Kultur

Spandau: Das Jüdische Theaterschiff ist vorerst gerettet

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Dennis Meischen
Mittlerweile ist das jüdische Theaterschiff „MS Goldberg“ in Spandau angekommen und hat nahe der Dischingerbrücke Anker geworfen.

Mittlerweile ist das jüdische Theaterschiff „MS Goldberg“ in Spandau angekommen und hat nahe der Dischingerbrücke Anker geworfen.

Foto: Dennis Meischen / BM

Das Kultur-Projekt kann mit einer vorläufigen Duldung am Montag Premiere feiern. Voran gegangen war ein Streit um fehlende Papiere.

Berlin. In der Mitteilung des Bezirksamts Spandau vom Donnerstag schwingt ein gewisser Hauch von Erleichterung mit. Denn: In einem kurzfristig anberaumten Ortstermin haben sich der Veranstalter Peter Sauerbaum, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die Senatsumweltverwaltung und das Bezirksamt auf eine vorläufige Duldung des Jüdischen Theaterschiffes am Havelufer zwischen Altstadt und Ziegelhof auf der Höhe der Sedanstraße verständigt - unter Auflagen. Damit kann das schwimmende Kultur-Projekt auf der „MS Goldberg“ wie geplant am kommenden Montag (23. Mai) um 19 Uhr sein erstes Sommer-Programm mit der Uraufführung des Theaterstücks „Der Sänger“ beginnen.

Voran gegangen war ein Streit um fehlende Papiere und Anlege-Genehmigungen, über den der „Tagesspiegel“ zuerst berichtet hatte. Allerdings ist dieser auch noch nicht vollständig beigelegt. „Ich freue mich jedoch, dass mit allen beteiligten Verwaltungen des Bundes und des Landes Berlin eine vorläufige und pragmatische Lösung erzielt werden konnte, die dem Veranstalter nun ermöglicht, bis Ende Mai die notwendigen Unterlagen beizubringen“, sagt der Spandauer Bezirksstadtrat Thorsten Schatz (CDU). Daher stehe einer gelungenen Premiere des Jüdischen Theaterschiffs erst einmal nichts mehr im Wege.

„MS Goldberg“: Theater, Kunst und Kultur an Bord für 190 Gäste

Für den Betrieb des Schiffes sind zwingend behördliche Genehmigungen von Nöten, die nach Angaben der verantwortlichen Stellen noch nicht vorlagen, als die „MS Goldberg“ in dieser Woche von Sachsen-Anhalt aus in Spandau festmachte - obwohl der Veranstalter lange darüber informiert war, heißt es von offizieller Seite. Sauerbaum wiederum bestreitet diese Darstellung und verweist auf ein Kommunikationsproblem zwischen Senat und Bezirk.

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„Das Jüdische Theaterschiff ist ein spannendes Kulturprojekt“, bekräftigt wiederum Bezirksstadtrat Schatz diplomatisch, „darum freuen wir uns, dass sich der Veranstalter das Spandauer Havelufer als Heimathafen ausgesucht hat.“ Das schwimmende Theater-Projekt wird bereits seit zwei Jahren geplant und vorbereitet. An Deck der „MS Goldberg“ sollen bis zu 190 Gäste von nun an Theatervorstellungen, Literaturlesungen, Showaufführungen, Kabarett, Musikkonzerte, Kino, Diskussionsveranstaltungen, Workshops, politische Talkrunden und sogar gemeinsame Dinners mit jüdischen Spezialitäten genießen können. Während der jüdischen Kulturtage im September wird das Schiff auch am Schiffbauerdamm in Mitte Anker setzen.

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