Bauprojekt

Bau neuer Flüchtlingsunterkunft in Spandau hat begonnen

Im Juni hat die Gewobag begonnen, eine neue Modulare Flüchtlingsunterkunft in Spandau zu errichten. In einem Jahr soll sie fertig sein.

So soll die neue Flüchtlingsunterkunft in der Rauchstraße 22 in Spandau aussehen.

So soll die neue Flüchtlingsunterkunft in der Rauchstraße 22 in Spandau aussehen.

Foto: Fa. Goldbeck

Berlin. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hat in Spandau mit dem Bau einer neuen modularen Flüchtlingsunterkunft (Muf) begonnen. An der Rauchstraße 22 im Ortsteil Hakenfelde entsteht ein fünfgeschossiger Neubau mit Platz für rund 270 Geflüchtete. Nach nur einem Jahr Bauzeit sollen die Arbeiten bereits abgeschlossen werden, erklärt eine Sprecherin der Gewobag, sodass das Gebäude im Juni 2021 fertiggestellt werden soll.

Das rund 6400 Quadratmeter große Grundstück, auf dem die Unterkunft entsteht, befindet sich zwischen zwei Supermärkten und lag zuletzt brach. Entstehen werden insgesamt 56 Wohnungen, darunter jeweils vier mit einem Zimmer, 26 mit zwei Räumen, zwölf mit drei Zimmern und zehn mit vier Räumen. Schon bei einer Informationsveranstaltung im vergangenen Jahr wurde betont, dass vorwiegend Familien in die Unterkunft einziehen sollen.

Neue Flüchtlingsunterkunft in Spandau: Keine Nachnutzung als Wohnhaus möglich

Im Erdgeschoss des Gebäudes sind Gemeinschaftsflächen für die Bewohner vorgesehen, unter anderem nennt die Gewobag einen Mehrzweckraum und zwei Begegnungsorte. Auch die Außenflächen um das Gebäude werden neu gestaltet, dort sind ein Spielplatz sowie Aufenthalthalts- und Erholungsflächen vorgesehen. Zudem wird betont, dass sich die Gewobag zusammen mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), Akteuren der Flüchtlingshilfe und dem Bezirk für eine langfristig erfolgreiche Integration der neuen Bewohner in Spandau einsetzen werde.

Besonders an dieser Unterkunft ist, dass keine Nachnutzung des Gebäudes als Wohnhaus für Studenten oder Senioren möglich ist. Hintergrund ist, dass das Gelände eigentlich als Gewerbegebiet eingestuft ist. Der Bau einer Flüchtlingsunterkunft ist durch ein Sonderbaurecht dort möglich, eine andere Wohnbebauung jedoch nicht zulässig, sofern das Planungsrecht nicht geändert wird. Bezirk und Land hatten deshalb bereits angekündigt, dass der Standort dauerhaft zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt werden soll.

Zwei weitere Flüchtlingsunterkünfte in Spandau geplant

Die Gewobag hat bereits eine weitere Flüchtlingsunterkunft in Spandau an der Freudstraße errichtet, dort ist später eine Umwandlung zu Mietwohnungen vorgesehen. Zudem plant das Unternehmen perspektivisch noch drei weitere Gebäude, die zunächst von Geflüchteten bezogen werden sollen. Die Projekte sollen Bezirken Lichtenberg, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg realisiert werden und in der ersten Phase an das LAF vermietet werden, erklärt eine Sprecherin.

Auch in Spandau sind noch zwei weitere modulare Flüchtlingsunterkünfte vorgesehen. Wie Daniel Tietze, Staatssekretär für Integration, auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Tommy Tabor antwortet, sei für einen weiteren Standort geplant, den Bauantrag Ende Juni 2020 einzureichen. Im vergangenen Jahr wurde bereits die Fläche am Askanierring 70-108a als Baugrundstück für eine neue Unterkunft genannt „Der geplante Baubeginn ist der 1.7.2021 und die Fertigstellung ist für den 1.3.2023 avisiert“, so Tietze weiter. Zu dem anderen Standort könnten dagegen noch keine Angaben gemacht werden, da der Planungsstand noch offen sei.

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