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Corona: Weihnachtsmarkt in der Altstadt Spandau fällt aus

Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt Spandau kann wegen der Corona-Regeln nicht stattfinden. Alternative wird auf der Zitadelle geplant.

Der Spandauer Weihnachtsmarkt in der Altstadt Spandau kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Eine Alternative gibt es auf der Zitadelle.

Der Spandauer Weihnachtsmarkt in der Altstadt Spandau kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Eine Alternative gibt es auf der Zitadelle.

Foto: Ralf Salecker

Berlin. Seit mehr als 40 Jahren findet der Spandauer Weihnachtsmarkt in der Altstadt statt, jährlich kommen mehr als eine Million Besucher. In diesem Jahr jedoch machen die Corona-Regeln den Weihnachtsmarkt in seiner gewohnten Form unmöglich: „Das, was wir befürchtet haben, ist jetzt Realität geworden“, sagt Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer der Bezirksmarketing-Agentur „Partner für Spandau“, die den Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Die Auflagen für Veranstaltungen, die eine Personenzählung und -obergrenze vorsehen, seien „nicht mit dem zu vereinbaren, was den Spandauer Weihnachtsmarkt ausmacht“, sagt Dettmann. Zur Altstadt gebe es 17 Zugänge und fünf U-Bahn-Ausgänge, dazu kämen Restaurants und Geschäfte. Jeden Besucher zu erfassen oder eine Einbahnstraßen-Regelung umzusetzen, sei unmöglich.

Weihnachtsmarkt mit bis zu 100 Ständen auf Zitadelle Spandau

Eine Alternative soll es aber geben, wenn auch in kleinerem Rahmen: „Partner für Spandau“ plant in Absprache mit dem Bezirk ab 23. November einen Weihnachtsmarkt auf der Zitadelle. Weil es zu der Festung nur einen Eingang gibt, können die Regeln dort leichter umgesetzt werden. 80 bis 100 Stände hält er auf der Zitadelle für realistisch, das wäre etwas mehr als die Hälfte der Anzahl aus der Altstadt.

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„Wir können nicht alle Teilnehmer aus der Altstadt mitnehmen“, sagt Dettmann, aber: „Es wird etwas Besonderes, Hochwertiges werden“ Überlegt wird auch, zusätzlich zu Ständen eine Eisbahn aufzustellen oder ein Winterkino anzubieten. Dass es eine Alternative gibt, ist für Veranstalter und Händler auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtig. „Alle hoffen auf die Weihnachtssaison“, sagt Dettmann, „unsere letzte Einnahme war zu Weihnachten 2019.“

Wenige Stände und Weihnachtsbaum in der Altstadt Spandau

Auch ohne Weihnachtsmarkt ist es zudem das Ziel, in der Altstadt etwas weihnachtliches Flair zu schaffen: Der traditionelle Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz soll kommen und darum herum wenige Stände stehen. Was genau dort passiere, sei von den Genehmigungen abhängig, erklärt Dettmann Zudem wolle man den Gewerbetreibenden ein Angebot für die beleuchteten, kleinen Weihnachtsbäume machen, die diese dann allerdings selbst finanzieren müssten.

Der Vorschlag, den Weihnachtsmarkt auf die Zitadelle zu verlegen, geht auf Spandaus Kultur- und Wirtschaftsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) zurück. „Ich habe gesagt, wir müssen uns etwas einfallen lassen“, erzählt er, „es ist ganz wichtig, dass Spandau ein Angebot hat.“ Andernfalls sei die Situation „existenzbedrohend für die Händler“, so Hanke.

Weihnachtlicher Rummel auf dem Gelände der alten Post geplant

Für die Geschäftstreibenden in der Altstadt sei es natürlich ärgerlich, dass der Weihnachtsmarkt dort nicht stattfinden könne. „Die haben auch davon gelebt, dass der eine oder andere Weihnachtsmarktbesucher noch in das Geschäft reinkommt. Ich hoffe, es wird nicht zu schmerzhaft sein.“ Den Spandauer Weihnachtsmarkt auf die Zitadelle zu verlegen sieht der Stadtrat jedoch als „einzige Chance, die wir haben“. Dort gebe es auch das passende Ambiente, sodass es bei entsprechender Vermarktung ein „schönes, rundes Fest“ werden könne.

Auch Spandaus Gesundheitsstadtrat Frank Bewig (CDU) sagt, es sei in Absprache mit der Amtsärztin relativ schnell klar gewesen, dass die Altstadt als Veranstaltungsfläche nicht in Frage komme. Deshalb habe man sich geeinigt, auf dem Marktplatz und vor dem Rathaus jeweils nur kleine, weihnachtliche Angebote zu machen und dafür auf zwei dezentrale Veranstaltungen zu setzen, auf begrenzten Geländen, bei denen sich die Zugänge kontrollieren lassen.

Veranstalter wünscht sich Regelung für Events über 24. Oktober hinaus

Neben der Zitadelle, so Bewig, sei auch eine Veranstaltung auf dem Gelände der alten Post am Bahnhof Spandau geplant. Diese soll eine Alternative für den „Spandauer Weihnachtstraum“ mit seinen Fahrgeschäften werden, der nochmalerweise auf dem Rathausplatz stattfindet. „Ich denke, wir haben das Beste rausgeholt“, so Bewig. Die Grundkonzeptionen seien bereits abgestimmt, in den nächsten Wochen sollen die Pläne dann in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt konkretisiert werden.

Dass die Gefahr besteht, dass es abhängig von der Entwicklung der Pandemie am Ende doch noch ein Verbot von großen Veranstaltungen geben könnte, ist allen bewusst. „Das wissen wir alle“, sagt Geschäftsführer Dettmann. Er appelliert vor allem an den Senat, dass dort zeitnah Festlegungen für Veranstaltungen nach dem 24. Oktober hinaus getroffen werden – bis zu diesem Zeitpunkt gelten die derzeitigen Regelungen. „Der Senat muss irgendwann sagen, wie wir mit der Wintersaison umgehen“, so Dettmann. Immerhin gebe es zahlreiche Veranstalter, die Weihnachtsmärkte in Berlin organisieren wollen.

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