Verkehr

Wo es in Spandau besonders viele Unfälle gibt

7811 Verkehrsunfälle hat es laut Senatsverwaltung 2019 in Spandau gegeben. Das sind weniger als 2018, dafür gab es mehr Verkehrstote.

Die Kreuzung am Bahnhof Spandau ist ein Unfallschwerpunkt.

Die Kreuzung am Bahnhof Spandau ist ein Unfallschwerpunkt.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin. Die Zahl der Verkehrsunfälle in Spandau ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr gesunken, gleichzeitig allerdings hat sich die Zahl der Verkehrstoten erhöht: Vier Menschen starben 2019 bei Unfällen im Bezirk, im Jahr zuvor war es nur einer. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 7811 Unfälle, 2018 waren es noch 8359 – also knapp 550 mehr. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine aktuelle Anfrage der Spandauer SPD-Abgeordneten Bettina Domer hervor. Verletzt wurden im vergangenen Jahr insgesamt knapp 1000 Menschen bei Unfällen in Spandau, darunter mehr als 300 schwer.

Die meisten Unfälle gab es, das dürfte wenige Spandauer überraschen, an zwei zentralen Knotenpunkten des Bezirks: Das betrifft einmal die Kreuzung zwischen Bahnhof und Rathaus, an der der Altstädter Ring, die Seegefelder Straße, die Klosterstraße und die Straße Stabholzgarten aufeinander treffen. 102 Unfälle wurden dort 2019 gezählt. Ebenso viele waren es an der Kreuzung Brunsbütteler Damm/ Klosterstraße an den Spandau Arcaden.

Unfallschwerpunkte in Spandau: Senatsverwaltung kündigt Maßnahmen an

Die beiden Knotenpunkte führen auch die Liste der Spandauer „Unfallhäufungsstellen“ an. Ein innerstädtischer Verkehrsknoten wird als solche Stelle definiert, wenn es dort innerhalb von drei Jahren mindestens fünf Unfälle mit verletzten Personen gegeben hat. Allein 2019 hat es an der Kreuzung am Bahnhof Spandau 18 Unfälle mit Verletzten gegeben, an den Spandau Arcaden waren es 16. Das sind jeweils mehr als im Jahr zuvor. Als weitere Unfallschwerpunkte folgen die Kreuzungen Altstädter Ring/ Moritzstraße, Falkenseer Chaussee/ Westerwaldstraße und Falkenseer Chaussee/ Wasserwerkstraße.

Für zumindest zwei dieser Knoten kündigt die Senatsinnenverwaltung in ihrer Antwort an, dass sie durch unterschiedliche Maßnahmen entschärft werden sollen – es sind jedoch nicht die beiden, an denen es zuletzt die meisten Unfälle gab. Zum Knotenpunkt Altstädter Ring/ Moritzstraße heißt es, dass die Fahrbahnmarkierungen überprüft und die roten Unterlegungen erneuert werden sollen. „Alle Fahrstreifen im Altstädter Ring werden mit Richtungspfeilen ergänzt“, schreibt Staatssekretärin Sabine Smentek. An der Ampel soll ein Schutzblinker installiert werden.

Unfall-Kreuzungen: Ampelschaltungen sollen überprüft werden

Auch an der Kreuzung Falkenseer Chaussee/ Westerwaldstraße soll ein solches Blinklicht kommen, das auf Fußgänger hinweist. Insgesamt plant die Senatsverwaltung dort, die Ampelschaltung zu überprüfen. Weitere Maßnahmen sieht die Senatsverwaltung auch für die Kreuzung Klosterstraße/ Seeburger Straße/ Wilhelmstraße/ Ziegelhof vor. Eine Verlängerung oder Verbreiterung der Mittelinsel in der Seeburger Straße werde geprüft, heißt es. Angeregt sei auch, die Ampelschaltung zu überarbeiten und die Überquerungszeiten für Fußgänger zu optimieren. Zudem sind auch hier Neuerungen an den Fahrbahnmarkierungen geplant, etwa Piktogramme für die Radfurt.

Bereits stattgefunden haben Umbauarbeiten an der Kreuzung Brunsbütteler Damm/ Nauener Straße, wo 2018 ein achtjähriger Radfahrer von einem abbiegenden Lkw getötet wurde. Ende 2019 wurden die lange angekündigten Maßnahmen schließlich umgesetzt, seither gibt es unter anderem getrennte Ampelphasen für geradeaus fahrende Radfahrer und rechts abbiegende Autos. 124.000 Euro sind laut Senatsverwaltung bislang investiert worden. Probleme gibt es allerdings weiterhin, weil einige Autofahrer die neue Ampelschaltung ignorieren. Nachbesserungen sind angekündigt.

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