Stadtentwicklung

Pläne für Entwicklung der „Alexander Barracks“ gehen weiter

Berlin spricht mit dem Bund über den Kauf einer Fläche in Spandau. Dort sind Wohnungen, Gewerbe und ein Ausbildungscampus geplant.

Die "Alexander Barracks" und das angrenzende Gewerbegebiet in Spandau sollen umgestaltet werden. 

Die "Alexander Barracks" und das angrenzende Gewerbegebiet in Spandau sollen umgestaltet werden. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Aus dem früheren Kasernengelände „Alexander Barracks“ in Spandau soll ein vielfältiges Quartier mit Wohnungen, Kita, Gewerbe und einem Ausbildungscampus von Charité und Vivantes werden. Nachdem im vergangenen Jahr bereits eine Machbarkeitsstudie dazu vorgestellt wurde, wird nun auf Bezirks- und Landesebene daran gearbeitet, die weiteren Voraussetzungen für die Entwicklung des Geländes zu schaffen. Dabei geht es zum einen um den erforderlichen Bebauungsplan, zum anderen um den Kauf von Teilflächen des Areals zwischen Askanierring und Neuendorfer Straße.

Momentan gehört das Gelände der „Alexander Barracks“ und des südlich anschließenden Gewerbegebiets in der Spandauer Neustadt der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Ein Sprecher der Senatsfinanzverwaltung bestätigte nun auf Nachfrage, dass sich das Land in Gesprächen mit der Bima über den Kauf einer Teilfläche befinde.

Wert des Geländes wird für Verkaufsverhandlungen ermittelt

„Zuletzt wurde noch eine Abstimmung über den konkreten Grundstückszuschnitt vorgenommen“, erklärt er, zudem habe die Senatsfinanzverwaltung für das Land Berlin eine Zweckerklärung gegenüber der Bima abgegeben, auf deren Grundlage jetzt der Wert der Fläche ermittelt werde. „Anschließend können die konkreten Vertragsverhandlungen geführt werden“, erklärt er.

Aus der Pressestelle der Bima heißt es, man sei grundsätzlich verkaufsbereit. „Einige Teilflächen der Immobilie verbleiben aber bei der Bima zur Unterbringung von Bundesdienststellen und für den Wohnungsbau“, erklärt ein Sprecher. Auf dem Gelände hat derzeit unter anderem der Spandauer Ortsverband vom Technischen Hilfswerk seinen Sitz, auch ein Lagerstandort des Bundestags befindet sich auf dem Areal. Die bisherigen, vor allem gewerblichen Mieter, sollen an dem Standort bleiben können. Es sei nicht geplant, diesen zu kündigen, „sofern sie mit einer geplanten bundeseigenen Nutzung nicht kollidieren“, heißt es.

Bezirk Spandau will Gewerbestandort weiterentwickeln

Die Unternehmen auf dem rund 35 Hektar Gelände zu halten, ist auch eines der Ziele vom Bezirk. „Durch die Stabilisierung und Weiterentwicklung des Gewerbestandortes werden Arbeitsplätze gesichert und auch neue geschaffen“, erklärt Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU). Im Bebauungsplan sollen deshalb die bestehenden Gewerbeflächen in großen Teilen entsprechend ausgewiesen werden, um die Unternehmen dort zu sichern.

Noch gibt es für einen Bebauungsplan keinen Aufstellungsbeschluss, die Vorbereitungen werden aber getroffen, heißt es. Eine genaue Aufteilung der Fläche steht deshalb noch nicht fest. Vorgesehen ist aber, im westlichen Teil Wohnungsbau zu ermöglichen, in dem Zusammenhang sollen dann auch Kitaplätze geschaffen werden. Zudem ist geplant, den Jüdischen Friedhof an der Neuen Bergstraße „in angemessener Weise planungsrechtlich“ zu sichern. Dieser, so hieß es schon in der Machbarkeitsstudie aus dem vergangenen Jahr, soll als Erinnerungsort bleiben. Der Friedhof hatte bis 1940 existiert, dann hatten die Nationalsozialisten beschlossen, das Areal militärisch zu nutzen.

Ausbildungscampus mit „enormer Strahlkraft für Spandau“

Daneben sind auf dem Areal Flächen für eine Erweiterung des Vivantes-Klinikums Spandau, das neben den „Alexander Barracks“ liegt, vorgesehen und für jenen gemeinsamen Aus- und Weiterbildungscampus von Charité und Vivantes. Rund 3000 Ausbildungsplätze soll dieser umfassen, neben Unterrichtsräumen auch Bibliotheken und eine Kantine sowie bis zu 750 Plätze in Wohnheimen. „Derzeit werden verschiedene Vorgehensweisen der Planungsdurchführung diskutiert“, sagt Baustadtrat Bewig, der von einem „berlinweit einmaligen Vorhaben mit enormer Strahlkraft für Spandau“ spricht.

Auch aus der Senatsfinanzverwaltung heißt es, Vivantes und Charité würden sich bereits mit den Planungsbehörden hinsichtlich der konkreten Bebaubarkeit abstimmen, um einen Zeit- und Maßnahmenplan entwickeln zu können. Der „Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe“ hat im Januar seinen Betrieb aufgenommen, momentan ist er aber noch auf drei Standorte verteilt. Zudem ist er erstmal mit 1700 Auszubildenden gestartet, die Zahl soll in den nächsten Jahren steigen. Daher wird ein neues Grundstück für einen großen, gemeinsamen Campus gebraucht.

In Spandau wird sich der gesamte Norden des Bezirks in den kommenden Jahren erheblich wandeln, hier liegen die Entwicklungsgebiete Wasserstadt, Gartenfeld sowie die Siemensstadt 2.0. In diesem „Gesamtprozess der städtebaulichen Transformation“ würden auch die „Alexander Barracks“ einen entscheidenden Beitrag leisten, sagt Stadtrat Bewig. Der dortige Krankenhausstandort könne durch die Vergrößerung qualifiziert und zukunftssicher gemacht werden.

Mehr über den Bezirk Spandau lesen Sie hier.