Stadtentwicklung

Arbeiten an der Zitadelle Spandau starten im Winter

Umfeld der Zitadelle wird in den nächsten Jahren umgestaltet, erste Arbeiten beginnen bald. Umbau der Freilichtbühne verschiebt sich.

Das Umfeld der Zitadelle Spandau und die nahe Freilichtbühne sollen umgebaut werden.

Das Umfeld der Zitadelle Spandau und die nahe Freilichtbühne sollen umgebaut werden.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/BM

Berlin.  Seit Jahren ist klar, dass das Umfeld der Zitadelle umgestaltet werden soll. Nun stehen die ersten Arbeiten tatsächlich bevor. Gebaut wird dabei allerdings noch nicht, im ersten Schritt geht es um die Pflege der Bäume und Sträucher rund um den Zitadellengraben. Diese Arbeiten sollen den Plänen nach in den kommenden Monaten starten.

Insgesamt werden knapp 2,5 Millionen in die Sanierung des Zitadellenumfelds fließen. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mitteilt, habe der Bezirk bereits eine Finanzierungszusage erhalten. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“, zu dem die Altstadt Spandau inklusive der Zitadelle gehört.

Zu den ersten Arbeiten erklärt der Bezirk, es handele sich dabei um „dringendst erforderliche, aufwendige Pflegeleistungen, die den Anforderungen des Landschaftsschutzgebietes entsprechen“. Diese sollen sich über mehrere Jahre ziehen „und müssen im anstehenden Winterhalbjahr großflächig begonnen werden“. Spätestens zu Beginn des neuen Jahres soll es soweit sein. Entsprechende Ausschreibungen seien weitgehend vorbereitet, heißt es aus dem Büro von Frank Bewig (CDU), als Stadtrat in Spandau zuständig für Stadtentwicklung.

Weg am Zitadellengraben soll ausgebaut werden

Bevor das Vergabeverfahren beginnt, soll das Vorhaben Ende November im Parkrat vorgestellt werden – sofern die Pandemie-Situation es zulasse. In dem Gremium sitzen Vertreter von Naturschutzverbänden, einer Bürgerinitiative oder lokalen Vereinen, die den Umgestaltungsprozess begleiteten. Wie genau die Pflege aussehen soll, erklärte das Bezirksamt deshalb noch nicht.

Bislang sahen die Pläne aber vor, Bäume an Stellen, wo sie zu dicht gewachsen sind, auszudünnen, damit die Pflanzen der Krautschicht mehr Licht bekommen. Davon sollen auch die Biber, die im Zitadellengraben leben, profitieren. Zu den Ideen gehörte zudem neue Wiesenflächen mit Blumen und Sträuchern anzulegen, sowie Uferbefestigungen zu großen Teilen durch weitere Sträucher zu ersetzen. Auch Baumfällungen waren geplant, um die Festung besser sichtbar zu machen.

Zu den geplanten Umbaumaßnahmen um die Zitadelle zählt der Ausbau des Wladimir-Gall-Wegs, der hinter der Freilichtbühne zudem von den Verantwortlichen der Motorworld Manufaktur Berlin entlang des Spandauer Sees verlängert werden soll. Weiterhin beinhaltete das Konzept der Planer neue Aussichtsbalkone, Aktivitätsfelder und eine Sitzskulptur. „Mit dem Wegebau wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 begonnen“, heißt es aus Bewigs Büro, die Pflegemaßnahmen sollen dann auch baubegleitend weiterlaufen.

Sanierung der Freilichtbühne soll nun im Herbst 2021 starten

Umbaupläne gibt es zudem für die Freilichtbühne an der Zitadelle, die im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Sie zählt damit zu den ältesten, durchgängig bespielten Freilichtbühnen Deutschlands – und habe auch trotz Corona im vergangenen Sommer eine sehr gute Saison gehabt, sagt Leiterin Britta Richter. „Wir hatten Bänke ausgebaut und konnten unter Einhaltung der Abstandsregel 120 Plätze besetzen“, sagte sie. „Außer bei den Familienvorstellungen waren die auch restlos belegt.“

Eigentlich war vorgesehen, dort in diesem Herbst mit der Sanierung zu starten, damit erste Neuerungen schon zur Jubiläumssaison fertig sind. Das wird allerdings nichts – wie das Büro von Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) auf Anfrage mitteilte, soll der Umbau nun im Herbst 2021 starten.

„Die Möglichkeit durch Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Freilichtbühne Spandau umzubauen und zu restaurieren ist eine einmalige Chance für den Bezirk Spandau“, erklärt ein Mitarbeiter von Hanke. Der spätere Start der Arbeiten „beeinträchtigt das Gesamtprojekt glücklicherweise nicht, es handelt sich lediglich um eine zeitliche Verschiebung“.

Benötigte Fördermittel für die Freilichtbühne haben sich verdoppelt

Klar ist bei dem Projekt ebenfalls, dass der Bezirk die Mittel aus dem Förderprogramm bekommt. Anteilig gibt es laut Senatsverwaltung in diesem Jahr 660.600 Euro für die Umsetzung des Projekts, die Zusage sei Anfang Oktober erteilt worden. Weitere knapp 460.000 Euro soll es im Programmjahr 2021 geben. Die insgesamt benötigten Fördermittel haben sich damit der Senatsverwaltung zufolge verdoppelt.

Die Kostensteigerungen erklärt der Mitarbeiter mit „zusätzlichen Arbeiten, die notwendig geworden sind“. So habe sich in der Planung gezeigt, dass die geplante neue Sanitäranlage an die Kanalisation angeschlossen werden müsse. Das soll nun mit der Umgestaltung des Zitadellenglacis zusammen umgesetzt werden.

Vorgesehen ist, neben dem Neubau der dann etwas versteckter liegenden WC-Anlage auch die Umgestaltung des jetzigen Sanitärgebäudes zu einem Cateringgebäude. Da das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz steht, sollen sich alle Umbauten „in das historische Gesamtbild einfügen“, heißt es aus dem Amt. „Außerdem wird die Eingangssituation für Menschen mit Behinderung deutlich verbessert werden.“ Später soll eine denkmalgerechte Sanierung vom Zuschauerraum, der Bühne und dem Bühnendach folgen.

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