Kultur

Spandau: Jüdisches Theaterschiff erhält Förderung vom Bund

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Theaterdirektor Peter Sauerbaum. eröffnete im Mai das Jüdische Theaterschiff auf der Havel. Heimathafen: Spandau.

Theaterdirektor Peter Sauerbaum. eröffnete im Mai das Jüdische Theaterschiff auf der Havel. Heimathafen: Spandau.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Förderung stammt aus dem Haushalt des Bundesministeriums des Inneren. So soll es verwendet werden.

Berlin.  Das Jüdische Theaterschiff in Spandau kann sich über einen hohen Geldbetrag freuen. Im Rahmen des Bundeshaushalts 2023 wird auch die nagelneue, schwimmende Kultureinrichtung mit 50.000 Euro gefördert, wie der Spandauer Bundestagsabgeordnete Helmut Kleebank (SPD) nun bekannt gab. „Mit dem jüdischen Theaterschiff in Spandau wurde nicht nur wieder ein Stück lebendige jüdische Kultur nach Berlin gebracht“, sagt Kleebank, der sich für die Förderung eingesetzt hatte, „sondern auch ein Stück wehrhafter Demokratie geschaffen.“

Gerade angesichts des Wiedererstarkens antisemischer sowie rechter Strömungen in der Gesellschaft bedürfe es Einrichtungen, die einfühlsam die jüdische Kultur vorleben, so Kleebank. „Ich kann nur jeden einladen, sich das weit gefächerte Programm einmal anzuschauen“, ergänzt der ehemalige Spandauer Bezirksbürgermeister. Die Mittel kommen dabei aus dem Haushalt des Bundesministeriums des Innern im Rahmen der Förderung der jüdischen Gemeinschaft, der christlich-jüdischen Zusammenarbeit sowie des interreligiösen und interkulturellen Dialogs.

Jüdisches Theaterschiff Spandau: Ein mobiler Raum gegen Antisemitismus

Der erfolgreiche Theaterdirektor Peter Sauerbaum hatte das jüdische Theaterschiff nach jahrelanger Vorarbeit erst im Mai 2022 auf der Havel zwischen Altstadt und Ziegelhof eröffnen können. Die das ganze Jahr über Havel, Spree, Dahme und Elbe schwimmende Kultureinrichtung soll einen mobilen Raum für Kunst und Kultur gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit schaffen. Auf dem Programm stehen Theatervorstellungen, Literaturlesungen, Showaufführungen, Kabarett, Musikkonzerte, Kino, Diskussionsveranstaltungen, Workshops, politische Talkrunden und sogar gemeinsame Dinner mit jüdischen Spezialitäten.

„Ich freue mich sehr über das Geld und bedanke mich bei allen Abgeordneten, die sich für uns eingesetzt haben“, sagt Theaterdirektor Sauerbaum. Die Mittel seien gut investiert und würden in viele interessante Projekte fließen. So gehe es nach einer kurzen Winterpause direkt im März 2023 mit der neuen Spielsaison auf dem Jüdischen Theaterschiff weiter. Unter anderem dann auf dem Plan: Ein Theaterstück in Kooperation mit der Berliner Schauspielschule Ernst Busch über den von den Nazis verfolgten jüdischen Puppenspieler Arthur Gottlein, der seine größten Erfolge in Shanghai feierte.

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