Verkehr

U7 bis Heerstraße: Studie steht kurz vor dem Abschluss

Seit Monaten wird untersucht, ob die U7 vom Rathaus Spandau zur Heerstraße verlängert werden kann. In Spandau fordern das viele.

Die U7 fährt momentan bis zum Rathaus Spandau. Eine Verlängerung bis zur Heerstraße wurde zuletzt untersucht.

Die U7 fährt momentan bis zum Rathaus Spandau. Eine Verlängerung bis zur Heerstraße wurde zuletzt untersucht.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. In Spandau ist sie seit Jahren ein Thema: die mögliche Verlängerung der U-Bahn-Linie U7 bis zur Heerstraße, um die dortige Großsiedlung besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Bereits Anfang 2019 wurde ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen. Seit Anfang dieses Jahres lässt auch die Senatsverkehrsverwaltung prüfen, inwieweit eine solche Verlängerung machbar ist. Der Abschluss steht nun bevor.

„Die von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beauftragte Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der U7 bis zur Heerstraße in Spandau wird derzeit von der BVG fertiggestellt“, teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit. „Mit der Fertigstellung ist im Laufe des Novembers zu rechnen.“ Dass die Studie durchgeführt wird, ist auch im aktuellen Berliner Nahverkehrsplan festgeschrieben.

Die Machbarkeitsstudien, die es zuletzt auch für die Verlängerungen der U-Bahn-Linien U6 zur Urban Tech Republic, der U7 zum Flughafen Schönefeld sowie der U8 ins Märkische Viertel gegeben hat, enthalten Bewertungen zur baulichen Umsetzbarkeit, erste grobe Kostenschätzungen und Prognosen zum von der BVG erwarteten Fahrgastpotenzial. Diese drei Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass ein dortiger Ausbau technisch machbar ist – wenn auch, je nach Anzahl der neuen Stationen, mit Kosten zwischen 112 und 607 Millionen Euro.

U-Bahn-Ausbau soll gesamtstädtisch bewertet werden

Das heißt jedoch noch nicht, dass die Verlängerungen auch tatsächlich kommen. Die Machbarkeitsstudien seien eine „wichtige Grundlage für eine Gesamtbewertung, ob und welche möglichen U-Bahnstrecken noch genauer geprüft werden sollen“, heißt es aus der Verkehrsverwaltung. Bevor darüber entschieden wird, wird nun noch auf die Ergebnisse der Untersuchung zur U7-Verlängerung in Spandau gewartet.

„Wenn alle Machbarkeitsstudien im vierten Quartal 2020 vorliegen, kann eine erste Bewertung aus gesamtstädtischer Sicht durch den Berliner Senat erfolgen“, erklärt die Sprecherin. Im Anschluss daran könnten für ausgewählte Strecken vertiefende planerische Untersuchungen in Auftrag gegeben werden. Zudem müsse auch der wirtschaftliche Nutzen der Verlängerungen nachgewiesen werden, „um beispielsweise Bundesmittel für eine spätere Realisierung beantragen zu können“, heißt es.

Alternative ist in Spandau der Aufbau einer Straßenbahn-Linie

Für die Verlängerung der U7 bis zur Großsiedlung an der Heerstraße hatte sich zuletzt auch die Berliner SPD ausgesprochen. Die designierten Landesvorsitzenden Franziska Giffey und Raed Saleh nannten den Ausbau dieser Strecke als eines von fünf U-Bahn-Projekten, die umgesetzt werden sollten. In Spandau hatten bereits die Bezirksverbände von CDU, SPD, FDP und Grünen in ihren Verkehrskonzepten die Verlängerung zur Heerstraße – oder sogar bis nach Kladow – oder zumindest deren Prüfung gefordert.

Ob die U-Bahn zur Heerstraße verlängert wird oder nicht, feststeht, dass sich dort etwas tun soll: Eine Alternative ist der Aufbau einer Straßenbahn-Trasse vom Rathaus Spandau bis zu der Siedlung. Auch diese Option ist im Nahverkehrsplan festgehalten. Für welche Variante man sich entscheidet, wird auch von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie abhängen.

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