Berlin-Spandau

Polizei sucht nach in der NS-Zeit ermordeten Kollegen

Die Berliner Polizei will ihren während der NS-Zeit ermordeten Kollegen ein würdevolles Begräbnis ermöglichen (Symbolbild).

Die Berliner Polizei will ihren während der NS-Zeit ermordeten Kollegen ein würdevolles Begräbnis ermöglichen (Symbolbild).

Foto: Imago

Die Nationalsozialisten hatten vier Polizisten in Spandau erschossen. Ihnen war Homosexualität vorgeworfen worden.

Berlin. Die Berliner Polizei will weiter nach Hinweisen auf die Gebeine von Kollegen suchen, die in der NS-Zeit ermordet worden sind. Zwar blieben Grabungen in Spandau dieser Tage ohne Erfolg, wie die Polizei mitteilte. „Aber wir erhoffen uns Hinweise bei einer noch intensiveren Suche in Archiven“, erklärte Polizeisprecher Martin Halweg.

Denkbar sei auch die Recherche in ausländischen Archiven, etwa in den USA oder Russland. Schließlich hätten die bisherigen Untersuchungen dazu geführt, dass nun die Namen der vier erschossenen Kollegen vollständig und in korrekter Schreibweise vorlägen.

Gedenktafel erinnert an ermordete Polizisten

Eine Gedenktafel, die am Polizeigebäude in Spandau an die ermordeten Polizisten erinnert, soll entsprechend erneuert werden, wie Halweg sagte. Otto Jordan, Reinhold Hofer, Willi Jenoch und Erich Bautz wurden verdächtigt, homosexuell zu sein. Nach den Recherchen wurden sie am 24. April 1945 erschossen und vergraben.

Die Berliner Polizei will den früheren Kollegen ein würdevolles Begräbnis ermöglichen. Darum wurde nun 76 Jahre später mit Unterstützung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge an etwa 60 Stellen auf dem Polizeigelände in Spandau nach den sterblichen Überresten gesucht. Im Einsatz waren nach den Angaben Bodenradar, Magnetsonde, Bagger und Schaufeln.

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