Verwaltung

Wegen Platzmangel: Bezirksamt Spandau sucht neue Standorte

Das Rathaus Spandau ist zu klein, schon jetzt werden Ämter ausquartiert. Weil Mieten hoch sind, sollen neue Gebäude gebaut werden.

Das Rathaus Spandau ist zu klein. Der Bezirk prüft deshalb, wo neue Bürogebäude gebaut werden können.

Das Rathaus Spandau ist zu klein. Der Bezirk prüft deshalb, wo neue Bürogebäude gebaut werden können.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Das Bezirksamt Spandau steckt in einem Dilemma: Die Zahl der Mitarbeiter soll bis 2021 von 1500 auf 1700 erhöht werden, um den Anforderungen der wachsenden Stadt gerecht zu werden. Gleichzeitig herrscht schon jetzt Platzmangel im Rathaus.

Etliche Ämter wurden bereits ausquartiert, Büroflächen an verschiedenen Orten im Bezirk angemietet. Der für Facility Management zuständige Stadtrat Andreas Otti (AfD) hat deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu prüfen, wo der Bezirk eigene, neue Gebäude bauen könnte.

„Aus meiner Sicht darf es hierzu, auch was die Realisierbarkeit auf der Zeitachse angeht, keine weiteren Verzögerungen geben“, sagt Otti. Der Grund ist klar – das Mieten von Büroflächen wird für das Bezirksamt auf Dauer teuer.

Erst im Januar sind weitere Fachbereiche des Straßen- und Grünflächenamts in den „Webtower“ in der Siemensstadt gezogen. Daneben haben unter anderem das Schul- und Sportamt, das Umwelt- und Naturschutzamt und das Hochbauamt das Rathaus bereits verlassen. Im vergangenen Jahr hieß es, dass für Miet- und Betriebskosten monatlich 140.000 Euro anfallen.

Bezirksamt Spandau hat mehrere Standorte für neue Büros im Blick

„Die Mieten werden weiter steigen und es ist schon jetzt eine sehr große monetäre Belastung für den Bezirk, wenn auf dem freien Markt angemietet werden muss“, sagt Otti. Zudem könnten die Büroräume selten ohne weitere Umbaumaßnahmen genutzt werden, was zusätzliche Kosten verursache. Deshalb sagt er: „Mein Ziel ist es, die Anmietung von Büroflächen mittelfristig aufzugeben und eigene Gebäude zu errichten.“

Die Machbarkeitsstudie befindet sich dabei aktuell noch am Anfang. In den Blick genommen werden sollen unter anderem Grundstücke an der Galenstraße 14, der Seegefelder Straße 35 und der Klosterstraße 36. Daneben, so Otti, wolle er prüfen lassen, inwieweit bisher nicht betrachtete Bauwerke genutzt werden können, als Beispiel nennt er Junkers Rundbogenhalle.

„Diese Bauwerke stehen unter Denkmalschutz und sollten, so meine Position, nicht weiter dem jahrzehntelangen Verfall preisgegeben werden“, sagt der Stadtrat, muss allerdings einschränken: Eine Büronutzung komme nach erster Bewertung wohl eher nicht in Frage.

Bezirk Spandau: 30 Millionen Euro für neues Bürogebäude kalkuliert

Den Bau zweier Bürogebäude hat der Bezirk bereits bei der Investitionsplanung des Landes Berlin angemeldet, sie betreffen die Standorte an der Galenstraße und Seegefelder Straße. Mit einer möglichen Fertigstellung wird dort für das Jahr 2028 gerechnet.

„Die Galenstraße 14 und die Seegefelder Straße 35, das kann man jetzt schon sagen, spielen eine zentrale Rolle“, sagt Otti. Beide Standorte befinden sich im Zentrum des Bezirks. Dass die Ämter dort präsent sind, sei ihm wichtig.

„Die Kosten sind stark von den Varianten abhängig, welche am Ende des Tages favorisiert werden“, erklärt der Stadtrat. „Ganz grob geschätzt kann so eine Maßnahme – am Beispiel Galenstraße – rund 30 Millionen Euro kosten.“ Noch seien aber weitere Untersuchungen notwendig, um die verschiedenen Varianten zu entwickeln.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank sieht Bedarf für weiteres Personal

Auch Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach dafür ausgesprochen, dass der Bezirk neue Bürodienstgebäude bauen sollte. „Wir rechnen grob an den zwei Standorten mit jeweils 200 zusätzlichen Arbeitsplätzen, und es gibt noch mehr Potenzial“, sagte Kleebank kürzlich im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. „Der Bezirk besitzt noch Flächen, wir werden nur die Investitionsmittel des Landes brauchen.“

Fünf Fragen an Helmut Kleebank
Fünf Fragen an Helmut Kleebank

Dass die zusätzlichen Standorte kommen, ist mit Blick auf den weiteren vorgesehenen Personalzuwachs wichtig, denn der werde laut Kleebank dringend gebraucht. „Wir arbeiten ja nicht nur für die Menschen, die schon im Bezirk sind, sondern auch für die vielen, die noch kommen“, sagte er. „Und dafür sind das in vielen Bereichen immer noch zu wenig Stellen.“

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