Wasserfreunde Spandau 04

Wasserballarena in Spandau: So weit sind die Planungen

Eine Wasserball- und Schwimmhalle soll am Kombibad Spandau Süd entstehen. Erste Öffentlichkeitsveranstaltung ist im Februar geplant.

Die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 sollen in Spandau eine neue Arena bekommen, die gleichzeitig für den Schwimmunterricht genutzt werden kann.

Die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 sollen in Spandau eine neue Arena bekommen, die gleichzeitig für den Schwimmunterricht genutzt werden kann.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Für die neue Wasserballarena in Spandau, die gleichzeitig als Schul- und Vereinsschwimmhalle genutzt werden soll, werden in den kommenden Monaten die ersten Vorbereitungen getroffen. Die Berliner Bäderbetriebe haben einen ersten Antrag auf Planungsmittel gestellt, um ein Bedarfsprogramm für das Schwimmbad zu erstellen. Das bestätigte ein Sprecher der Berliner Morgenpost. Finanziert werden die Planungen aus dem Fördermitteltopf „Siwana“, insgesamt zwei Millionen Euro stehen dafür bereit.

Gleichzeitig soll auf Bezirksebene begonnen werden, einen Bebauungsplan für das Vorhaben aufzustellen. Dieser sei notwendig, um Rechtssicherheit zu haben, sagte Bezirksbürgermeister und Sportstadtrat Helmut Kleebank (SPD) am Freitag im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses. Es gebe in Spandau aber das Ziel, mit hoher Geschwindigkeit voranzukommen, alle würden das Projekt unterstützen.

Wasserballer aus Spandau sollen eigene Wettkampfstätte bekommen

Mit dem Bau der neuen Schwimmhalle neben dem bestehenden Kombibad Spandau-Süd sollen zum einen die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 wieder eine eigene Trainings- und Wettkampfstätte mit Zuschauertribüne bekommen. Die derzeitige Heimstätte der Männer- und Frauenmannschaft ist die Sport- und Lehrschwimmhalle in Schöneberg, beide Teams sind im vergangenen Jahr Deutscher Meister geworden. Schon seit Jahren setzt sich der Verein aber dafür ein, wieder in Spandau spielen zu können. Die Idee für eine ergänzende Halle an dem Kombibad gibt es laut Kleebank seit mehr als zehn Jahren.

Gleichzeitig soll die Halle aber auch für mehr Kapazitäten für Schwimmer im Bezirk sorgen. „Wir drängen seit Längerem darauf, in Spandau zusätzliche Wasserflächen zu verorten“, sagte Kleebank, der dabei vor allem auf die wachsende Einwohnerzahl verwies, die sich auch in Spandau abzeichnet. „Die Wohnungsbauaktivitäten werden zu beträchtlichen Bevölkerungswachstum führen“, so der Bezirksbürgermeister.

Im Jahr 2011 lebten in Spandau rund 220.000 Menschen, im vergangenen Jahr waren es bereits knapp 244.000. Und das Wachstum wird bedingt durch Projekte wie den Siemens-Innovationscampus und das neue Quartier „Waterkant“ weitergehen. Kleebank geht davon aus, dass die Einwohnerzahl sich in Zukunft in Richtung 280.000 entwickeln wird.

Bezirk räumt der Wasserballarena Priorität ein

Zurzeit sei das Kombibad Spandau-Süd an der Gatower Straße die „einzig wirklich gut geeignete Möglichkeit in Spandau“, Schwimmunterricht anzubieten. In der zweiten Halle, dem mehr als 100 Jahre alten Stadtbad Spandau-Nord, fehlen ein Lehrbecken und Sprungmöglichkeiten. Wenn man das Schulschwimmen auch künftig in dem erforderlichem Umfang organisieren, im Idealfall auch schon für Kita-Kinder Unterricht ermöglichen will, dann würden weitere Wasserflächen gebraucht, so der Sportstadtrat. „Sicher ist, dass diese zusätzliche Wasserfläche für Spandau einen riesigen Sprung nach vorn bedeuten würde.“

Spandaus Baustadtrat Frank Bewig (CDU) betonte auf Nachfrage ebenfalls die Bedeutung der Arena für Spandau. Derzeit liefen die vorbereitenden Maßnahmen und der Austausch mit den Bäderbetrieben, um demnächst das Bebauungsplanverfahren starten zu können. Genaue Zeitplanungen wollte er noch nicht nennen. „Aber wir haben intern besprochen, dass wir dem Projekt eine Priorität einräumen müssen. Wir wollen zügig vorankommen“, sagte Bewig. Im weiteren Verfahren werde es etwa um die Verkehre gehen, die bei internationalen Wettkämpfen zu erwarten sind.

Unterstützung für Spandauer Schwimmhalle auf Landesebene

Eine Rolle spielen könnte bei der Anbindung die U-Bahn-Linie 7. Die Verlängerung in Richtung Heerstraße Nord, vorbei am Standort der künftigen Wasserballarena, soll in diesem Jahr mit einer Machbarkeitsstudie geprüft werden. Ein U-Bahn-Halt, so Bürgermeister Kleebank könnte am nahen Melanchthon-Platz entstehen, „so dass die Erreichbarkeit aus ganz Berlin sichergestellt wäre.“

Auch auf Landesebene zeichnet sich fraktionsübergreifend Unterstützung für das Projekt ab. Stephan Standfuß, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erklärte, der Bedarf für die Schwimmhalle sei unbestritten. „Jetzt muss das Vorhaben schnell umgesetzt werden.“

Staatssekretär Aleksander Dzembritzki sagte im Ausschuss, alles sei auf einem sehr guten Weg. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es dort richtig los geht“, sagte er. Man habe die Startlinie für das Projekt bereits überschritten. Zu den genauen Kosten konnte sich der Staatssekretär noch nicht äußern. Laut einer groben ersten Schätzung aus dem vergangenen Jahr sollten sich die Kosten auf rund 20 Millionen Euro belaufen. Genaueres werde sich erst im weiteren Verfahren zeigen. Dann müsse das Abgeordnetenhaus entscheiden, über welche Mittel die Finanzierung laufen soll. In dem aktuellen Haushalt, so viel steht fest, sind keine weiteren Gelder für den Bau der Schwimmhalle vorgesehen.

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