Wohnen

Kostenlose Beratung: Das bewegt Spandauer Mieter

Weit über 1000 Spandauer haben die kostenlose Mieterberatung im Jahr 2019 genutzt. Zu einem Thema gab es dabei besonders viele Fragen.

Im Kiez Heerstraße Nord haben besonders viele Mieter in Spandau die kostenlose Mieterberatung genutzt.

Im Kiez Heerstraße Nord haben besonders viele Mieter in Spandau die kostenlose Mieterberatung genutzt.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Seit dem Spätsommer 2018 wurde die kostenfreie bezirkliche Mieterberatung in Spandau erheblich ausgeweitet, inzwischen ist sie im Bezirk fest etabliert. Und der Bedarf ist vorhanden, wie nun eine Auswertung des „Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbunds“ (AMV) zeigt. Knapp 1300 Spandauer kamen in die insgesamt gut 650 Beratungsstunden, die der Verein im vergangenen Jahr angeboten hat. Weitere kostenlose Beratungsangebote wurden vom Berliner Mieterverein und dem Spandauer Mieterverein für Verbraucherschutz organisiert.

Ziel der Mieterberatung ist es, die Menschen bei zivilrechtlichen Fragestellungen zu unterstützen, in denen es etwa um Mietverträge oder Kündigungsschutz geht. Eine rechtliche Vertretung der Mieter wird durch die Vereine dabei nicht abgedeckt.

Thema Mieterhöhung spielt für Spandauer eine große Rolle

Das Thema, das die Spandauer in den Beratungen des AMV am meisten interessierte, ist dabei ein wenig überraschend: In 406 Fällen ging es um angekündigte Mieterhöhungen – obwohl der Senat bereits im Juni die Eckpunkte des Mietendeckels beschlossen hatte.

Ebenfalls viele Fragen gab es zu Betriebs- und Heizkostenabrechnungen, diese waren in rund 320 Beratungen ein Thema. Es folgten die Aspekte Mietmangel und Mietminderung, in knapp 220 Fällen wurden Menschen dazu beraten. Weniger gefragt waren die Themen Mietkaution oder Modernisierung, die jeweils rund 30 Mal besprochen wurden.

100.000 Euro für die Mieterberatung in Spandau in 2020

Insgesamt an sieben Standorten im Bezirk hat der AMV im vergangenen Jahr Beratungsstunden angeboten, dafür wurde das Angebot in Staaken, im Kiez Heerstraße Nord, am meisten genutzt. Dort gab es mit dem bekanntgegebenen Wohnungsaufkauf der Gewobag im September und den, trotz Mietendeckel, kurz vorher angekündigten Mieterhöhungen für einige Bewohner im vergangenen Jahr auch eine besondere Situation. Gut 370 Beratungen fanden in Staaken statt. Es folgten die Standorte in der Wilhelmstadt, im Falkenhagener Feld und in Haselhorst.

Auch in diesem Jahr sollen 100.000 Euro in die Finanzierung der Beratungsangebote im Bezirk fließen. An neun Standorten in den Spandauer Ortsteilen, mit Ausnahme von Gatow und Kladow, werden die gut 40 Beratungsstunden pro Woche organisiert.

Eine Übersicht zu den Zeiten und genauen Orten gibt es auf der Internetseite des Bezirksamts Spandau.

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