Spandau

Platz der Weißen Rose soll eigene Bushaltestelle bekommen

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Seit 2020 heißt die Fläche vor dem ehemaligen Kriegsverbrechergefängnis Spandau „Platz der Weißen Rose".

Seit 2020 heißt die Fläche vor dem ehemaligen Kriegsverbrechergefängnis Spandau „Platz der Weißen Rose".

Foto: Dennis Meischen / BM

Symbolträchtiger Platz zum Gedenken an die NS-Widerstandsgruppe soll somit auch im BVG-Netz zu finden sein.

Berlin.  Der Platz der Weißen Rose in Wilhelmstadt soll sichtbarer werden. So zumindest wollen es die Bezirksverordneten von Spandau. Nun haben alle Parteien außer der AfD im Verkehrsausschuss zugestimmt, die nahe Bushaltestelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) „Melanchthonplatz“ in „Platz der Weißen Rose“ umzubenennen. Das Bezirksamt werde beauftragt, sich bei den zuständigen Stellen hierfür einzusetzen, heißt es in dem Antrag der SPD, der nun als Beschlussempfehlung an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) geht.

Die knapp 1000 Quadratmeter große Rasenfläche vor dem ehemaligen Kriegsverbrechergefängnis Spandau heißt seit 2020 nach der studentischen Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Der unscheinbare Ort an symbolischer Stelle, wo 1987 der verurteilte NS-Kriegsverbrecher Rudolf Heß starb, ist der erste und bisher einzige, der nach der Weißen Rose in Berlin benannt wurde. Durch die Umwidmung der Bushaltestelle „Melanchtonplatz“ und den damit verbundenen Eintrag ins BVG-Netz will man diese Tatsache nun auch über die Bezirksgrenzen hinaus bekannter machen.

Wilhelmstadt: Symbolischer Ort am ehemaligen Kriegsverbrechergefängnis Spandau

Der beschlossene Antrag war seit seiner Formulierung im Jahr 2020 allerdings oft vertagt worden. Gründe waren die mangelnde Zuständigkeit des Bezirksamt und die strengen Regeln der BVG, was die Namen ihrer Haltestellen angeht. Bereits die Benennung der Rasenfläche in Wilhelmstadt hatte zuvor nach dem BVV-Beschluss 2018 zwei Jahre gebraucht und eine verkehrsrechtliche Herauslösung des dreieckigen Areals aus dem öffentlichen Straßenland der Wilhelmstraße nötig gemacht.

Damals hatten die Fraktionen von SPD, Linken und Grünen in einem gemeinsamen Antrag ein „deutliches Zeichen gegen nationalsozialistisches Gedankengut“ setzen wollen, wie es in der Begründung hieß. Gerade an diesem historischen Ort, der in der Vergangenheit aufgrund der Verschwörungstheorien rund um den Tod von Rudolf Heß mehrfach das Ziel von Neonazi-Aufmärschen gewesen war.

Das war die Weiße Rose

Die studentisch geprägte Weiße Rose hing bürgerlichen, christlichen und humanistischen Werten an und verbreitete während der Zeit der NS-Herrschaft regimekritische Flugblätter und Parolen in München und Süddeutschland. Zwischen Ende Februar und April 1943 wurde die Widerstandsgruppe von den nationalsozialistischen Machthabern zerschlagen, ihre prägenden Mitglieder Alexander Schmorell sowie Hans und Sophie Scholl wurden hingerichtet.

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