Wilhelmstadt

Verzögerungen: Neuer Jugendclub soll Ende 2020 fertig werden

Schon 2018 sollte der Bau fertig sein, nun wird er wohl erst Ende 2020 an die Nutzer übergeben. Finanzierung noch nicht geklärt.

Der Jugendsportclub Wildwuchs in Spandau wird neugebaut. Doch das Projekt hat immer wieder Probleme. 

Der Jugendsportclub Wildwuchs in Spandau wird neugebaut. Doch das Projekt hat immer wieder Probleme. 

Foto: Privat

Berlin. Beim Neubau des Sportjugendclubs Wildwuchs, einer beliebten Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche in der Wilhelmstadt, hakt es weiter. Nach langem Stillstand auf der Baustelle laufen dort zwar inzwischen Bauarbeiten, aber die Finanzierung ist noch nicht abschließend geklärt. Denn es gibt erhebliche Mehrkosten.

Im vergangenen Mai waren die Kosten bereits von den ursprünglich geplanten vier Millionen Euro auf gut sechs Millionen Euro gestiegen. Ob es bei dem Betrag geblieben ist, dazu äußerte sich der zuständige Bezirksstadtrat Andreas Otti (AfD) auf Anfrage nicht. Er erklärte lediglich, es sei eine „Ergänzungsunterlage“ erstellt und intern geprüft worden. Diese werden aufgestellt, wenn sich die Baukosten um mehr als 350.000 Euro erhöhen.

Neuer Jugendclub: Finanzierung eines Restbetrages muss noch geklärt werden

Die Unterlage befinde sich auf dem Weg zum Fördermittelgeber – der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen – bzw. dem Bedarfsträger – das Spandauer Jugendamt – „zur Klärung der Finanzierung eines Restbetrages“, so der Stadtrat. Gestiegen waren die Kosten vor allem, weil die Boden- und Grundwasserverhältnisse deutlich von den Ergebnissen der Voruntersuchungen abwichen, sodass das Konzept für den Neubau geändert und ein spezielles Verfahren für das Fundament angewendet werden musste.

So verzögerten sich auch die Bauarbeiten, die in der zweiten Hälfte 2019 aber schließlich vorangingen – wobei ein Schild an der Baustelle ankündigte, dass die Maßnahme für die neue Jugendfreizeiteinrichtung schon Ende 2018 abgeschlossen sein sollte. „Bis Ende des vergangenen Jahres wurde, wie angekündigt, der Keller fertig gestellt und die Baugrube teilweise verfüllt“, erklärte Stadtrat Otti nun.

Spandauer Bezirksverordneter fordert Klarheit über Kosten

Im neuen Jahr seien die Arbeiten wieder aufgenommen worden „und werden je nach Wetterlage weiter fortgeführt“. Die Baugrube werde nun zu Ende verfüllt, außerdem sollen die Arbeiten bei dem nicht unterkellerten Teil beginnen. Zudem werden die Lichtschächte angehängt und anschließend werde der Bau des Erdgeschosses vorangetrieben. „Die Übergabe an den Nutzer ist Ende 2020 gemäß Bauzeitenplan geplant“, sagt Otti.

Der Spandauer Bezirksverordnete Lukas Schulz (SPD) fordert vor allem, dass die Zahlen zu den Kosten demnächst vorgelegt werden. „Wir brauchen Klarheit“, sagt er. Er befürchtet, dass, falls das Geld für die Pläne am Ende nicht reichen sollte, der Neubau möglicherweise verkleinert werden soll. „Das wäre katastrophal“, sagt er. „Die Wilhelmstadt ist bei den Jugendfreizeiteinrichtungen schon jetzt die unterversorgteste Bezirksregion, wobei ganz Spandau unterversorgt ist“, sagt Schulz.

In der Wilhelmstadt gab es 2015 laut Sozialem Infrastrukturkonzept 1,5 Plätze in einer Jugendfreizeiteinrichung pro 100 Einwohner, als Richtwert gelten 11,4 Plätze. Der Neubau soll eigentlich dazu beitragen, den „erheblichen Raum- und Flächenbedarf“ zu beseitigen.

Auch im Jugendclub Wildwuchs selbst wird betont, dass der Bedarf unheimlich hoch sei und die Situation im Moment alles andere als ideal. Zu besonderen Anlässen können mehr als 100 junge Spandauer in die Freizeiteinrichtung kommen. In dem alten Gebäude standen für deren Betreuung 400 Quadratmeter zur Verfügung. Im Container-Ersatz sind es zurzeit lediglich 120.

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