Corona-Pandemie

Sommerbad in Staaken bleibt diese Saison geschlossen

Das Freibad in Staaken bleibt diesen Sommer geschlossen. Es gebe zu wenig Platz, heißt es. Auch andere Bäder in Berlin öffnen nicht.

Schwimmen im Sommerbad Staaken-West ist in diesem Sommer voraussichtlich nicht möglich. (Symbolbild)

Schwimmen im Sommerbad Staaken-West ist in diesem Sommer voraussichtlich nicht möglich. (Symbolbild)

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Schwimmen im Sommerbad Staaken-West wird in diesem Sommer wohl nicht möglich sein: Das Freibad bleibt nach Planungen der Berliner Bäderbetriebe (BBB) geschlossen. Das hängt vor allem mit der Größe des Bads und den weiterhin geltenden Abstandsregelungen zusammen. „Aufgrund der kleinen Wasserfläche in Staaken dürften nur sehr wenige Kundinnen und Kunden gleichzeitig in das Bad, was einen Betrieb noch unwirtschaftlicher macht“, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens auf Nachfrage.

Seit Längerem ist das Sommerbad Staaken-West ein Streitthema: Mit seiner Besucherzahl liegt es am Ende der Statistik der Bäderbetriebe. In der gesamten Saison 2018 wurden demnach rund 18.000 Badegäste gezählt, so viele wie in anderen Berliner Freibädern innerhalb weniger Tage. Im vergangenen Jahr war das Bad deshalb nur rund zwei Monate geöffnet, im Jahr davor nur während der Sommerferien. Politiker aus dem Bezirk setzen sich dagegen für eine Verlängerung der Öffnung ein, mit der Begründung, dass dann auch die Nachfrage steigen würde.

Auch Kindersommbad Monbijou bleibt voraussichtlich geschlossen

Das Sommerbad Staaken-West ist aber nicht das einzige Berliner Freibad, dass in diesem Jahr nicht öffnet. „Durch die Folgen der Corona-Situation können die BBB leider nicht alle Bäder öffnen, vor allem, weil die BBB in diesem Jahr ohne die personelle Verstärkung durch Saisonkräfte auskommen müssen“, erklärt eine Sprecherin. Betroffen seien mehrere kleinere Bäder, „darunter voraussichtlich auch das Kindersommerbad Monbijou in Mitte, ebenso wie das Strandbad Weißensee.“

Dort hätte sich der Betreiber entschieden, das Bad nicht zu öffnen, da aufgrund der Besuchsbeschränkungen nicht ausreichend Kundinnen und Kunden zu erwarten seien, um das Bad wirtschaftlich zu betreiben, so die Sprecherin der Bäderbetriebe. Sie verweist darauf, dass für das Unternehmen bei den geltenden Reglungen und den geöffneten Bädern höhere Kosten entstehen, als durch die Einnahmen gedeckt werden können.

Berliner Bäderbetriebe erwarten 3,4 Millionen Euro Defizit

„Die BBB erwirtschaften durch den Freibadbetrieb mit den augenblicklich zur Verfügung stehenden Kapazitäten und aufgrund der Besuchsbeschränkungen sowie der erhöhten Aufwendungen zur Erfüllung der Corona-Auflagen bis Ende August ein zusätzliches Betriebskostendefizit von rund 3,4 Millionen Euro, das aktuell noch nicht gedeckt ist“, teilt die Sprecherin mit. Dennoch sind zwei weitere Öffnungen von Bädern geplant: Das Kindersommerbad Platsch in Marzahn soll am Sonnabend öffnen sowie zeitnah auch das Sommerbad Wuhlheide. Ein genauer Termin stehe hierfür aber noch nicht fest.

Auch in Spandau soll dafür gesorgt werden, dass trotz des geschlossenen Sommerbads Staaken-Wes, ein Schwimmbadbesuch für alle möglich ist: Im Kombibad Spandau-Süd gebe es derzeit noch freie Kapazitäten, heißt es. Zudem wolle man in dem Bad auch die Halle öffnen, „um Kapazitäten zu schaffen für Schulschwimmkurse und voraussichtlich auch Vereinstraining, damit diese Nutzungsgruppen nicht mehr gänzlich auf dem Trockenen sitzen“, erklärt die Sprecherin der Bäderbetriebe.

Heftige Kritik an der Entscheidung, das Staakener Freibad geschlossen zu lassen, kommt von der Spandauer CDU. „Wenn in Berliner Freibädern mit Coronaregeln gebadet werden kann, muss dies auch in Staaken möglich sein“, erklärte der Abgeordnete Heiko Melzer in einer Pressemitteilung, der sich in einem Schreiben auch an Sportsenator Andreas Geisel (SPD) gewandt hat. Nach den anstrengenden vergangenen Wochen der Corona-Einschränkungen erwarte er, dass den Familien unbeschwerte Sommerferien ermöglicht werden. „Dazu gehört aus meiner Sicht unbedingt auch, dass alle Berliner Freibäder geöffnet werden“, so Melzer.

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