Natur

Neuer Steg: Rundweg durch Tiefwerder Wiesen wird fertig

Der Rundweg durch das Naturschutzgebiet in Spandau war lange unterbrochen. Nach Verzögerungen wird nun der finale Neubau abgeschlossen.

Der Rundweg durch die Tiefwerder Wiesen ist momentan noch unterbrochen. Nun soll er fertiggestellt werden.

Der Rundweg durch die Tiefwerder Wiesen ist momentan noch unterbrochen. Nun soll er fertiggestellt werden.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Es ist ein Projekt, das den Bezirk seit Jahren beschäftigt und sich immer wieder verzögert hat. Nun aber soll es endlich abgeschlossen werden: Am jahrelang unterbrochenen Rundweg durch das Naturschutzgebiet Tiefwerder Wiesen nahe der Havel finden aktuell die finalen Bauarbeiten statt. Sofern nichts mehr schiefgehe, sagte Stadtrat Frank Bewig (CDU) im Spandauer Verkehrsausschuss, soll der letzte Teil des Wegs in den nächsten beiden Wochen fertiggestellt werden.

Mittlerweile ist es rund drei Jahre her, dass der frühere Holzsteg, der durch die Tiefwerder Wiesen führte, wegen Mängeln gesperrt und schließlich Anfang 2019 abgerissen werden musste. Anfangs hatte das Bezirksamt noch geplant, den Steg neu zu bauen. Ursprünglich sollte damit im Herbst 2018 begonnen werden. Doch die erwarteten Kosten wurden immer höher und lagen schließlich bei fast 950.000 Euro.

Neue Brücke könnte erst in mehreren Jahren gebaut werden

Ein weiterer kritischer Punkt waren die naturschutzrechtlichen Vorgaben, denen der Neubau nicht mehr entsprochen hätte, hieß es schließlich vom Amt. Und nicht zuletzt wurde mit einer Fertigstellung erst im Jahr 2024 gerechnet. „Ein Brückenbauwerk würden wir in den nächsten Jahren nicht hinbekommen“, bestätigte nun auch der Stadtrat, der dabei neben den Kostensteigerungen auf die vielen notwendigen Genehmigungen verwies.

Also änderte das Bezirksamt seinen Plan: Der Weg wurde zum größten Teil auf das Ufer verlegt, zu dem die früheren Stege parallel verlaufen. Zum Überqueren der Wasserläufe sollen sogenannte Schwimmstege eingesetzt werden, die sich schwankenden Wasserständen problemlos anpassen können. Diese würden bereits deutschlandweit in ähnlich sensiblen Schutzgebieten verwendet, hieß es in einer Mitteilung aus dem Herbst 2019. Damals wurde auch angekündigt, man hoffe, noch 2019 mit den Arbeiten fertig zu werden.

Lange Lieferzeiten und Corona sorgten für weitere Verzögerungen

Doch es kam zu weiteren Verzögerungen – zumindest beim letzten Teilstück des Wegs, an dem der Hauptgraben überquert werden soll. So konnten zwar große Teile der Tiefwerder Wiesen, die wegen ihres Artenreichtums schon seit 1960 unter Schutz stehen , durchlaufen werden, ein Rundgang aber blieb unmöglich. Als Grund verwies das Amt auf sehr lange Lieferfristen im vergangenen Herbst und Winter, sodass es kein Material für den Schwimmsteg gegeben habe. Konkret ging es dabei um Stahl. Als das Material einige Monate später dann zur Verfügung stand, habe die Corona-Pandemie die Arbeiten verhindert.

Erst im Sommer konnten dann die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden; es entstand unter anderem eine neue Treppe, die zum Hauptgraben hinunter führt. Über dem Wasserlauf wurde zunächst eine provisorische Lösung eingesetzt. Dieses Provisorium, so Stadtrat Bewig, sei auch genutzt worden, soll nun aber durch die finalen Schwimmstege ersetzt werden. Die Gesamtkosten für das Projekt wurden zuletzt mit rund 120.000 Euro beziffert.

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