Tiere

Illegaler Welpenhandel in Berlin aufgedeckt

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In Berlin-Spandau wurde ein Mann festgenommen, der erst fünf Wochen alte Hundewelpen verkaufen wollte.

Berlin. Die Tierrechtsorganisation „PETA“ hat einen Mann, der illegal Hundewelpen zum Kauf angeboten haben soll, in die Falle gelockt und ihm das Handwerk gelegt. Eine Mitarbeiterin sei auf die Annonce im Internet aufmerksam geworden. Dort wurden die Welpen für jeweils 460 Euro angeboten. Sie habe sich als Kaufinteressentin getarnt mit dem mutmaßliche Verkäufer in Spandau verabredet. Dort soll der Mann am Freitag zwei erst fünf Wochen alte Hundebabys aus der Jackentasche geholt haben, die einen polnischen Heimtierausweis und keine Tollwutimpfung hatten.

Illegaler Welpenhandel: Wohnung des Verkäufers durchsucht

PETA hatte zuvor die Berliner Polizei informiert, die mit Kräften vor Ort war und die Szenerie aus dem Verborgenen beobachtete. Nachdem Beweise und die Tiere gesichert wurden, griff die Polizei zu und nahm den Mann fest. Dieser hatte versucht zu fliehen und musste überwältigt werden. Die Wohnung des Mannes wurde durchsucht.

Der Festgenommene ist laut einer Polizeisprecherin 25 Jahre alt und wurde nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder entlassen. In seiner Wohnung seien keine weiteren Beweismittel und keine anderen Tiere gefunden worden. Es wurden Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

„Der Händler ist den Behörden bereits bekannt“, sagt Paula Jansen, Fachreferentin für Haustiere bei PETA. „Scheinbar gehört der Verkaufende zu einem bekannten Berliner Hundehändlerring.“ Sie hoffe auf empfindliche juristische Konsequenzen für den Mann. Die Welpen wurden mittlerweile ins Tierheim Berlin gebracht.

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Jeden Monat 46.000 illegale Welpen in der EU verkauft

„Der Handel mit Welpen ist ein Multi-Millionen-Geschäft“, so Jansen weiter. „Über 46.000 Hunde werden monatlich in der EU gehandelt. Ein Großteil der Tiere ist – wie auch im aktuellen Fall – weder registriert noch ausreichend geimpft.“ Auch in Berlin würde das Geschäft derzeit massiv florieren. Die Tiere werden oft wenige Tage nach ihrer Geburt von ihren Müttern getrennt. „Deutschland benötigt endlich schärfere Kontrollen und Gesetze um den Handel mit fühlenden Lebewesen als Ware zu stoppen.“

Der Handel mit Jungtieren im Internet boomt – und durch Corona ist die Nachfrage nach tierischen Mitbewohnern noch einmal gestiegen. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort sind die Muttertiere auf Welpenfarmen tagtäglich gezwungen, teils ohne Tageslicht in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien auszuharren. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten.

Die Mütter erfüllen in ihrem kurzen Leben in der Branche nur einen Zweck: dauerhaft Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, verwurmt, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich.