatz", den er finanziell unterstützen will. Schließlich ist der Platz teils auf privatem, teils auf öffentlichem Gelände.

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