Verkehr

Spandauer Ausschuss fordert bessere Anbindung an Schönwalde

Die Busse der Linie 671 fahren bislang vor allem am Wochenende selten. Die Spandauer Bezirksverordneten wollen, dass sich das ändert.

Die Spandauer Bezirksverordneten fordern, dass mehr Busse zwischen Spandau und Schönwalde fahren.

Die Spandauer Bezirksverordneten fordern, dass mehr Busse zwischen Spandau und Schönwalde fahren.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin. Wer am Wochenende den Bus von Spandau nach Schönwalde – oder umgekehrt – nehmen will, der muss das genau planen. Denn die Linie 671, die zwischen dem Rathaus Spandau und Paaren im Glien, Ortsteil der wachsenden Gemeinde Schönwalde-Glien (Havelland), unterwegs ist, fährt sonnabends und sonntags nur alle zwei Stunden. Der letzte Bus startet in Paaren bereits um 18.35 Uhr, am Spandauer Rathaus gegen 20.15 Uhr.

An den Abenden mit dem öffentlichen Nahverkehr nach Schönwalde zu kommen sei „fast unmöglich“, schreibt deshalb auch die Spandauer Grünen-Fraktion in ihrem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung. Nur mit Umstiegen sind, zumindest von Spandau nach Schönwalde-Dorf, noch einmal gegen 23 und 1 Uhr Fahrten möglich. Die schlechte Verbindung führe auch „zu einem regen Hol- und Bringverkehr auf der Schönwalder Straße“, heißt es weiter.

Berliner Nahverkehrsplan sieht Verbesserungen vor

Die Fraktion hat das Bezirksamt deshalb in ihrem Antrag aufgefordert, sich für einen „zuverlässigen und regelmäßigen Busverkehr nach Schönwalde – auch in den Abendstunden und am Wochenende – einzusetzen“. Konkret heißt das, dass zwischen 6 und 24 Uhr mindestens einmal die Stunde eine Verbindung bestehen oder zumindest ein Rufbussystem eingerichtet werden solle. Der Spandauer Verkehrsausschuss hat den Antrag kürzlich einstimmig beschlossen.

Thema ist die Verbindung zwischen Spandau und Schönwalde auch im Berliner Nahverkehrsplan aus dem Jahr 2019. Dort werden als angestrebte Standards für die Strecke ein 30-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit und 60-Minuten-Takte in der Neben- und Schwachverkehrszeit genannt. Zu letzterer zählen beispielsweise die Abendstunden, unter der Woche ab 21 Uhr und am Wochenende von 20 bis 1 Uhr. Explizit heißt es für die Umland-Verkehre, es sei ein „besonderes Augenmerk auf die Abendstunden sowie den Wochenendverkehr zu legen, da die Angebote ins Umland hier teilweise noch größere Lücken aufweisen“.

Land Berlin spricht von Stundentakt am Wochenende

Zur Weiterentwicklung des gemeinsamen ÖPNV gibt es vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg koordinierte Gespräche zwischen dem Land Berlin und dem Landkreis Havelland. „Hierbei wurden neben der Verbesserung der Angebote zwischen Falkensee und Berlin auch Maßnahmen auf der Linie 671 thematisiert“, erklärt eine Sprecherin der Berliner Senatsverkehrsverwaltung. Die ursprüngliche Idee, diese Linie in eine Expressbuslinie umzuwandeln, werde wegen der geringen Zeitvorteile nicht mehr verfolgt.

Dafür sei aber ein Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit und ein Stundentakt auch an Sonntagen vorgesehen worden. „Das Land Berlin hatte bereits seine Bereitschaft erklärt, den Berliner Anteil der Linie entsprechend über eine Bestellung bei der BVG mitzufinanzieren“, so die Sprecherin. Wegen notwendiger Straßenbauarbeiten sei die Umsetzung aber vom Landkreis Anfang 2019 erst einmal zurückgestellt worden.

Spandauer BVV muss Antrag noch endgültig beschließen

Diese Bauarbeiten auf der Landesstraße L20 zwischen Bötzow und Schönwalde sind laut dem Havelland seit Ende des vergangenen Jahres beendet. Dort verweist man zudem auf eine bereits erfolgte Taktverdichtung von Schönwalde Erlenbruch zum Bahnhof Spandau. Auf dieser Teilstrecke fahre der Bus inzwischen in der Hauptverkehrszeit zwischen 6.24 und 9 Uhr sowie zwischen 14.27 und 18 Uhr im Halbstundentakt. Was die Wochenenden betrifft, scheint zwischen Berlin und dem Havelland Uneinigkeit zu bestehen. „Ein Stundentakt an den Wochenenden war nicht geplant, hier gilt auch weiterhin der Zweistundentakt“, heißt es aus der Pressestelle des Landkreises.

Im Spandauer Verkehrsausschuss begründeten die Mitglieder ihre Zustimmung für den Antrag unter anderem damit, dass man den Druck für Verbesserungen aufrecht erhalten solle. Inwieweit er etwas bewirkt, bleibt abzuwarten. Die nächste Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung findet Mitte November statt. Auf dieser muss der Antrag dann noch einmal endgültig beschlossen werden, bevor das Bezirksamt tätig werden kann.

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