Soziale Netzwerke

SPD und Linke fordern mehr Social-Media-Präsenz von Spandau

Das Bezirksamt Spandau ist bislang nicht auf Twitter vertreten. Die BVV-Fraktionen von SPD und Linken fordern, dass sich das ändert.

Bisher als Bezirksamt nicht auf Twitter oder Facebook vertreten: Spandau.

Bisher als Bezirksamt nicht auf Twitter oder Facebook vertreten: Spandau.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin.  Es ist eine auf den ersten Blick kuriose Fragestellung, die unter Punkt 1.1 in der großen Anfrage der Spandauer Linksfraktion an das Bezirksamt steht: „Zählt Spandau noch immer nicht zu Berlin?“, heißt es da. Die Frage hat aber einen Hintergrund: Ende September wurde auf dem Twitter-Profil des Regierenden Bürgermeisters, Michael Müller (SPD), ein Beitrag zur neuen Marketingkampagne der Hauptstadt unter dem Hashtag #WirSindEinBerlin veröffentlicht . Verlinkt wurden darunter Profile von elf Berliner Bezirken, nur Spandau tauchte nicht auf. Weil das Bezirksamt bislang nicht in dem sozialen Netzwerk vertreten ist.

Zugegebenermaßen sind auch die Kanäle von Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf keine offiziellen der Bezirksämter, sondern automatische Feeds von Pressemitteilungen. Aber auch solch ein Profil gibt es von Spandau bisher nicht. Die Fraktionen von Linken und SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fordern in einem gemeinsamen Antrag nun, dass sich das ändern soll. Das Bezirksamt solle sein Informations- und Kommunikationsangebot „unverzüglich auch auf Social Media-Plattformen ausweiten“.

Bezirksamt Spandau verweist auf Personalsituation

Dazu soll es aus Sicht der Fraktionen etwa Profile auf Facebook, Instagram und auch Twitter geben. Begründet wird der Antrag, der in der BVV im Dezember diskutiert werden soll, damit, dass das Bezirksamt den Informationsfluss gerade in Pandemie-Zeiten sicherstellen müsse.

In seiner Antwort auf die große Anfrage der Linksfraktion erklärt Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD), warum es bislang an Auftritten des Bezirksamts in den sozialen Netzwerken mangele. So erfolge die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von den Stadträten selbstständig, die bezirkliche Pressestelle sei dazu nicht befugt. Zudem wird die Pressearbeit nur von einer Person erledigt, die nebenbei auch für andere Aufgabenbereiche zuständig ist. „Die Arbeit rund um einen Social-Media-Account, der in der Regel eine schnelle und zeitnahe Reaktion erfordert, ist somit unter den gegebenen Bedingungen nicht zu bewerkstelligen“, schreibt Kleebank.

Verwiesen wird aber darauf, dass einzelne Bereiche des Bezirksamts bereits in den sozialen Netzwerken aktiv sind, zwar nicht auf Twitter, aber auf Instagram und Facebook. Dazu zählen die Musikschule, die Wirtschaftsförderung, die Zitadelle und seit neuestem auch die Volkshochschule. Auf den Kanälen würden aber keine bezirkseinheitliche, sondern eigene Strategien der Fachbereiche verfolgt, heißt es.

Linken-Chef verweist auf Beispiele aus anderen Bezirken

Dem Fraktionschef der Linken, Lars Leschewitz, fehlt eine solche übergeordnete, einheitliche Strategie. „Die sollte es aber geben, unabhängig davon, ob die einzelnen Fachbereiche noch zusätzliche Angebote bieten wollen und müssen“, sagt Leschewitz. „Ein Blick in andere Bezirke zeigt, dass eine einheitliche Social-Media-Strategie auf allen relevanten Plattformen keine Utopie, sondern gelebte Praxis sein kann.“ Zumal unter den aktiven Fachbereichen einige fehlen würden, die für die meisten Menschen wichtig seien, etwa Gesundheit, Bauen, Schule und Sport.

Mit Blick auf die derzeitige Personalsituation in der Pressestelle sieht auch Leschewitz, dass es Handlungsbedarf gibt, um den Anforderungen gerecht zu werden. „Es scheint mir spätestens für den kommenden Haushalt auch geboten, dass wir mehr Personalstellen in der Öffentlichkeitsarbeit schaffen“, so der Fraktionschef, „denn Bürgerbeteiligung kann nur funktionieren, wenn die Bürger gut informiert sind.“

Übrigens gibt der Bezirksbürgermeister auch eine Antwort auf die anfängliche Frage, die, ob Spandau immer noch nicht zu Berlin gehört. Er schreibt: „Formal gesehen gehört Spandau natürlich zu Berlin.“

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