Waldkrankenhaus

Neue Station für Frühchen in Spandau eröffnet

In den Umbau der Neonatologie im Spandauer Krankenhaus flossen 5,2 Millionen Euro. Sie soll nun eine der modernsten Berlins sein.

Im Evangelischen Waldkrankenhaus in Spandau hat eine neue Neonatologie eröffnet, auf der künftig erkrankte Säuglinge behandelt werden können.

Im Evangelischen Waldkrankenhaus in Spandau hat eine neue Neonatologie eröffnet, auf der künftig erkrankte Säuglinge behandelt werden können.

Foto: Frederic Schweizer

Berlin. Nach 17 Monaten Bauzeit war es nun so weit: Im Evangelischen Waldkrankenhaus hat eine neue, moderne Station für Neugeborene eröffnet. Auf der Neonatologie werden erkrankte Säuglinge und Frühgeborene intensivmedizinisch behandelt. Insgesamt 5,2 Millionen Euro wurden, wie berichtet, in den Ausbau investiert, die Neonatologie in Spandau soll nun eine der modernsten in Berlin sein. Rund 1,9 Millionen Euro wurden dabei durch das Kommunalinvestitionsprogramm gefördert.

Die neue Station umfasst 760 Quadratmeter und bietet Platz für 21 Frühchen. Damit habe sich der Umfang der Station verdreifacht, erklärt der Geschäftsführer des Evangelischen Waldkrankenhauses, Carsten Schaulinski. Es soll so auf medizinische Veränderungen in den vergangenen Jahren reagiert werden, aber auch auf den gestiegenen Bedarf.

Zahl der Geburten im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau steigt

So ist auch im Waldkrankenhaus spürbar, dass mehr Kinder geboren werden. 2014 lag die Zahl der Geburten dort noch bei knapp 2100. Im vergangenen Jahr kamen, wie das Krankenhaus mitteilte, 2438 Kinder zur Welt. Darunter seien rund 50 Frühchen mit einem Gewicht von weniger als 1500 Gramm gewesen, die intensiv medizinisch betreut werden mussten, so Frank Jochum, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Doch die Zahl der Krankenhäuser, in denen kleine Kinder intensiv medizinisch betreut werden können, ist begrenzt. Gleichzeitig sei die Zahl der Frühgeborenen in den vergangenen Jahren gestiegen sei, unter anderem bedingt dadurch, dass Mütter heute häufig älter sind, berichtete Jochum kürzlich im Gespräch.

Mittel für Krankenhausinvestitionen in Berlin steigen

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) betonte bei der Eröffnung der neuen Station, dass durch die Investition in Spandau nun mehr Frühchen und deren Eltern betreut werden könnten. In ganz Berlin seien

die Krankenhausinvestitionen auf 180 Millionen in 2020 und 235 Millionen in 2021 erhöht worden, so die Senatorin weiter. Hinzukämen Mittel aus dem Fördermitteltopf Siwana „und die Kofinanzierung aus Landesmitteln für Bundesprogrammen“.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) verwies darauf, dass mit dem Ausbau der Neonatologie der Spandauer Standort gestärkt werde. Schon jetzt sei die Johannesstift Diakonie der zweitgrößte Arbeitgeber im Bezirk. Nun sollen weitere Fachkräfte hinzukommen.

Ein Teil der Gelder wurde auch in eine modernere Technik für die Neonatologie investiert. Darunter sind Inkubatoren, die gleichzeitig als Reha-Einheit und Wärmebettchen funktionieren können und spezielle Transportinkubatoren. Zudem umfasst die Station auch ein Schlaflabor und ein Stillzimmer mit angrenzender Milchküche.

Weitere Umbauarbeiten im Evangelischen Krankenhaus in Spandau geplant

Und die Arbeiten in dem Krankenhaus sollen noch weiter gehen: Für rund 3,5 Millionen Euro ist auch ein Umbau des angrenzenden Geburtszentrums geplant. Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten dort planmäßig starten, wobei die Zahl der Kreißsäle auf fünf steigen soll, zusätzlich gibt es einen OP für Kaiserschnitte. Als Reaktion auf häufige Mehrlingsgeburten gibt es zudem einen direkt anschließenden Raum, in dem bis zu Drillinge nach der Geburt versorgt werden können.

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