Auszeichnung

Spandauer Bildungsbündnis bekommt Deutschen Kita-Preis

Das Bildungsnetz Heerstraße Nord mit der AG „Frühe Förderung“ wurde geehrt. Aus der Zusammenarbeit sind zwei Pilotprojekte entstanden.

Das Bildungsnetz Heerstraße Nord mit seiner AG "Frühe Förderung" bekam von Senatorin Sandra Scheeres (SPD, 2.v.l.) und Familienministerin Franziska Giffey (SPD, r.) den Deutschen Kita-Preis verliehen. 

Das Bildungsnetz Heerstraße Nord mit seiner AG "Frühe Förderung" bekam von Senatorin Sandra Scheeres (SPD, 2.v.l.) und Familienministerin Franziska Giffey (SPD, r.) den Deutschen Kita-Preis verliehen. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Es sei die große Motivation, sagte Quartiersmanagerin Nakissa Imani Zabet, die das Bildungsnetz Heerstraße Nord auszeichne. Und diese Motivation hat sich gelohnt: Am Freitag wurde der Spandauer Initiative mit seiner Arbeitsgemeinschaft „Frühe Förderung“ von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Deutsche Kita-Preis verliehen. Die Beteiligten aus dem Kiez an der Heerstraße belegten den zweiten Platz in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung“, dotiert mit 10.000 Euro. Scheeres lobte die Initiative für ihre „Arbeit der offenen Türen“ und die Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Akteure.

Insgesamt hatten sich bundesweit rund 1500 Kitas und Bündnisse um den Preis beworben. Das Bildungsnetz Heerstraße Nord ist der einzige Vertreter aus Berlin, der ausgezeichnet wurde. In der AG wirken unter anderem Kitas und eine Grundschule, Kinderärzte, Vertreter der Familienzentren und des Jugendamts, außerdem Mitarbeiter des Quartiersmanagements mit. „Unser Ziel ist es, so früh wie möglich

anzusetzen, um gleiche Bildungschancen für alle Kinder zu ermöglichen“, erklärte Zabet. Entstanden sind aus der Zusammenarbeit bereits zwei Pilotprojekte.

Das ist zum einen die Kita-Sozialarbeit, bei der Sozialarbeiterinnen die Kindertagesstätten besuchen und dort für Eltern bei Problemen oder Fragen ansprechbar sind, oder diese zu Ämtern begleiten. So sollen auch die Erzieher entlastet werden. Das Ganze gilt als Erfolgsmodell und wurde inzwischen auch andernorts initiiert. „Die Kita-Sozialarbeit ist ein Vorbild für ganz Berlin“, sagte auch Spandaus Jugendstadtrat Stephan Machulik (SPD).

Jury des Deutschen Kita-Preises lobte unbeirrtes Engagement

Ein weiteres Pilotprojekt nennt sich „Starke Familien in Staaken – Early Bird“. Auch bei diesem liegt der Fokus auf den Eltern, allerdings wird noch früher angesetzt: Das Projekt richtet sich vor allem an Familien mit Säuglingen und Kleinkindern im Alter von bis zu drei Jahren. Erreicht werden sollen die Eltern durch aufsuchende Arbeit, etwa auf Spielplätzen, zudem werden individuelle Coachings organisiert. Auch Videos, in denen Themen rund um Kleinkinder und Erziehung erklärt werden, sollen laut Quartiersmanagement demnächst im Internet veröffentlicht werden. Die Arbeit soll dafür sorgen, dass Kinder nicht schon vor dem Kita-Besuch Entwicklungsnachteile haben.

Die Jury vom Deutschen Kita-Preis lobte in ihrer Begründung das unbeirrte Engagement des Bündnisses, gerade in einem „besonders belasteten Berliner Stadtteil“. In dem Quartiersmanagement-Gebiet an der Heerstraße sind rund drei Viertel aller Kinder von Armut bedroht. Hinzukommen die berlinweit bekannten Schwierigkeiten, einen Kita-Platz oder Kinderarzt zu finden. Umso wichtiger sei der Einsatz des Bildungsnetzes, sagte Quartiersmanagerin Zabet. Die beiden Pilotprojekte werden zurzeit über den Fonds „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert und sind so immer nur für ein paar Jahre im Voraus gesichert. Ziel ist eine dauerhafte Finanzierung.

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