Fahrdienst

Pilotprojekt in Falkensee: Uber zieht positives Fazit

Seit Juni gibt es das Uber-Angebot in Falkensee, auch mit Fahrten zum Bahnhof Spandau. Uber hat bereits knapp 3000 Fahrten gezählt.

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) und Christoph Weigler, Chef von Uber Deutschland, bei der Vorstellung des Pilotprojekt in Falkensee im Juni. 

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) und Christoph Weigler, Chef von Uber Deutschland, bei der Vorstellung des Pilotprojekt in Falkensee im Juni. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin/Falkensee. Fahrdienstleister Uber ist im Juni mit seinem Pilotprojekt in Falkensee gestartet, nun hat das Unternehmen ein erstes positives Fazit gezogen. Die Nachfrage habe die Erwartungen weit übertroffen, teilte Uber mit. Bei dem Projekt will der Fahrdienstleister, testen wie sein Angebot im Berliner Umland angenommen wird und inwieweit die Mobilität ohne eigenes Auto dadurch verbessert werden kann. Kern des Ganzen sind Zubringer-Fahrten, die zu einem Festpreis angeboten werden.

Dazu gehören zum einen Fahrten zwischen dem Bahnhof Spandau und Falkensee, die in der Zeit von 22 bis 6 Uhr für 15 Euro gebucht werden können. Auch innerhalb von Falkensee gibt es ein Angebot, dort sind Fahrten zwischen den Bahnhöfen Seegefeld, Falkensee und Finkenkrug und einer beliebigen Adresse in der Stadt buchbar. Der Festpreis hierfür lag zu Beginn bei fünf Euro, inzwischen sind es acht Euro. Seit Juni seien fast 3000 Fahrten vermittelt worden, teilte Uber nun mit. „Die Zahlen zeigen, dass ein großer Bedarf nach Zubringer-Angeboten zum Nahverkehr besteht. So kann dieser auch in Randzeiten eine wirkliche Alternative zum eigenen Auto darstellen”, erklärte Christoph Weigler, Deutschland-Chef von Uber.

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Ubers Ziel ist es, ein verlässliches Mobilitätsangebot zu schaffen, um die Strecken zwischen dem eigenem Zuhause und dem Bahnhof zurückzulegen – vor allem dann, wenn Busse oder auch die Bahnen von Spandau nach Falkensee nur selten fahren. Das gilt insbesondere für die Nachtstunden oder das Wochenende.

In der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung wurde vor diesem Hintergrund zuletzt über eine neue Nachtbuslinie zwischen Spandau und dem Nachbarort diskutiert. Der Landkreis Havelland sieht den Bedarf jedoch nicht. „Überlegungen zu einer Nachtbuslinie zwischen Spandau und Falkensee gibt es nicht“, erklärte eine Sprecherin kürzlich. Zwar gebe es Pläne, die Bus-Linie 337 neu zu gestalten. Dies beinhalte aber keine Nachtverkehre.

Zwei Drittel aller Fahrten finden am Wochenende statt

Wie Ubers Auswertung zeigt, seien 70 Prozent der Fahrten zwischen 19 und 7 Uhr vermittelt worden. Auf die Wochenenden würden zwei Drittel der Fahrten entfallen. Zudem hätten die Zahlen gezeigt, dass gerade die Fahrten innerhalb Falkensee gefragt seien, das Angebot zwischen Falkensee und dem S- und U-Bahnhof Spandau werde insbesondere an den Wochenenden gut angenommen. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) sieht das Angebot von Uber als zusätzliche Mobilitätsoption. „Letztendlich ist es die Vielfalt der Angebote, die den Verzicht auf das eigene Auto einfacher macht“, so Müller.

Kritik kam, erwartungsgemäß, schon zu Beginn des Projekt von Falkenseer Taxi-Unternehmen. Er habe damals nur aus der Presse erfahren, dass Uber kommt, sagt Alexander Sylvester. Große Auswirkungen auf sein Geschäft habe er bislang nicht gemerkt. Zu den Preisen von Uber meint er allerdings: „Dafür kann keiner fahren.“ Uber selbst betont, man habe nach wie vor großes Interesse daran, mit den lokalen Taxi-Unternehmen zusammenzuarbeiten, man habe bereits alle kontaktiert.

Erweiterung des Gebiets auf andere Orte ist nicht geplant

Im vergangenen Jahr hatte Uber bereits einen ersten Testlauf für den ländlichen Raum in Bayern gestartet, auch dort zog das Unternehmen ein positives Fazit. Das Projekt wurde unbefristet verlängert. Eine weitere Ausdehnung in Brandenburg ist aber, trotz der guten Nachfrage, nicht vorgesehen.

Uber verweist dabei auf die Rückkehrpflicht, die für das Unternehmen – anders als für Taxis – gilt. Diese besagt, dass die Fahrer nach einem Auftrag wieder an ihren Firmensitz zurückkehren müssen und unterwegs keine neue Kunden aufnehmen dürfen. Gerade im ländlichen Raum, wo weitere Strecken als in der Stadt zurückgelegt werden müssen, sei es deshalb schwer, ein wirtschaftliches Angebot zu etablieren. Daher, so Weigler, werde das Projekt auch künftig nur in Falkensee angeboten und nicht auf weitere Orte im Havelland ausgedehnt. Das Projekt wurde zunächst bis mindestens Ende des Jahres angesetzt.